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Keine Vertragsverlängerung Ende des Jahres Dirk Wössner verlässt Deutsche Telekom

Dirk Wössner, Deutschland-Chef der Telekom, hört Ende des Jahres auf. Quelle: dpa

Dirk Wössner, Deutschland-Chef der Deutschen Telekom, wird seinen Ende des Jahres auslaufenden Vertrag nicht verlängern und das Unternehmen verlassen. Wer ihm an der Spitze folgen soll, ist noch nicht geklärt.

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Der Deutschland-Chef der Deutschen Telekom Dirk Wössner verlässt das Unternehmen zum Ende des Jahres. Er habe dem Aufsichtsrat mitgeteilt, seinen Ende 2020 auslaufenden Vertrag nicht verlängern zu wollen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Wössner werde 2021 „Vorstandsvorsitzender eines wachstumsstarken Softwareunternehmens“, hieß es in der Mitteilung. Um welches Unternehmen es sich dabei handelt, blieb zunächst offen.

Wössner gehörte seit Anfang 2018 zum Vorstand des Bonner Konzerns. Wer sein Nachfolger werden soll, ist nach Angaben der Telekom noch nicht geklärt. Man habe die Suche nach einem Nachfolger eingeleitet. „Im Zuge eines geordneten Nachfolgemanagements wird die Deutsche Telekom mit der gebotenen Ruhe und Sorgfalt Gespräche mit geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten führen“, heißt es in der Mitteilung des Konzerns.

Wössner wurde bislang als Kronprinz an der Spitze des Konzerns gehandelt. Bereits im Sommer vergangenen Jahres offenbarte er aber deutliche Schwächen und geriet ins Wackeln. Denn der Markt mit DSL-Anschlüssen in Deutschland lief nicht so rund wie erhofft. Bereits sein Vorgänger Niek Jan van Damme stolperte hierüber, und auch Wössner schaffte es nicht, den Festnetz-Markt wieder ordentlich in Schwung zu bringen: Im ersten Halbjahr 2019 sackte die Telekom auf einen Nettozuwachs von 75.000 Kunden ab - der schlechteste Wert seit Jahren. Das sorgte intern für Alarmstimmung, wie die WirtschaftsWoche im August berichtete.

Der Rückzug Wössners fällt in interessante Zeiten für die Telekom, brachte sie doch erst am Tag zuvor endlich die Marathon-Verhandlungen in den USA um eine Fusion von T-Mobile US und Sprint über die Bühne. Die Erfolgsmeldung aus den USA hat Auswirkungen auf den deutschen Markt. Denn im Kern mutiert die Deutsche Telekom damit zu einem US-amerikanischen Unternehmen, analysierte WirtschaftsWoche-Autor Jürgen Berke. In den USA wachse die Telekom zweistellig – in Europa hingegen läuft es schleppender und in Deutschland schrumpfe der Telekommunikationsmarkt sogar. Wird die T-Mobile/Sprint-Gruppe in den USA zu einem der Pioniere im 5G-Ausbau, könnte das den Digital-Standort USA weiter stärken und Deutschland im Gegenzug schwächen.

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