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Kinos auf Erfolgskurs Filmwirtschaft könnte Umsatzrekord knacken

Die deutschen Kinos können in diesem Jahr nicht über niedrige Besucherzahlen klagen. Im Gegenteil: Überraschungserfolge wie „Ziemlich beste Freunde“ könnten für einen neuen Umsatzrekord sorgen.

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Mehr als 3.000 Leinwände in Deutschland seien digitalisiert, etwa die Hälfte davon könnten Filme in 3D zeigen. Quelle: dpa

Berlin Trotz der Fußballeuropameisterschaft im Sommer haben die Kinos 2012 im zweiten Jahr in Folge ein Umsatz- und Besucherplus verbucht. Bei den Besucherzahlen werde ein Wachstum von zwei bis drei Prozent auf 130 bis 135 Millionen Menschen erwartet, beim Umsatz rechne er mit einer Steigerung von drei bis vier Prozent auf 970 Millionen bis einer Milliarde Euro, sagte der Geschäftsführer des Verbandes der Filmverleiher, Johannes Klingsporn. Der bisherige Umsatzrekord stammt aus dem Jahr 2009 und liegt bei 976 Millionen Euro. „Den können wir knacken.“

Die beiden besucherstärksten Filme des Jahres waren der französische Überraschungserfolg „Ziemlich beste Freunde“ mit 8,9 Millionen und das neue James-Bond-Abenteuer „Skyfall“ mit 7,0 Millionen. Beim deutschen Film werden derweil keine Rekordzahlen erwartet: Zum Jahresende sei ein Marktanteil von 17 bis 19 Prozent möglich.

2011 war die Zahl der Besucher im Vergleich zum Vorjahr um 2,3 Prozent auf 129,6 Millionen gestiegen, der Umsatz kletterte um 4,1 Prozent auf 958,1 Millionen Euro. Der deutsche Film erreichte einen Marktanteil von 21,8 Prozent.

Das Mammutprojekt der vergangenen Jahre, die flächendeckende Digitalisierung der Kinos, sei „jetzt gestemmt“, sagte Klingsporn. Mehr als 3.000 Leinwände in Deutschland seien digitalisiert, etwa die Hälfte davon könnten Filme in 3D zeigen. 2013 werden die restlichen Kinos umgerüstet, dann wird die abschließende Zahl bei 3.700 bis 4.000 Leinwänden liegen.

Trotz staatlicher Förderung für kleinere Filmtheater auf dem Land wird der anhaltende Rückgang der dortigen Kinosäle indes nicht ganz zu stoppen sein. Ältere Kinobetreiber zögen sich aus dem Geschäft zurück, ohne einen Nachfolger zu haben, sagte Klingsporn.


Mobiler Kartenverkauf nimmt zu

Vor diesem Hintergrund denkt die Kinowirtschaft über die Gründung von Start-Up-Initiativen nach. Nach Einschätzung von Klingsporn könnte es durch die Vielzahl technologischer Entwicklungen für junge Menschen künftig auch „total spannend sein, ins Kinogeschäft einzusteigen“.

Ein Grund dafür ist eines der wichtigsten Zukunftsthemen der Branche: die digitale Vernetzung mit den Kunden. „Nur ein digitaler Projektor reicht nicht mehr“, betonte Klingsporn. Ein Stichwort sei dabei Mobile Ticketing via Handy.

„Der Kartenverkauf an der Kasse wird in den nächsten Jahren durch mobile Käufe abgelöst werden.“ Zudem müssten Kinobetreiber stärker über soziale Netzwerke mit dem Publikum kommunizieren und könnten so dann auch auf deren Wünsche beispielsweise nach einer längeren Spielzeit eines Films eingehen.

Piraterie bleibt für die Branche trotz der Abschaltung des illegalen Portals kino.to und der Verurteilung zahlreicher Verantwortlicher ein großes Problem. „Es gibt nach wie vor illegale Plattformen, mit denen viel Geld verdient wird“, sagte Klingsporn. Die Filmwirtschaft fordert, die Betreiber von ihren Geldströmen abzuschneiden.

„Wir führen Gespräche mit der Werbewirtschaft, dass auf diesen Seiten keine Werbung mehr geschaltet wird.“ Außerdem strebe man Gespräche mit Suchmaschinenbetreibern über mögliche Hinweise auf illegale Portale an. Dabei setze die Kinobranche zunächst auf freiwillige Vereinbarungen, denke ansonsten aber auch über mögliche gesetzliche Verbote nach.

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