Konsortium Telekom verkauft Funkturm-Geschäft an Investoren aus Nordamerika

Ein Sendemast für Mobilfunk vor blauem Himmel. Quelle: dpa

Medienberichten zufolge verkauft Telekom ihr Funkturm-Geschäft an Investoren aus Nordamerika. Die spanische Cellnex buhlt nicht mehr um eine Beteiligung an der Funkturmtochter.

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Die Deutsche Telekom verkauft einem Medienbericht zufolge die Mehrheit ihres Funkturm-Geschäfts an zwei Investoren aus Nordamerika. Die kanadische Brookfield Asset Management sowie Digital Bridge aus Florida, ein Spezialist für digitale Infrastruktur, übernehmen 51 Prozent der Anteile zu einer Gesamtbewertung von rund 17,5 Milliarden Euro, wie das "Handelsblatt" am Mittwochabend unter Berufung auf Insider berichtet. Der Rest verbleibe bei der Telekom. Der Telekom-Aufsichtsrat habe das Geschäft am Mittwochabend abgesegnet. An diesem Donnerstag solle der Abschluss offiziell verkündet werden. Weder die Telekom noch die beiden Käufer wollten sich auf Anfrage der Zeitung dazu äußern.

Zuvor hatte die spanische Cellnex das Handtuch geworfen. Ein rivalisierendes Konsortium um den Finanzinvestor KKR hat der Zeitung zufolge kaum mehr Chancen auf einen Zuschlag.

Die Deutsche Funkturm GmbH (DFMG) zählt inzwischen fast 41.000 Standorte und hat im vergangenen Jahr ihren vergleichbaren Umsatz um rund fünf Prozent auf 1,1 Milliarden Euro und das Betriebsergebnis (Ebitda AL) um 6,3 Prozent auf 600 Millionen Euro erhöht. Telekom-Chef Timotheus Höttges hat immer wieder klar gemacht, sich letztlich für das attraktivste Angebot entscheiden zu wollen. Eine Transaktion könnte Europas größtem Telekomkonzern frisches Geld bringen, um seine Milliarden-Schulden zu verringern oder etwa endlich die Kapitalmehrheit an der US-Tochter T-Mobile US zu erwerben und den teuren Netzausbau zu stemmen.

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In der Funkturmbranche herrscht seit einiger Zeit viel Dynamik - auch weil der 5G-Netzaufbau und die zunehmende Digitalisierung für eine hohe Nachfrage sorgen. Infrastrukturanbieter können einfacher als Mobilfunkkonzerne die Masten am Boden und auf Hausdächern an mehrere Nutzer gleichzeitig vermieten, was über Jahre hinweg wiederkehrende Einnahmen und planbare Investitionen verspricht. Deswegen haben Konzerne wie Vodafone und Telefonica bereits vor einiger Zeit ihre Funktürme ausgegliedert oder verkauft.

Lesen Sie auch: Telekoms Funkturm-Geschäft: Eine Perle im Dornröschenschlaf

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