Kunden werden gekündigt Telekom beschleunigt Umstieg auf IP-Telefonie

In den Telekom-Netzen wird heute fast alles in kleinen Datenpaketen verschickt. Zum Jahr 2018 soll auch die Telefonie auf Internet-Technik umgestellt werden. Bei einigen Kunden hilft die Telekom mit Kündigungen nach.

Wo das Internet am schnellsten ist
Platz 10: FinnlandInternetnutzer in Finnland surfen mit durchschnittlich 7,1 Megabits pro Sekunde. Damit landet Finnland auf Platz 10 der Rangliste des IT-Unternehmens Akamai, das sich darauf spezialisiert hat, Web-Inhalte zu beschleunigen. Zum Vergleich in Deutschland sind Surfer im Schnitt mit sechs Megabits pro Sekunde unterwegs. Quelle: dapd
Platz 9: SchwedenIm Nachbarland Schweden surfen die Internetnutzer laut Akamai ein wenig schneller als ihre finnischen Nachbarn. Mit 7,3 Megabits in der Sekunde belegt Schweden den neunten Platz. Quelle: dpa
Platz 8: USADie Heimat von Microsoft, Apple und Google ist zwar in den Top 10 der Länder mit der schnellsten Internetverbindung vertreten – allerdings mit dem achten Platz relativ weit hinten. 7,4 Megabits pro Sekunde beträgt hier die Durchschnittsgeschwindigkeit im Internet. Quelle: dpa
Platz 7: TschechienTschechien ist auf dem siebten Platz vertreten. Mit  0,7 Megabits in der Sekunde hat unser Nachbarland die Internet-Macht USA deutlich überholt – und bietet seinen Nutzern damit eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 8,1 Megabits pro Sekunde. Quelle: dpa
Platz 6: NiederlandeUnsere niederländischen Nachbarn haben es beim Internetsurfen noch etwas komfortabler: 8,6 Megabits pro Sekunde beträgt die durchschnittliche Internetgeschwindigkeit. Quelle: dpa
Platz 5: SchweizDen Schweizern wird ja gerne unterstellt, dass sie es eher gemütlich angehen lassen. Doch im Internet sind unsere Nachbarn schnell unterwegs. Mit durchschnittlich 8,7 Megabits pro Sekunde landet das Alpenland auf Platz 5 der Akamai-Rangliste. Quelle: dpa
Platz 4: LettlandEine Durchschnittsgeschwindigkeit von 8,9 Megabits in der Sekunde bietet Lettland seinen Internetsurfern. Damit belegt das baltische Land den vierten Platz. Quelle: dpa
Platz 3: HongkongChina selbst ist zwar nicht unter den Top 10 der Länder mit dem schnellsten Web-Zugang vertreten – aber seine Sonderverwaltungszone Hongkong. Diese ist sogar mit ihren durchschnittlich 9,3 Megabits in der Sekunde ganz vorne dabei auf dem dritten Platz. Quelle: AP
Platz 2: JapanWährend sich die Unterschiede zwischen den Plätzen 10 bis 3 eher klein sind, heben sich die beiden vorne platzierten Länder jeweils deutlich von den hinteren Rängen ab. 1,5 Megabits pro Sekunde schneller als in Hongkong surfen User in Japan: Im Mutterland von Sony und Toshiba beträgt die durchschnittliche Internetgeschwindigkeit 10,8 Megabits in der Sekunde. Quelle: dpa
Platz 1: SüdkoreaDie Top 3 zeigen, dass Asien die USA und Europa deutlich auf der Datenautobahn abhängt. Mit satten 14 Megabits in der Sekunde sind User nirgends auf der Welt so schnell im Internet unterwegs wie in Südkorea. Damit liegt die Samsung-Heimat im Akamai-Ranking mit größtem Abstand vorne. Ganze 3,2 Megabits pro Sekunde sind Surfer in Südkorea schneller als in Japan, 4,7 Megabits schneller als in Hongkong – und ganze acht Megabits schneller als in Deutschland. Quelle: dpa

Die Deutsche Telekom beschleunigt den Umstieg zum Telefonieren über das Internet in einigen Regionen mit Kündigungen der bestehenden Verträge. Es gehe vor allem um die ersten Netze mit dem besonders schnellen VDSL-Internet, die in 53 Städten eingerichtet worden seien, sagte der zuständige Telekom-Manager Ingo Hofacker der dpa. Betroffen seien rund 300 000 Kunden. Auslöser sei Zeitdruck durch Regulierungsvorgaben.

Zur Genehmigung der neuen Vectoring-Technik für schnelleres Internet gehöre auch, sie bis Ende 2016 anzubieten. Mit den alten VDSL-Netzen sei sie aber nicht kompatibel, erläuterte Hofacker. Die Telekom greife auch zu Kündigungen, um die Frist einhalten zu können. Bei der IP-Telefonie werden Gespräche in Form von Datenpaketen über das Internet verschickt. Das Telefon wird dabei direkt in den Internet-Router eingestöpselt.

Den Kunden entstünden dabei unter Umständen höchstens Kosten für einen neuen Router. Dafür seien die aktuellen Tarife aber in der Regel günstiger als bei den vor einigen Jahren abgeschlossenen Verträgen. Die Telefone könnten in der Regel weitergenutzt werden. Wenn von Beratern gesagt werde, Kunden müssten bei der Umstellung zwingend auch zusätzliche Angebote wie den Fernsehdienst Entertain dazubuchen, sei das „kompletter Quatsch“, sagte der Telekom-Manager.

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Die Telekom will zum Jahr 2018 die Netze in ganz Deutschland von ISDN oder alter analoger Technik auf IP-Telefonie umstellen. Derzeit gebe es rund 3,5 Millionen Kunden, die über Internet-Technologie telefonieren. „Pro Woche werden 50 000 bis 60 000 Kunden pro Woche auf IP-Telefonie umgestellt“, sagte Hofacker. Die Probleme in der IP-Telefonie, die es in den vergangenen Monaten gegeben hatte, seien inzwischen behoben. Der Telekom geht es bei der Umstellung auch um mehr Effizienz im Betrieb. „Sprache ist das einzige, was noch nicht als IP-Dienst über die Netze läuft“, sagte Hofacker. „Die Technik für Sprachtelefonie ist am Ende von ihrem Lebenszyklus angekommen.“ Mit IP-Telefonie werde sie komplett abgeschaltet werden können. Die Umstellung werde auch Bandbreite freigeben, die heute für Sprache reserviert werde.

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