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LTE-Technologie Vodafone knackt Temporekord im mobilen Internet

In nur zwei Minuten einen Kinofilm in HD-Auflösung herunterladen: Vodafone macht den Datenturbo LTE noch ein bisschen schneller. Doch nicht jeder Kunde wird die Technologie nutzen können.

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Vodafone beschleunigt den Datenturbo LTE auf eine Geschwindigkeit von bis zu 150 Megabit pro Sekunde. Quelle: dpa

Düsseldorf Mit einem Ausbau des Mobilfunkstandards LTE rüstet sich Vodafone für den wachsenden Konkurrenzkampf in Deutschland: Als erster Netzbetreiber ermöglicht das Unternehmen im mobilen Internet Geschwindigkeiten von bis zu 150 Megabit pro Sekunde. Das Angebot ist zunächst auf einige viel besuchte Orte in Düsseldorf, München, Dresden und Dortmund beschränkt, bald sollen weitere Großstädte versorgt werden.

LTE ist der Nachfolger des Mobilfunkstandards UMTS. In der aktuellen Ausbaustufe, „Category 3“ genannt, sind theoretisch Geschwindigkeiten bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) möglich. Vodafone führt nun eine Weiterentwicklung ein, offiziell als „Category 4“ oder „Cat4“ bezeichnet, die bis zu 150 Mbit/s erlaubt. Das ist allerdings ein theoretischer Wert, da sich in der Regel mehrere Nutzer die Bandbreite teilen. Bei vollem Tempo lässt sich ein Kinofilm in hochauflösender Qualität binnen zwei Minuten herunterladen. Zum Vergleich: Mit einem DSL-Anschluss dauert das mindestens 17 Minuten, mit einem Glasfaseranschluss gut fünf Minuten.

Nicht alle Vodafone-Kunden werden allerdings die Cat4-Technologie nutzen können. Denn zum einen will sich der Mobilfunker bei der Einführung an der Nachfrage orientieren. „Wir gucken, wie die neue Technologie am Markt aufgenommen wird“, sagte Arash Ashouriha, bei Vodafone Deutschland für die Netzwerke zuständig. „Wir wollen nicht erst viele Milliarden in den Netzausbau stecken und gucken, wer es nutzt, wie es alle bei UMTS gemacht haben.“ Vor allem die Großstädte will Vodafone versorgen.

Zum anderen gibt es bisher kaum Geräte, die das Höchsttempo ausnutzen können. Vodafone vermarktet das Ascend P2 von Huawei, das der chinesische Hersteller als „schnellstes Smartphone der Welt“ bewirbt. Außerdem sind Surfsticks sowie mobile WLAN-Hotspots im Angebot, mit denen man PCs, Tablets und Smartphones ans Netz anschließen kann. Die Nutzung der Cat4-Technologie ist in Tarifen enthalten, die mindestens 40 Euro im Monat kosten.

Trotzdem bedeutet der Ausbau einen weiteren Schritt zum Hochgeschwindigkeits-Internet, da Vodafone zur Bewältigung der Datenmengen das Netz ausgebaut hat. Davon profitieren alle LTE-Nutzer.


Das Interesse an LTE ist noch verhalten

Zunächst diente LTE auf Geheiß der Politik vor allem dazu, die Löcher in der Breitbandanbindung auf dem Land zu stopfen. Inzwischen dürfen die Unternehmen den lukrativen Massenmarkt in den Städten erschließen. Vor allem die Deutsche Telekom und Vodafone investieren im großen Stil.

Der Telekommunikationsmarkt in Deutschland ist hart umkämpft. Durch den geplanten Zusammenschluss von O2 und E-Plus entsteht im Mobilfunk eine neue Nummer 1, während Vodafone mit dem Kauf von Kabel Deutschland sein Festnetzgeschäft stärken will und vor allem der Deutschen Telekom Konkurrenz macht. Der Ausbau der LTE-Geschwindigkeit könnte dem britischen Unternehmen helfen, sich zu positionieren. Die Telekom hat die Cat4-Technologie noch nicht im Angebot.

Bislang zeigen die Handynutzer indes verhaltenes Interesse an LTE. Nur 15 Prozent können sich den Abschluss eines entsprechenden Vertrages vorstellen, wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im März ergab. Vor allem die hohen Kosten von durchschnittlich 40 Euro im Monat schrecken viele ab. Zudem mangelte es lange am Angebot mit tauglichen Geräten. Vodafone hofft, dass der Boom von Videodiensten für mehr Nachfrage sorgt.

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