Marissa Mayer trotzdem optimistisch Yahoo enttäuscht bei den Werbeeinnahmen

Der Internetkonzern Yahoo kann die Anleger mit seinen Geschäftszahlen nicht überzeugen: Die Aktie verlor nachbörslich über vier Prozent. Chefin Marissa Mayer ruft zu Geduld auf.

Marissa Mayer Quelle: AP

Der Internetpionier Yahoo hat auf dem Weg aus der Krise einen Rückschlag erlitten. Die Geschäfte liefen zu Jahresbeginn schwächer als erwartet. Zwar stieg der Gewinn an, doch der Umsatz stagnierte. Vor allem die Werbeeinnahmen fielen enttäuschend aus. Auch die Zahl der Nutzer von Yahoos Internetangeboten ging zurück.

Vorstandschefin Marissa Mayer beteuerte am Dienstag zwar, der Konzern sei bei der angestrebten Rückkehr zu alter Stärke auf Kurs. Doch mahnte sie abermals Geduld an. Denn eine rasche Besserung ist nicht in Sicht. Die Anleger konnte sie damit nicht überzeugen: Die Yahoo-Aktie verlor nachbörslich mehr als vier Prozent.

Die Wiederbelebung des einstigen Online-Primus sei ein langfristiges Projekt, bekräftigte Mayer, die seit vergangenen Juli an der Spitze des Unternehmens steht. "Wir streben entschlossen Wachstum in unserem Kerngeschäft an." Yahoo mache beim Konzernumbau vor allem dabei Fortschritte, die wachsende Zahl an Smartphone-Nutzern für sich zu gewinnen.

Deren Zahl bei Yahoo-Diensten sei auf monatlich 300 Millionen gestiegen von 200 Millionen im vierten Quartal. Dieses Geschäft wird auch für die Rivalen Google und Facebook immer wichtiger, weil immer mehr Menschen mit Smartphones und Tablet-Computern im Internet surfen und Emails lesen.

Warum Microsoft erneut um Yahoo buhlt
Im Jahr 2008 wies Yahoo-Gründer Jerry Yang (Bild) das Übernahmeangebot von Microsoft noch entrüstet zurück. 47,5 Milliarden Dollar - etwa 33 Dollar pro Aktie - waren ihm deutlich zu wenig. Von Erfolg gekrönt war der Poker nicht. Derzeit notiert die Yahoo-Aktiel bei knapp 15 Dollar. Internetpionier Yahoo, einst Superstar der Online-Welt, hat in den vergangenen Jahren den Anschluss verloren. Der große Konkurrent .... Quelle: ap
... Google hat Yahoo mit seiner Suchmaschine längst den Rang abgelaufen. Wenn die Zukunft des Internets diskutiert wird, sprechen Experten von Google, Apple und Facebook. Dennoch ist Yahoo für Microsoft keine unattraktive Braut. Das Unternehmen hat weltweit noch mehr als 700 Millionen Nutzer, das Mail-Programm und Yahoo-News erfreuen sich in den USA weiterhin großer Beliebtheit. Quelle: dapd
Microsoft-Chef Steve Ballmer möchte vor allem das Großkundengeschäft bei der Suchmaschinenwerbung vorantreiben. Yahoo ist hier noch immer der führende Anbieter im Markt - auch wenn Facebook aufholt. Quelle: dapd
Schon jetzt kooperieren die beiden Unternehmen: Yahoo nutzt die Microsoft-Suchmaschine Bing. Die Einnahmen aus der Online-Werbung teilen sich die Unternehmen. Aber Microsoft will mehr, das erkaltete Interesse ist neu entflammt. Zusammen mit einer Reihe von Finanzinvestoren analysiert Microsoft derzeit offenbar die Bücher von Yahoo, um die neuen Möglichkeiten eine Übernahme auszuloten. Quelle: Reuters
Eine gewichtige Rolle könnte allerdings auch die chinesische Internetfirma Alibaba spielen. Derzeit hält Yahoo als Investor 40 Prozent der Anteile an Alibaba. Allerdings wollen die Chinesen diesen Deal rückgängig machen und erwägen ihrerseits, bei Yahoo einzusteigen. Quelle: dapd
Spätestens seit dem Abgang von Yahoo-Chefin Carol Bartz im September scheint klar, dass es Yahoo als eigenständiges Unternehmen nicht mehr lange geben wird. Offiziell fiel Bartz der strategischen Neuausrichtung des Konzerns zum Opfer. Sie selbst ließ an ihren ehemaligen Kollegen aus dem Verwaltungsrat kein gutes Haar und spuckte nach ihrer Entlassung in einem Interview Gift und Galle: „Diese Leute haben mich verarscht.“ („These people fucked me over“) Quelle: Reuters


Nach dem Wechsel von Google zu Yahoo hat Mayer dem einstigen Suchmaschinen-Vorreiter mit Hilfe von neu gestalteten Internetseiten und hinzugekauften Startups eine Frischzellenkur verpasst und neues Leben eingehaucht. Doch Hinweise auf eine deutliche Verbesserung der Lage von Yahoo sind in der Bilanz für das erste Quartal diesmal nur schwer zu finden. Der Gewinn stieg zwar um 36 Prozent auf 390 Millionen Dollar. Allerdings trat der Nettoumsatz ohne die Gebühren von Partnerunternehmen bei 1,07 Milliarden Dollar auf der Stelle und blieb hinter den Markterwartungen zurück.

Insbesondere das eigentlich lukrative Geschäft mit Display-Werbung, das etwa 40 Prozent des Konzernumsatzes ausmacht, hatten Analysten besser erwartet. Hier fielen die Einnahmen um elf Prozent. "Das ist ein Kerngeschäft, in dem es für Yahoo noch viel zu tun gibt", sagte Macquarie-Analyst Ben Schachter.

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