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Mark Hurd "Oracle wird der größte Cloud-Anbieter"

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"SAP hat einen enormen Wettbewerbsnachteil"

Wo wollen Sie vor allem wachsen?
Das Cloud-Geschäft wird weiter zulegen. Gleichzeitig differenziert sich Oracle von der Konkurrenz durch das starke traditionelle Software-Angebot. Der Trend in der IT geht klar in Richtung hybride Angebote. Denn ich glaube nicht, dass alle Unternehmen ihre gesamten Aufgaben vollständig in die Cloud verlagern werden. Daher müssen sie in die Lage versetzt werden, Daten und Anwendungen zwischen dem eigenen Rechenzentrum und der Cloud hin- und herzuschieben und dies zu managen – das kann nur Oracle. So wird das Cloud-Geschäft unser traditionelles Software-Geschäft sogar noch unterstützen.

Welche Bedeutung spielt in diesem hybriden Modell die Hardware-Sparte von Oracle, das frühere Sun-Microsystems-Geschäft mit Server-Computern und Speichersystemen?

Hier nutzen Sie die Wolke, ohne es zu wissen
Dropbox, Google Drive, Apple iCloud Quelle: dpa
GMX AOL Google Mail Quelle: dpa
Cloud Gaming Quelle: AP
Google Docs Microsoft Office Quelle: REUTERS
Adobe Kreativ-Programme Quelle: AP
Musik-StreamingAuch wer Musik-Streaming-Dienste wie Spotify, Napster oder Apple Music nutzt, befindet sich in der Cloud. Bei all diesen Streaming-Diensten werden Millionen Musik-Titel auf Servern gelagert, auf die der Nutzer von seinem Endgerät aus zugreift. Dafür muss er entweder ein monatliches Entgelt bezahlen oder die kostenlosen Alternativangebote nutzen. Bei Spotify kann der Nutzer zum Beispiel die Gebühren einsparen, wenn er bereit ist, zwischendurch von Werbung beschallt zu werden. Quelle: dpa
Serien-StreamingFilme und Serien werden ebenfalls immer öfter über das Netz angesehen. Anbieter wie Netflix, Sky Go, Watchever, Amazone Prime und Maxdome erlauben den Zugriff auf tausende Filme und Serien. Auch hier zahlen Nutzer eine monatliche Gebühr und können dafür so viel schauen, wie sie möchten. Quelle: dpa


Der Bereich wächst wieder. Wir haben erst jüngst den Spitzenplatz bei Highend-Servern oberhalb von 25.000 Dollar errungen und dabei IBM vom Thron gestoßen. Neben den Geräten, die wir verkaufen, hilft die Hardwaresparte auch unserem Cloud-Angebot. Denn wir betreiben unsere Cloud-Rechenzentren mit unseren eigenen Servern. Dadurch können wir Hardware und Cloud-Angebot optimal aufeinander abstimmen – und Funktionen anbieten, die früher nicht möglich waren, beispielsweise verschlüsselte Datenbank-Abfragen in der Cloud.

Kürzlich wurden Vorwürfe eines früheren internen SAP-Revisors publik, wonach SAP bei der Erstellung ihrer Datenbank Hana bei Wettbewerbern wie Oracle abgekupfert habe. SAP verneint das. Wie sehen Sie das?
Das kann ich nicht kommentieren.

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    IT



    Im Februar hat SAP ein neues Paket von Unternehmenssoftware namens S/4 Hana vorgestellt. Das können Kunden nun mit der SAP-eigenen Datenbank Hana als Basis nutzen, statt zusätzlich Datenbanken von Oracle oder IBM kaufen zu müssen. Ist das nicht gefährlich für Oracle, da SAP bisher trotz der Konkurrenzsituation der größte Wiederverkäufer von Oracle-Datenbanken war?
    Nein. Ich glaube vielmehr, dass die größte Herausforderung für SAP sein wird, ob sie im Geschäft mit Unternehmenssoftware wettbewerbsfähig bleiben können. SAP ist ein Anbieter klassischer, im Unternehmen installierter Software – und die haben sie bisher nicht für den Einsatz in der Cloud neu geschrieben. Bei unserer Unternehmenssoftware hat das acht oder neun Jahre gedauert. Wenn SAP heute startet, sind sie vielleicht im Jahr 2022 fertig – das ist ein enormer Wettbewerbsnachteil.

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