WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Microsoft Nächster Übernahmekandidat: Research in Motion

Seite 2/3

Alle Wege führen nach Redmond

Apple hat keine Furcht, Google Maps aus dem iPhone zu verbannen und einen eigenen Kartendienst aufzubauen. Quelle: dapd

In der Tat haben Hewlett Packard, IBM, Oracle, Cisco und Microsoft in der Vergangenheit öfter die Fühler nach Waterloo ausgestreckt. Doch bei HP knirscht es selber im Gebälk. IBM ist mit seinem Software-und Servicegeschäft sehr glücklich. Oracle-Chef Larry Ellison ist über die von Sun Microsystems zugekaufte Hardware-Sparte desillusioniert. Aber der charismatische Branchen-Vordenker ist immer für Überraschungen gut. Cisco-Chef John Chambers hat sich ebenfalls mit Computerhardware die Finger verbrannt und kürzlich einen eigenen Tablet-Computer beerdigt. Da Google bereits bei Motorola zugeschlagen hat, Samsung nicht für große Übernahmen bekannt ist und die Sicherheitsbehörden bei einem Verkauf an den chinesischen Aufsteiger Huawei ihr Veto einlegen würden, führen alle verbleibendenden Wege nach Redmond.

In der Tat hat Microsoft-Chef Steve Ballmer die historische Chance, sich ganz groß ins Mobilfunkgeschäft einzukaufen. Nicht nur, dass er die Konsumentenmarke Nokia billig erwerben könnte, mit RIM hätte er vor allem einen bei Unternehmen und Regierungen sehr bekannten Namen. Vereint, würden die beiden laut Gartner sogar knapp Samsung als Handy-Weltmarktführer überflügeln. Samsung hatte im ersten Quartal 20,7 Prozent Weltmarktanteil, Nokia immer noch 19,8 Prozent und RIM etwa 2,4 Prozent.

Die Windows 8 Software für Smartphones ist fertig. Sie könnte sowohl mittels Nokia als auch RIM im Markt etabliert werden. Bei Hardware sind beide stark. Noch, denn die Kürzungen im Forschungsbereich werden auch dort Spuren hinterlassen.

Spekulationen über Smartphone-Allianz mit Facebook

Die interessanteste Variante, die seit kurzem die Runde im Silicon Valley macht, ist ein Bündnis aus Microsoft und Facebook im Mobilfunkgeschäft. Das soziale Netzwerk laboriert selber an einem eigenen Smartphone herum. Gründer Zuckerberg will der Gefahr vorbeugen, dass Wettbewerber wie Google oder Apple ihre eigenen Online-Offerten auf ihren Smartphones herausstellen und so Facebook in den Hintergrund drängen oder aber für den Vertrieb der Apps zur Kasse bitten.

Apple zumindest hat keine Furcht, selbst populäre Apps wie Google Maps durch eigene Angebote zu ersetzen, wenn es strategisch wichtig ist. Google kann seine Landkarten weiterhin auf dem iPhone anbieten, aber eben nicht so stark wie bisher ins Betriebssystem integriert. Wenn Facebook via Microsoft seine Apps auf Nokia und RIM-Modellen präsentieren könnte, wäre das ein großer Vorteil.

Noch vor zwei Jahren wären Mega-Übernahmen wie RIM und Nokia viel zu teuer gewesen und vor allem von den Wettbewerbshütern nie abgesegnet worden. Doch das ist nun anders. In der Tat hat Microsoft plötzlich eine Vorliebe für Soft -und Hardware aus einer Hand entdeckt wie Ballmer mit dem kürzlich präsentierten selber entwickelten Surface-Tablet bewies.

Als ich am Donnerstag das Firmenhauptquartier in Redmond besuchte und mit Managern der Unterhaltungssparte sprach, war ich überrascht, wie stark man inzwischen mit eigener Hardware liebäugelt und es als Vorbild für den Konzern sieht. Die Xbox-Sparte hat mit ihrer Spielkonsole und mit der Gestensteuerung Kinect bewiesen, dass Microsoft mit dem Duo aus Hard-und Software erfolgreich sein kann und vor allem mit eigenen Produkten glänzen.

Sowohl Xbox als auch Kinect werden nicht an Hardware-Partner lizensiert. „Das Technologiegeschäft hat sich ohne Frage stark verändert“, philosophierte Kinect-Manager Craig Eisler. Als ich nachhakte, ob die Kombination als Leitmotiv fürs ganze Unternehmen tauge, gab sich Eisler etwas vorsichtiger. „Man muss sicherlich alle Optionen erwägen“, sicherte er sich ab.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Diesen Artikel teilen:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Benachrichtigung aktivieren
Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Themen der WirtschaftsWoche informieren? Sie erhalten 1 bis 3 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft
Erlauben Sie www.wiwo.de, Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert
Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Themen der WirtschaftsWoche auf dem Laufenden. Sie erhalten 1 bis 3 Meldungen pro Tag.
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%