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Microsoft Nächster Übernahmekandidat: Research in Motion

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Entwickler und Kunden entscheiden über Schicksal

Microsoft hat Zugriff auf Medieninhalte und auf Millionen von Windows-Entwicklern auf der ganzen Welt, die ihre Programme reif für Windows-Notebooks, Tablets und Smartphones machen könnten. Der Ball liegt nun bei Firmen-Chef Steve Ballmer. Quelle: dpa

Auf dem Papier macht der Kauf von Nokia und RIM Sinn. Trotzdem ist er ein unkalkulierbares Risiko. Nicht nur wegen der Integration der beiden Konzerne, die Microsoft lahm legen könnte. Vor allem wegen der neuen Dynamik mit Entwicklern und Kunden. Bei Smartphones muss man heute nicht nur mittels eleganter Hardware und gut abgestimmter Software punkten. Man braucht auch Zugriff auf Medien-Inhalte und vor allem ein eingespieltes Ökosystem aus externen Entwicklern, die Apps für Smartphones entwickeln.

Selbst wenn iPhone-Besitzer nur einen Bruchteil der mittlerweile über einer halben Million Apps nutzen, ist die gigantische Auswahl ein wichtiger Kaufanreiz. Je mehr iPhones oder Android-Smartphones abgesetzt werden, umso attraktiver ist die Plattform für Entwickler. Auch wenn diese es mittlerweile schwer haben, mit ihren Schöpfungen Profit zu machen.

Die Fakten zum Microsoft-Tablet
Das Surface stellt eine Zäsur in der Geschichte von Microsoft dar. Statt nur die Software zu liefern, bietet Microsoft jetzt auch gleich das Gerät mit an. Das tat Microsoft bisher nur in Ausnahmefällen wie Eingabegeräten und der Spielekonsole Xbox. Doch was kann das Tablet? Die Fakten im Überblick. Quelle: Reuters
Grundsätzlich kommt das 10,6 Zoll große "Surface" in zwei verschiedenen Versionen auf den Markt. Eine für Heimanwender mit ARM Prozessor und in der reinen Tablet-Version des neuen Betriebssystems Windows 8 - RT genannt. Das Modell für professionelle Nutzer ist mit 13,5 Millimeter etwas dicker (einfache Variante: 9,3 Millimeter), hat aber auch einen deutlich leistungsfähigeren i5-Prozessor von Intel und die Pro-Variante von Windows 8. Größtes Plus der Variante mit i5-Prozessor: Auch normale Windows-Software läuft auf dem Gerät. Quelle: dapd
Ein weiterer Hardware-Unterschied zwischen der RT genannten Einsteiger-Version und dem Pro-Modell sind die Anschlüsse. Das Surface RT muss mit einem USB 2.0-Anschluss und einem MicroSD-Slot auskommen, während das Surface Pro einen Anschluss mit USB 3 und einen microSDXC-Karten-Slot bietet. Einen Mini-Display-Port hat ebenfalls nur das Pro-Modell. Beide Varianten werden mit 32 oder 64 Gigabyte internem Flash-Speicher angeboten. Quelle: AFP
Eine Besonderheit gegenüber anderen Tablets, die beide Versionen des Surface haben: Der ausklappbare Ständer. Die 0,7 Millimeter dicke Metallklappe ist mit drei Scharnieren am Body befestigt und soll so laut Microsoft auch auf längere Zeit ausreichend Stabilität bieten. Quelle: AFP
Neben zwei Leistungs-Versionen gibt es auch zwei Varianten des Covers. Diese werden ähnlich wie das SmartCover bei Apples iPad magnetisch an dem Tablet befestigt. Doch die Microsoft-Cover sollen nicht nur das Display schützen, sie haben auch beide eine Tastatur integriert. Hier kommt auch der Unterschied: Das drei Millimeter dicke TouchCover (auf dem Bild in pink) hat keine fühlbaren Tasten, sondern reagiert nur auf Druck. Das TypePad (im Bild schwarz) ist mit fünf Millimetern zwar etwas dicker, hat aber im Gegensatz zum TouchCover richtige Tasten, die bis zu 1,5 Millimeter nachgeben. Quelle: dapd
Das Gehäuse beider Modelle ist aus einer Magnesium-Legierung, die Microsoft "VaporMg" nennt. Mit einem Gewicht von 676 Gramm liegt die RT-Version auf dem Niveau des iPad 3, das Pro-Modell wiegt mit 903 Gramm deutlich mehr. Allerdings soll sich das Surface Pro auch von seinen Leistungsdaten her gegen die Ultrabooks als gegen das iPad positionieren. Quelle: dapd
Zudem lässt sich das Surface Pro auch mit einem Stift bedienen. Quelle: dapd

Das Problem: Viele Nutzer haben sich an Google gewöhnt

Microsoft hat Zugriff auf Medieninhalte und – theoretisch zumindest – Zugriff auf Millionen von Windows-Entwicklern auf der ganzen Welt, die ihre Programme reif für Windows-Notebooks, Tablets und Smartphones machen könnten. Die große Unbekannte ist, wie schnell sie das tun können, ob es ihnen das Risiko wert ist und ob die Nokia und Blackberry-Fans in der Zwischenzeit zu Apple, Google und Samsung abwandern.
Bei Bing hadert Microsoft ja schon seit Jahren mit dem tragischen Schicksal, dass die eigene Suchmaschine es inzwischen mit dem großen Wettbewerber aus dem Silicon Valley durchaus aufnehmen kann, aber viele Nutzer sich einfach an Google gewöhnt habe.

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Ähnliches könnte sich im Smartphone-Geschäft wiederholen. Zwar hat die enge Kooperation mit Microsoft Nokia noch stärker in den Abgrund gezogen. Vor allem seit klar ist, dass sich die derzeitigen Windows Lumia Modelle nicht auf Windows 8 upgraden lassen. Kein Wunder also, dass Heins ein Angebot von Microsoft, eine ähnliche Allianz wie die mit Nokia zu schmieden, bislang verschmäht hat.

Allerdings ist die Schwäche von Nokia auch ein riesiges Problem für Microsoft, das Windows 8 unbedingt im Smartphone-Markt verankern muss. Der Ball liegt nun bei Ballmer.

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