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Microsoft kauft LinkedIn Microsoft übernimmt Karriere-Netzwerk

Überraschung bei LinkedIn: Der große internationale Xing-Konkurrent wird aufgekauft - und zwar vom Software-Riesen Microsoft. Die Offerte bietet pro LinkedIn-Aktie einen satten Aufpreis.

Wo der Frust im Job am größten ist
LinkedIn Quelle: REUTERS
Die Japaner sind derzeit am wenigsten zufrieden mit ihrer Anstellung. Quelle: dpa
In italienischen Betrieben herrscht bezüglich der Jobzufriedenheit die schlechteste Stimmung Quelle: dpa/dpaweb
54 Prozent der brasiliaischen Fachkräfte geben an, zufrieden mit ihrer beruflichen Position zu sein. Quelle: dpa/dpaweb
Die Deutschen sind im internationalen Vergleich relativ unzufrieden mit ihrer beruflichen Lage. Quelle: dapd
Platz 9: SpanienAuch in Spanien ist seit dem Platzen der Immobilienblase der Frust groß, seit Monaten gibt es Proteste wegen der hohen Arbeitslosigkeit. Mit 65 Prozent Zufriedenheit landet das Land trotzdem vor Deutschland auf Platz 9 - vielleicht sind ja auch die Personen, die in Arbeit sind schon damit an sich relativ glücklich. Auch Großbritannien kommt auf den gleichen Wert, jdeoch sehen die Befragten in beiden Ländern ihre Karrierechancen besonders düster: Nur 44 (Spanien) bzw. 45 Prozent (GB) machen sich derzeit Hoffnungen auf eine Verbesserung. Damit landen beide Länder am Ende der Skala in diesem Bereich. Quelle: dapd
 65 Prozent der Arbeitnehmer in Indien sind glücklich mit ihrer Anstellung. Quelle: REUTERS

Das Karriere-Netzwerk LinkedIn wird vom Software-Giganten Microsoft übernommen. Der deutlich größere Konkurrent des deutschen Anbieters Xing werde dabei insgesamt mit 26,2 Milliarden Dollar (23,2 Milliarden Euro) bewertet, teilten die Unternehmen am Montag mit. In dieser Summe sind auch die Geldreserven von LinkedIn eingerechnet. Sie lagen zum Ende des ersten Quartals bei gut drei Milliarden Dollar.

Die Transaktion soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden, heißt es von Microsoft. Das Karriere-Netzwerk solle seine Marke behalten und unter dem Dach des Microsoft-Konzerns unabhängig agieren. LinkedIn-Chef Jeff Weiner werde seinen Job behalten und direkt Microsoft-Chef Satya Nadella unterstehen.

Microsofts Offerte beläuft sich auf 196 Dollar je LinkedIn-Aktie. Das ist ein satter Aufschlag von 50 Prozent auf den Schlusskurs von 131,08 Dollar von Freitag. Im Vergleich zu Kursen im vergangenen Jahr ist es allerdings noch eine Art Schnäppchen: Die Aktie hatte zeitweise über 260 Dollar notiert.

Nutzerzahlen der bekanntesten sozialen Medien

Bei Börsenbeginn in New York schoss die LinkedIn-Aktie um 49 Prozent nach oben. Die Microsoft-Anleger zeigten sich in einer ersten Reaktion hingegen nicht überzeugt von dem Deal: Die Microsoft-Aktie fiel zum Auftakt des US-Handels um rund vier Prozent.

LinkedIn und Xing im Vergleich

LinkedIn gehört zu den Veteranen unter den Online-Diensten: Bereits 2003 ging das Netzwerk an den Start, seit dem Frühjahr 2011 ist es an der Börse notiert. Bei LinkedIn können sich Nutzer in beruflichen Profilen vorstellen, nach neuen Jobs Ausschau halten, sich mit anderen Mitgliedern vernetzen und kommunizieren.

Auch Unternehmen nutzen das Portal auch für die Suche nach Mitarbeitern: Laut dem Portal werden die Angebote für die Personalsuche von 29 der 30 Dax-Unternehmen genutzt. LinkedIn setzt seit Jahren auf Datenanalyse zur Hilfe bei der Personalsuche.

Im ersten Quartal 2016 kletterte die weltweite Nutzerzahl von 414 auf 433 Millionen. Pro Monat waren 105,5 Millionen von ihnen aktiv. Im deutschsprachigen Raum überschritt LinkedIn die Marke von acht Millionen Mitgliedern. Zum Vergleich: Der Konkurrent Xing hat in Deutschland, Österreich und der Schweiz mehr als zehn Millionen Mitglieder, er beschränkt sich aber auch weitgehend auf diese Regionen.

So erkennen Sie Fake-Profile bei LinkedIn und Co.

Mit dem Deal treibt Microsoft-Chef Nadella den Umbau des Konzerns weiter voran: Durch die Übernahme des Netzwerks könnte er versuchen, Microsofts Position in Unternehmen zu stärken. Seitdem Nadella 2014 den Stab im Konzern übernahm, gab er ihm einen neuen Kurs - weg vom traditionellen Geschäft mit Windows-Software und Office-Büroprogrammen, hin zu Abos und Online-Diensten. Mit dem Schrumpfen des klassischen PC-Markts war auch die bisherige Geldmaschine Windows weniger verlässlich geworden. „Zusammen können wird das Wachstum von LinkedIn beschleunigen, ebenso wie das von Microsoft Office 365 und Dynamics“, erklärte Nadella am Montag.

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