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Microsoft-Rekordverlust Nadellas Flucht nach vorne

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Nadellas Strategie ist riskant

Doch der lange propagierte Befreiungsschlag macht nur Sinn, wenn es genügend Smartphones und Tablets gibt, die auf Windows laufen. Microsoft hat trotz vieler Anstrengungen derzeit nur jeweils drei Prozent Weltmarktanteil bei den Nachfolgern des PCs. Mehr noch: "Rund 95 Prozent davon sind Geräte, die von Microsoft hergestellt werden", schätzt Jan Dawson. Er ist Gründer von Jackdaw Research. Den Analysten hatte es deshalb überrascht, dass Microsoft sein eigenes Smartphone-Engagement nun so rigoros zurückfahren will, kurz vor dem Start von Windows 10.

Diese Branchen sind am häufigsten von Computerkriminalität betroffen

Vor allem weil Nadella es bislang nicht geschafft hat, andere Hardware-Hersteller davon zu überzeugen, ihre Smartphones und Tablets mit Windows auszustatten. Mit Microsofts Übernahme von Nokias Mobilfunksparte und den tiefen Taschen des Konzerns gab es bislang wenigstens noch Hoffnung, dass sich der komatöse Marktanteil doch noch reanimieren ließe. Die Marktforscher von Gartner waren deshalb bislang davon ausgegangen, dass Microsoft im Jahr 2018 wieder einen Markanteil bei Smartphones von zehn Prozent erreichen würde.

Nadella riskiert den Betriebsfrieden

Dazu wird es nun nicht kommen. Die rund 6000 verbliebenen Mobilfunk-Spezialisten bei Microsoft sollen sich nur noch auf Flaggschiff-Modelle fokussieren, zu wenig für einen nennenswerten Markanteil.

Nadellas Wette auf die Ära nach dem Smartphone ist riskant. Denn es könnte auch im Internet der Dinge noch lange eine einflußreiche Schaltzentrale für viele Dienste bleiben. Apple und Google setzen drauf, unter anderem für die Hausautomatisierung. Zudem verflechten sie ihre eigenen Dienste wie Email, Unterhaltung oder Speicher immer stärker mit ihren mobilen Betriebssystemen. Genau wie früher Microsoft die beherrschende Stellung von Windows einsetzte, um seine Angebote durchzudrücken.

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Für seine Flucht in die Ära nach dem Smartphone riskiert Nadella sogar den Betriebsfrieden. Seit der gebürtige Inder im Februar 2014 den Vorsitz beim größten Softwarekonzern der Welt übernahm, hat er rund 26.000 Jobs gestrichen – etwa 20 Prozent der Belegschaft. Trotz der einschneidenden Sparmaßnahmen machte er jedoch 2,5 Milliarden Dollar für den Kauf von Minecraft locker.

Denn das populäre Spiel, dessen Nutzer mit virtuellen Bausteinen kunstvolle dreidimensionale Welten erschaffen, eignet sich hervorragend für Microsoft Hololens. Deshalb habe er es erworben, räumte Nadella jüngst ein. Mit Minecraft hat er die Kinderzimmer dieser Welt und damit die Nutzer von morgen schon mal gewonnen. Jetzt muss der Microsoft-Chef sie nur noch bei der Stange halten und überzeugen, dass die Zukunft nach dem Smartphone tatsächlich seinem Konzern gehört. Falls er nicht wieder die Reißleine zieht und die Vision korrigiert.

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