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Microsoft Ballmer schlägt seine entscheidende Schlacht

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Untergang ist eine Frage der Zeit

Opel mit neuem Anstrich
Neues Opel-LogoNeuer Eigentümer, neuer Chef und neues Logo: Bei Opel ändert sich derzeit einiges. Die Lage rund um den defizitären Autobauer ist zuletzt nicht gerade einfacher geworden, das Logo aber schon. Das neue Markenemblem ist monochrom und besteht nur noch aus dem Ring (der an einen Reifen erinnern soll) und dem Blitz (der die Energie symbolisieren soll). Der bisher genutzte Schriftzug im oberen Kreissegment ist ebenso verschwunden wie der Schattenverlauf über das gesamte Logo. Zudem ist das Logo nicht mehr dreidimensional dargestellt, sondern nur noch in 2D. Zu dem Logo gehört auch ein neues Markenmotto: Der Claim „Die Zukunft gehört allen“ soll zum einen Opels Anspruch unterstreichen, Zukunftstechnologien zu demokratisieren und zu vertretbaren Kosten anzubieten. Darüber hinaus soll es den Wandel des Autoherstellers zum vernetzten Mobilitätsdienstleister unterstreichen. Quelle: Opel
Aldi Süd
Versatel Quelle: PR
Neuer ThyssenKrupp-Schriftzug Quelle: Presse
Neues ThyssenKrupp-Logo Quelle: Presse
Neuer ThyssenKrupp-ClaimAuch der Werbespruch ist beim Patentamt zu finden. In Zukunft könnte es in Kombination mit dem Logo heißen: „engineering. tomorrow. together.“ Alles klein geschrieben, versteht sich. Foto: Deutsches Marken- und Patentamt Quelle: Presse
MerckDas Darmstädter Pharma- und Chemieunternehmen Merck hat sich ein neues Gesicht verpasst: Das bunte "M" sei inspiriert von der "bunten und formenreichen Welt unter einem Mikroskop", teilte der Konzern mit. Außerdem sei es "prägnanter und weniger kleinteilig gestaltet" als sein Vorgänger. Das neue Merck-Logo soll es künftig in zehn verschiedenen Farben geben. Quelle: Presse

Doch in dem Erfolg steckt zugleich der Keim für den Abstieg. Denn Windows läuft, wenn auch weltweit zu 90 Prozent, bisher fast ausschließlich auf traditionellen PCs und Notebooks. Auf den zukunftsträchtigen neuen IT- und Kommunikationsgeräten, den Smartphones und Tablets, hat Windows bislang nichts zu melden. Dabei hat die Nach-PC-Ära längst begonnen. Und die dominieren Apple mit seinem mobilen Betriebssystem iOS und Google mit Android.

Ändert sich daran nicht bald etwas, ist der Niedergang von Microsoft nur noch eine Frage der Zeit. Laut Zahlen des US-Marktbeobachters IDC wurden 2011 erstmals mehr Smartphones und Tablets als traditionelle PCs verkauft. Dieser Trend verstärkt sich in Zukunft weiter. Lagen beide Geräteklassen in der Gunst des Publikums 2010 noch fast gleichauf, sollen die Käufer nach IDC-Prognose im Jahr 2016 fast 1,4 Milliarden Mal nach Smartphones und Tablets greifen, drei Mal so häufig wie nach herkömmlichen PCs. Deren Absatz stagniert, ohne die neuen Märkte in China oder Indien würde er sogar sinken.

Lumia könnte Start von Windows 8 vermasseln

Die Speerspitze, mit der Microsoft-Chef Ballmer in das Reich der Zukunft vorstoßen will, bilden die zwei neuen Lumia-Smartphones von Nokia, die am Mittwoch die Blitzlichtwelt erblicken sollen. „Die Präsentation ist überaus wichtig, weil im Consumergeschäft der erste Eindruck viel zählt“, sagt der US-Branchenkenner und Analyst Patrick Moorhead, der einst die Strategie des amerikanischen Prozessorherstellers AMD bestimmte. Mit anderen Worten: Enttäuschen die Lumia-Smartphones die Beobachter, könnte das auch den Marktstart der PC- und Tablet-Variante von Windows 8 im Herbst vermasseln.

Umsatzentwicklung von Apple und Microsoft

Die Show in New York ist, zumindest was den Neuigkeitswert der Enthüllung angeht, berechtigt. Denn das neue Windows trägt zwar den gleichen Namen wie seine vielen Vorgänger, ist aber radikal anders. Es ist das erste Betriebssystem, das durchgängig sowohl für den Einsatz auf Mobilgeräten als auch auf herkömmlichen Computern konzipiert ist – und alles in der gleichen Optik. Diese Mehrzweckwaffe soll Microsoft endlich von seiner Bastion im PC-Geschäft in die Boommärkte mit Smartphones und Tablets schießen.

Moderne Oberfläche mit schwebenden Kacheln

Microsoft hat Windows 8 so konzipiert, dass alle Programme für das neue Betriebssystem nur einmal entwickelt werden müssen und dann auf der ganzen Bandbreite von Geräten funktionieren. Die Optik, die sogenannte Benutzeroberfläche, funktioniert sowohl auf winzigen Handybildschirmen als auch PC-Großmonitoren. Sie wurde grundlegend überarbeitet – weg vom gewohnten Schreibtisch mit seinen Programmsymbolen, hin zu einem von Web-Browsern beeinflussten Antlitz mit schwebenden Kacheln. Diese poppen beim Nutzer jedoch nur auf, wenn das Programm aktiv ist oder neue Nachrichten eingehen.

Durch die uniforme und Raum sparende Ästhetik soll der Nutzer zum Beispiel nicht umdenken müssen, wenn er etwa vom Notebook auf das Tablet, das Smartphone oder später auf den Fernsehschirm im Wohnzimmer wechselt. Alles wirkt klar, modern, prägnant und aufgeräumt – so wie das neue Microsoft-Logo, das Vorstandschef Ballmer dem Konzern vor zwei Wochen völlig überraschend verordnete. Einen überzeugenderen Beweis, was Windows 8 für ihn und Microsoft bedeutet, hätte er kaum erbringen können.

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