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Microsoft US-Sanktionen belasten Russland-Geschäft

Nachdem Russland die Schwarzmeer-Halbinsel Krim annektiert hatte, verhängte der Westen Wirtschaftssanktionen. Im vergangenen Jahr wurden sie noch einmal verschärft – und machen sich nun bei Microsoft bemerkbar.

Käufer von Softwareprodukten müssen ihre Rechnungen zukünftig früher oder gleich per Vorkasse begleichen. Quelle: Reuters

MoskauDie im vergangenen Jahr verschärften US-Sanktionen gegen Russland schlagen allmählich durch. Zwei offizielle Vertriebshändler des US-Konzerns Microsoft machen den Verkauf von Softwareprodukten an mehr als 200 russische Unternehmen von strengeren Auflagen abhängig, wie aus einem der Nachrichtenagentur Reuters am Montag vorliegenden Rundschreiben hervorgeht. Die russische Vertriebsorganisation Merlion schrieb an ihre Partner, dass alle unter die Sanktionen fallenden Käufe von Microsoft-Lizenzen künftig innerhalb kurzer Zeit bezahlt oder die Beträge sogar vorab überwiesen werden müssen. Die zweite Firma RRC schrieb von „folgenschweren Auflagen“ für Microsoft-Bestellungen.

In Russland ist es eigentlich normal, dass Lieferanten Wochen oder sogar Monate nach Versand von Rechnungen auf deren Begleichung warten müssen. Einige westliche Firmen sind von Anwälten darauf hingewiesen worden, dass diese Praxis gegen die Sanktionen verstoßen könnte. Hintergrund sind die seit Ende November 2017 wirksamen verschärften US-Maßnahmen gegen Russland. Diese sehen vor, dass Darlehen an unter die Sanktionen fallende russische Finanzunternehmen von 30 auf 14 Tage gekürzt werden müssen, die an russische Energieunternehmen von 90 auf 60 Tage. Wissentliche Verstöße gegen die Maßnahmen können zu empfindlichen Geldstrafen führen und mit bis zu 20 Jahren Haft bestraft werden.

Nach den Worten des Chefs der russischen Staatsbank VTB, Andrej Kostin, haben sich die westlichen Sanktionen als nicht besonders effektiv erwiesen. Im Falle des von ihm geleiteten Unternehmens führten sie bislang lediglich dazu, dass die geplante Privatisierung verschoben werde. Kostin erwartet, dass er auf der neuen US-Sanktionsliste auftauchen könnte. Die USA begründen die jüngsten Strafmaßnahmen mit der Krim-Annexion und der mutmaßlichen russischen Einflussnahme auf den US-Präsidentschaftswahlkampf.

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