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Milliardenschwere Übernahme Widerstand gegen Fusion von T-Mobile US und Sprint

Die Softbank-Tochter Sprint wie auch T-Mobile US sind in den USA für eine aggressive Preispolitik bekannt. Quelle: dpa

Nach mehreren Versuchen einigten sich T-Mobile US und Sprint auf eine Fusion. Nun droht Ungemach aus der Politik. US-Senatoren formulieren Brief an Wettbewerbsbehörden. Es gibt Bedenken wegen höherer Preise.

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Gegen die milliardenschwere Übernahme von Sprint durch die amerikanische Telekom-Tochter T-Mobile US regt sich in den USA politischer Widerstand. Mehrere demokratische Senatoren zeigten sich besorgt darüber, dass ein Zusammenschluss der Nummer vier und drei auf dem US-Markt zu höheren Preisen für die Verbraucher führen könnte. Amy Klobuchar, Elizabeth Warren und weitere Senatoren schrieben einen Brief an die Wettbewerbshüter im Justizministerium sowie an die Telekommunikationsaufsicht FCC, die beide grünes Licht für den Deal geben müssen. Auch Verbraucherschützer haben bereits vor Preisanstiegen - vor allem für Pre-Paid-Angebote - gewarnt.

"T-Mobile und Sprint sind führend beim Angebot von Mobilfunkprodukten und Dienstleistungen, die auf Geringverdiener zugeschnitten sind", heißt es in der Mitteilung, die auch vom parteipolitisch unabhängigen Senator Bernie Sanders unterzeichnet wurde. Er hatte sich 2016 um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten beworben.

Die Softbank-Tochter Sprint wie auch T-Mobile US sind in den USA für eine aggressive Preispolitik bekannt, mit denen sie den großen Platzhirschen AT&T und Verizon Konkurrenz machen. Laut dem Analysehaus S&P Global ist T-Mobile bei den Kunden am beliebtesten, die weniger als 75.000 Dollar im Jahr verdienen. Zusammenschlüsse im Telekomsektor hätten in der Vergangenheit stets die Dienstleister stärker begünstigt als die Kunden, sagt Experte Bill Menezes von Gartner.

Die Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile US will Sprint für 26 Milliarden Dollar übernehmen. Zwei Anläufe waren in der Vergangenheit gescheitert, der letzte erst im November an Unstimmigkeiten über die Machtverhältnisse, der erste 2014 an der geringen Wahrscheinlichkeit, dass die Kartellwächter den Deal durchwinken würden. Es wird erwartet, dass die Behörden auch den neuen Versuch streng prüfen. Die beiden Unternehmen haben wiederholt erklärt, dass der Deal für bessere Netze und geringere Preise sorgt und zudem neue Stellen schafft. Die Deutsche Telekom gibt am Mittwoch Einblick in ihr abgelaufenes Quartal. Es wird damit gerechnet, dass sich Telekom-Chef Timotheus Höttges dann auch zu den Fortschritten bei der US-Mobilfunkhochzeit äußert.

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