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Mobiles Bezahlsystem Google sagt Apple Pay den Kampf an

Google schließt sich mit drei amerikanischen Mobilfunkbetreibern zusammen, um einen Angriff auf Apples iPhone-Zahlungsdienst Apple Pay zu starten. Die Kooperation ist aus der Not heraus entstanden.

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Mit diesen Apps können Sie mobil bezahlen
YapitalDie QR-Code-App der Otto-Gruppe gilt ab November in 3.300 Rewe-Filialien und schon jetzt beim Schuhhändler Görtz so-wie Lieferungen von Otto, Sport Scheck, H.I.S. Jeans und anderen Anbietern. Quelle: Presse
CashCloudErmöglicht kostenlosen Geldtransfer an Freunde. Ab November verschickt das Luxemburger Startup NFC-Tags zum Zahlen an allen NFC-fähigen MasterCard- und Visa-Terminals. Quelle: Presse
mpassKunden des vom Mobilfunker Telefónica betriebenen mpass-Dienstes zahlen per NFC-Handy oder mit Funkstickern in mehr als 10.000 Geschäften mit Paypass-Terminal von Mastercard, darunter Douglas und Aral-Tankstellen. Quelle: Presse
NettoIn den rund 400 Filialen der Einzelhandelskette Netto können Kunden per QR-Code-App zahlen. Das Programm zeigt dem Nutzer auch aktuelle Angebote und Coupons an. Quelle: Presse
EdekaRund 100 Edeka-Filialen in Berlin und Hamburg akzeptieren QR-Code-Zahlungen. Auch Einkaufzettel, Lieblingsrezepte und aktuelle Wochenangebote enthält die Software. Quelle: Presse
PaycashBei 20 Filialen der Kaffeekette Cafetiero, einigen Hochschul-Mensen sowie mehreren Restaurants in Düsseldorf und Luxemburg können Kunden bereits Essen und Trinken mit der QR-Code-App von Paycash bezahlen. Quelle: Presse

Auf allen von den amerikanischen Netzwerkbetreibern AT&T, Verizon und T-Mobile vertriebenen Android-Smartphones wird zukünftig die Bezahl-App Google Wallet installiert sein. Das Berühren eines Lesegeräts mit dem Smartphone reicht dann aus, um Einkäufe in Geschäften zu bezahlen. Das Smartphone wird Brieftasche.

Der Internetkonzern Google schließt sich mit den drei amerikanischen Netzwerkbetreibern zusammen, um Apple Pay ernsthaft Konkurrenz zu machen. Über die neue Partnerschaft und ihre Folgen informierte Ariel Bardin, Chef der Payment-Sparte von Google, am Montag in einem Blogeintrag.

Der Webkonzern kauft im Gegenzug zu der Installation der Google-App Technologie und Patente von Softcard, einem Gemeinschaftsunternehmen von AT&T, Verizon und T-Mobile, auf. Softcard sollte eigentlich im Alleingang und mit einer eigenen App den aufstrebenden Markt für die Mobilfunkanbieter erschließen. Der Versuch kann damit als gescheitert angesehen werden.

Es ist eine schräge Partnerschaft: Gemocht haben sich Google und die Mobilfunker nie. Google Wallet gibt es schon seit 2011, aber die Verbreitung hielt sich in Grenzen. Denn Unterstützung gab es bisher nur von Sprint, dem kleinsten der US-Mobilfunkanbieter. Die anderen drei, Verizon, AT&T und T-Mobile setzten alles daran, ihre eigene Bezahl-App – eben durch Softcard - auf dem Markt zu bringen. Ein integriertes Sicherheitselement bei der Google-Lösung, so ihr Argument, bereite Probleme im Netzwerk. Darum wurde Google Wallet zunächst gesperrt.
Doch jetzt geht die Angst um: In nur fünf Monaten krempelte Apple mit Apple Pay den Markt für mobile Bezahlangebote komplett um. Zwei von drei Dollar, die mit Smartphones statt Kreditkarten bezahlt werden, kommen heute über den iPhone-Bezahldienst, stellte Vorstandschef Tim Cook im Januar fest: „Wir sind mehr denn je überzeugt, dass 2015 das Jahr von Apple Pay werden wird“, so Cook.

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    Den Mobilfunkern in den USA ist offenbar schlagartig klar geworden, wie nahe sie daran sind – wieder einmal – ausgebootet zu werden. Sie haben bereits die Textnachricht SMS an Unternehmen wie WhatsApp verloren. In der Internet-Telefonie dominiert Skype. Der mobile E-Commerce ist ebenfalls an ihnen vorbeigegangen und jetzt ist Apple drauf und dran, den Zahlungsmarkt ohne ihre Beteiligung zu erobern.

    Tim Cooks verführerisches Versprechen

    Da war es wohl Zeit, die Haltung zu Google zu überdenken. Und auch der Webkonzern war offen für Gespräche. Denn niemand scheint Google wirklich zu mögen, da das Unternehmen mit seinem Zahlungsservice auch Schlüsselwörter für Online-Werbung generieren will. Weder Banken noch Händler wollen freiwillig ihre Daten, und damit das gesamte Folgegeschäft, mit Google teilen. Aber Google kann mit passender Werbung zu gekauften Produkten mehr Geld verdienen als mit ein paar Cent Gebühren pro Transaktion.

    Was Apple Watch und iPhone 6 drauf haben
    Hommage von Tim Cook an Apple-Gründer Steve Jobs: Im Flint Center wurde schon vor 30 Jahren der Mac präsentiert. Hier stellte nun Cook Anfang September 2014 die neuesten Apple-Produkte vor. Quelle: Matthias Hohensee
    apple watch Quelle: Matthias Hohensee
    Bedienung der Apple Watch Quelle: Matthias Hohensee
    Smartwatch Apple Watch am Handgelenk Quelle: Matthias Hohensee
    Moto 360 und Apple Watch im Vergleich Quelle: Matthias Hohensee
    Akku der Apple Watch ist schwach auf der Brust Quelle: Matthias Hohensee
    Apple Watch Quelle: Matthias Hohensee

    Apple-Chef Tim Cook stellte bei der Präsentation von Apple Pay klar, dass keinerlei Daten oder Informationen über den Kaufvorgang in das Apple Headquarter in Cupertino landen werden. Ein klarer Schlag Richtung Google. Offenbar hat Cook viele Freunde für diesen Ansatz gefunden. Händler und Dienstleister stehen Schlange, um Apple Pay einzuführen. Da sich Apple und Google technologisch nicht wirklich unterscheiden, beide setzen auf NFC-Chips zur Datenübertragen, sind es solche Unterschiede, die schnell über Erfolg oder Misserfolg entscheiden können.

    Googles größtes Problem war aber die Blockade der Mobilfunker, die die Software nicht auf ihren Geräten sehen wollten. Das scheint jetzt rechtzeitig gelöst, um vielleicht noch einen Durchmarsch von Apple verhindern zu können. Aber sicher ist nichts: „Das ist ein wichtiger Schritt für Google“, erläutert eMarketer-Analyst Bryan Yaeger. „Doch sie sind nicht die Einzigen und der Markt wird in den USA jahrelang unübersichtlich und wettbewerbsintensiv bleiben.“

    Gadgets



    Mit im Rennen sind noch Dienste wie PayPal oder eine eigene Lösung der Handelsgiganten Walmart und Best Buy. Der Kauf der digitalen Brieftasche LoopPay vergangene Woche verwandelt bald auch Samsung-Geräten in Kreditkarten. Das südkoreanische Unternehmen ist der größte Hersteller von Android-Smartphones.

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      Details der Vereinbarung zwischen Google und den Mobilfunkern sind nicht bekannt. Der Markt fürs Bezahlen mit dem Smartphone nimmt gerade an Fahrt auf. Nach 3,5 Milliarden Dollar Umsatz durch Smartphones als Ersatz für Kreditkarten im Jahr 2014, erwartet der Marktforscher eMarketer einen Umsatz von 27,5 Milliarden Dollar in 2016 und bereits 118 Milliarden Dollar in 2018.

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