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Mobilfunk Wie Telefónica Spusu aussperren will

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Telefonieren und Surfen ist in Deutschland teuer

Mit dem Mobilfunkanbieter Drillisch schloss Telefónica etwa solch eine Vereinbarung. Mit Discount-Marken wie „Yourfone“ und „smartmobil“ sollte Drillisch die Rolle des einstigen Preisbrechers E-Plus übernehmen und so verhindern, dass die verbliebenen drei großen Mobilfunkbetreiber in Deutschland ein Oligopol mit annähernd gleichen Tarifen schaffen.

Diese Hoffnung erfüllte sich aber bisher nicht. Jüngste Statistiken zeigen: In kaum einem anderen europäischen Land kosten Telefonate und Internetdienste so viel wie in Deutschland. Für 35 Euro, ergab ein europaweiter Tarifvergleich des finnischen Marktforschers Digital Fuel Monitor, bekommen deutsche Smartphone-Nutzer lediglich ein Datenvolumen von durchschnittlich vier Gigabytes. In heftiger umkämpften Märkten wie in Frankreich gibt es für den gleichen Preis längst 50 Gigabytes, also ein zwölf Mal höheres Datenvolumen.

Mit „spusu“ könnte Deutschland diesen Rückstand möglicherweise schnell aufholen. Das meint auch das Bundeskartellamt, das Pichler unterstützt. „Wir würden den Marktzutritt eines virtuellen Netzbetreibers aus dem Ausland begrüßen“, heißt es in einem Schreiben der Bonner Wettbewerbshüter an die EU-Kommission, das der WirtschaftsWoche vorliegt. Nach Ansicht der Kartellwächter ist das Verhalten von Telefónica nicht gerechtfertigt.

Rückendeckung vom Bundeskartellamt

Für die gesamte Branche hat das weitreichende Folgen: So lange der Mobilfunker sich quer stellt, werden auch die anderen Branchengrößen Deutsche Telekom und Vodafone kaum neue Wettbewerber rein lassen. Die Bonner Wettbewerbshüter, von Anfang an Kritiker der Fusion von O2 und E-Plus, sehen ihre schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Es seien bisher „allenfalls geringfügige Anzeichen für eine nachhaltige positive wettbewerbliche Entwicklung erkennbar“, heißt es in dem Schreiben. Die Hoffnung, der durch die Fusion verursachte wettbewerbliche Schaden könne durch neue Anbieter kompensiert werden, erfüllte sich bisher nicht.
Pichler jedenfalls sieht sich ermuntert, auch juristisch gegen die Blockade von Telefónica vorzugehen. „Ich prozessiere ungern und hoffe weiter auf faire Verhandlungen, aber zur Not ziehe ich vor Gericht und kämpfe durch alle Instanzen."

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