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Mobilfunkkonzern Vodafone zahlt für Megadeal in Europa null Cent Steuern

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Legal Steuer vermeiden

Der Fiskus in Europa geht bei dem Verizon-Deal weitestgehend leer aus. Fünf Milliarden Dollar Steuern zahlt die britische Vodafone dafür in den USA - und keinen einzigen Cent in Europa. Quelle: REUTERS

„Ich kann nicht verstehen, wie jemand einen solchen Riesengewinn einstreicht, ohne einen angemessenen Teil davon an den Fiskus abzuführen“, empört sich auch die streitbare Labour-Abgeordnete Margaret Hodge, die den Rechnungsausschuss des Parlaments leitet. „Vodafone hat die Pflicht, keine aggressive Steuervermeidung zu betreiben.“ Colao sieht das natürlich völlig anders: „Wir bezahlen das richtige Ausmaß an Steuern, so wie es die Regeln in jedem einzelnen Land erfordern.“

Hodge hatte eine Debatte über die Steuermoral von US-Konzernen wie Starbucks, Apple, Google und Amazon geführt, die Gewinne nach Irland oder in die Niederlande verschieben. Auch Vodafone sah sich schon mit Boykottaufrufen und Ladenbesetzungen konfrontiert. Demonstranten blockierten die Eingänge zahlreicher Shops, hielten Schilder mit Aufschriften wie: „Wenn ihr Telefone verkaufen wollt, zahlt Steuern“. Denn trotz Milliardengewinnen gelang es Vodafone immer wieder, legal die Körperschaftsteuer zu vermeiden.

Das Ausnutzen von Steuerschlupflöchern hat bei Vodafone Tradition. Schon bei der Übernahme von Mannesmann im Jahr 2000 für rund 190 Milliarden Euro ging der Mobilfunkriese geschickt vor. Ein Jahr später, nach dem Platzen der Internet-Blase, nahm Vodafone eine Teilwertberichtigung in Höhe von 50 Milliarden Euro vor, um durch Verlustvorträge in Deutschland die Steuerzahlungen drastisch zu senken. Wenige Monate später wurde dies durch eine Änderung des Körperschaftsteuergesetzes verbaut. Nach jahrelangem Tauziehen erkannte der deutsche Fiskus 2009 schließlich 15 Milliarden Euro an.

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Vodafones Steuerexperten legten die unterschiedlichen Bilanzierungsvorschriften in Deutschland und Großbritannien so aus, dass sie die Sonderabschreibung erst einmal nur in Deutschland vornahmen, nicht aber in der Konzernbilanz bei der britischen Mutter. Dort gab es offenbar schon genug andere Schlupflöcher, um die Steuerzahlungen auf null zu kappen.

Bei der kürzlich angekündigten Übernahme von Kabel Deutschland wählt Vodafone erneut eine Schachtelkonstruktion. Zwischen der britischen Holding und dem Kabelnetzbetreiber wären dann zwölf Gesellschaften zwischengeschaltet, darunter eine in Luxemburg. Für Experten ist bislang nicht klar, welches Steuersparmodell dieser Struktur zugrunde liegt. Sie vermuten nur, Vodafone wolle auf jede mögliche Gesetzesänderung vorbereitet sein.

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