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Musk, Bezos, Gates, Bloomberg Twitter-Konten von US-Prominenten für Bitcoin-Masche gehackt

ARCHIV - 19.01.2020, USA, Cape Canaveral: Elon Musk, Konzernchef des US-Elektroautohersteller Tesla und Gründer des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX, schaut während einer Pressekonferenz nach dem Test einer Falcon 9 Rakete des Unternehmens auf ein Handy. Musk hat sein Unternehmen mit sonderbaren Tweets an der Börse unter Druck gebracht. Foto: John Raoux/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Quelle: dpa

Auf den Twitter-Konten etlicher US-Prominenter wie Tesla-Chef Elon Musk oder Microsoft-Gründer Bill Gates taucht plötzlich dubiose Werbung für Bitcoin-Deals auf. Wer dahinter steckt, ist noch unklar.

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Unbekannte Hacker haben sich Zugriff auf die Twitter-Konten von amerikanischen Prominenten wie Expräsident Barack Obama, Präsidentschaftskandidat Joe Biden und Amazon-Chef Jeff Bezos verschafft, um dubiose Bitcoin-Deals anzubieten. Twitter teilte am Mittwoch (Ortszeit) mit, dass man von einem „Sicherheitsvorfall“ wisse, der sich auf Konten des Kurznachrichtendienstes auswirke. Eine Untersuchung laufe bereits, in Kürze werde über den Stand der Dinge informiert, ergänzte das Unternehmen mit Sitz in San Francisco.

Über die Accounts der Betroffenen wurden gefälschte Tweets abgesetzt, die 2000 Dollar für 1000 Dollar versprachen, die an eine bestimmte Bitcoin-Adresse geschickt würden. Neben Obama, Biden und Unternehmer Michael Bloomberg waren eine Reihe von Tech-Milliardären wie Bezos, Microsoft-Mitgründer Bill Gates und Tesla-Chef Elon Musk betroffen. Auch Stars wie Kanye West und seine Frau Kim Kardashian West wurden gehackt. Die Bundespolizei FBI gab an, über die Sicherheitslücke bei Twitter informiert zu sein, lehnte einen weiteren Kommentar jedoch ab.

Es gibt keine Belege, dass die Inhaber dieser Konten selbst ins Visier geraten sind. Vielmehr sollten deren Follower dazu verleitet werden, Geld an die anonyme Bitcoin-Adresse zu schicken. Bidens Wahlkampfteam teilte etwa mit, dass die zuständige Twitter-Abteilung „den Account binnen weniger Minuten nach dem Leck gesperrt und den damit verbundenen Tweet beseitigt“ hätten. Obamas Büro äußerte sich zunächst nicht.

Tatsächlich wurden sämtliche Fake-Tweets rasch gelöscht, doch konnte die Nachrichtenagentur AP noch Screenshots von etlichen Nachrichten machen. Gates bestätigte, dass der dubiose Tweet nicht von ihm stamme. Es handele sich offenbar um einen Teil eines größeren Problems, mit dem Twitter konfrontiert sei, teilte ein Sprecher des Milliardärs mit. Gates, Bezos und Musk gehören zu den zehn reichsten Menschen der Welt. Gemeinsam kommen die drei Männer auf ein Vermögen von 362 Milliarden Dollar, wie aus Berechnungen des „Forbes“-Magazins hervorgeht. Sie haben viele Millionen Follower auf Twitter.

Der Bitcoin-Account, der unter den Fake-Tweets genannt wurde, schien am Mittwoch erstellt worden zu sein. Bis Ende des Tages waren darauf 12,9 Bitcoins eingegangen, was derzeit etwas mehr als 114.000 US-Dollar (99.900 Euro) entspricht. Im Laufe des Tages war etwa die Hälfte der Summe in Bitcoin abgezogen worden.

Das Unternehmen warnte, dass viele der täglich 166 Millionen Nutzer möglicherweise nicht in der Lage sein würden, zu twittern oder ihre Passwörter zurückzusetzen, während Twitter an dem Problem arbeite. Der Hack könnte auch eine Demonstration der schwachen Sicherheitskontrollen sein. Im Wahlkampf wird der Dienst voraussichtlich eine einflussreiche Rolle spielen. Der Aktienkurs brach nach Bekanntwerden des Sicherheitsproblems um drei Prozent ein.

Unter den betroffenen Politikern sind auffallend viele Demokraten oder andere Persönlichkeiten, die dem liberalen Spektrum zugerechnet werden. Dies legt Vergleiche mit dem Präsidentschaftswahlkampf 2016 nahe. Damals kamen US-Geheimdienste zu dem Schluss, dass Russland in koordinierte Einmischungsversuche in die Wahl durch Beeinflussung von sozialen Medien sowie Hackerangriffen verwickelt gewesen sei. Dazu zählte auch das Hacken von Wahlkampfkampagnen und großen Parteiorganisationen.

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