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Nach Missbrauchsvorwürfen Weinstein-Studio wird doch verkauft

Die Unternehmerin Maria Contreras-Sweet kauft mit Investoren das Filmstudio. Von dem Deal profitieren auch Weinsteins Opfer.

Weinstein: Filmstudio wird doch verkauft Quelle: AP

Los Angeles Das vom gestürzten Hollywood-Mogul Harvey Weinstein gegründete Filmstudio wird laut Medienberichten nun doch verkauft. Eine Gruppe von Investoren um die Unternehmerin Maria Contreras-Sweet habe sich am Donnerstag mit der Weinstein Company auf eine Übernahme geeinigt, berichteten „New York Times“ und „Hollywood Reporter“ unter Berufung auf Mitteilungen beider Vertragspartner. „Dieser nächste Schritt ist der bestmögliche Weg, die Opfer zu unterstützen und die Mitarbeiter zu schützen“, teilte Contreras-Sweet demzufolge mit.

Die Investorengruppe um sie führt bereits seit vergangenem Herbst Gespräche über eine mögliche Übernahme. Nach einer neuen Klage des US-Bundesstaats New York gegen Weinstein und die Firma hatten sie jedoch zuletzt mitgeteilt, sich aus den Gesprächen zurückzuziehen. Staatsanwalt Eric Schneiderman hatte die Klage erhoben, weil er Gründe zu der Annahme sah, dass ein Verkauf der Firma Weinsteins Opfer ohne ausreichende Entschädigung zurücklassen würde. Daraufhin hatte das Studio angekündigt, Insolvenz zu beantragen.

Dem nun erreichten Deal habe jetzt auch Schneiderman zugestimmt, berichteten beide Medien. Die Übereinkunft sei nach einem Treffen der beiden Parteien mit Schneiderman in dessen Büro zustande gekommen.

Contreras-Sweet teilte den Berichten zufolge mit, dass sie und ihre Mit-Investoren aus der Weinstein Company ein neues Filmstudio formen wollen, das mehrheitlich von Frauen geleitet wird. Es sei ihnen immer darauf angekommen, „ein Filmstudio aufzubauen, dessen Vorstand aus einer Mehrheit von unabhängigen Frauen besteht“, schrieb sie.

Wie die „New York Times“ weiter berichtete, sollen mit dem Deal bis zu 90 Millionen Dollar in einen Entschädigungs-Fonds für Harvey Weinsteins Opfer fließen. Er und sein Bruder Bob sollen demnach, obwohl ihnen gemeinsam rund 42 Prozent der Firma gehören, kein Geld erhalten.

Zahlreiche namhafte Schauspielerinnen werfen Weinstein sexuelle Übergriffe vor. Er war im Oktober von seinem Studio entlassen worden. Er hat in der Vergangenheit Fehlverhalten eingeräumt, aber Vorwürfe von nicht-einvernehmlichem Sex wiederholt zurückgewiesen. Die Weinstein-Enthüllungen hatten die #MeToo-Debatte ausgelöst - eine weltweite Bewegung, bei der Hunderttausende Betroffene über eigene Erfahrungen berichten und Missbrauchsvorwürfe öffentlich machen.

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