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Nach Radikalumbau Philips mit Wellness-Strategie auf der Jagd nach Samsung

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Deutschland-Chefin Kriwet soll für Wachstum sorgen

Kursverlauf der Philips-Aktie

Die Wende ist nicht zuletzt das Werk van Houtens, der zwar unscheinbar auftritt, Philips aber in bald drei Jahren gründlich verändert hat. Sein Programm Accelerate! (zu Deutsch: Beschleunige!) hat nicht nur die Kosten bereits um gut eine der geplanten 1,5 Milliarden Euro gedrückt und 9000 Jobs getilgt. Es steuert den Konzern gleichzeitig auch in eine neue Richtung.

„Wir wollen das Leben von drei Milliarden Menschen verbessern“, fabuliert der Mann, der mit Vornamen eigentlich François heißt und einen in den Niederlanden häufigen lateinischen zweiten Vornamen trägt, in seinem Fall Adrianus.

Der hochtrabende Anspruch zielt auf die Eitelkeit der weltweit wachsenden Mittelschicht. Van Houten bringt ungewöhnliche und teilweise skurrile High-Tech-Geräte auf den Markt, die das Wohlgefühl der Konsumenten steigern, indem sie zum Beispiel die Gesichtshaut auffrischen oder Zahnerkrankungen vorbeugen. „Wir wollen das führende Unternehmen für Gesundheit und Wohlbefinden werden“, gibt der Manager der Belegschaft vor: „Unsere wichtigste Frage ist, wo gibt es Bedürfnisse, die sonst keiner erfüllt“.

Um im prosperierenden Deutschland erfolgreich die Wellnesswelle zu reiten, hat van Houten eine neue Landeschefin installiert: die Tochter von Heinz Kriwet, dem früheren Aufsichtsratschef des Bochumer Stahlkonzerns Thyssen, der 1999 mit dem Essener Wettbewerber Krupp verschmolz. Die 43-jährige Essenerin stieß nach ihrer Zeit bei der Unternehmensberatung Boston Consulting über den Münchner Gasehersteller Linde und den Lübecker Medizin- und Sicherheitstechniker Drägerwerk im April 2013 zu Philips.

Kriwets Mission ist anspruchsvoll. Sie soll Deutschland auf van Houtens Geheiß zum „größten Anbieter von Systemen für Beleuchtung und zum bevorzugten Technologielieferanten der großen Kliniken“ machen. Das heißt, sie muss dem hiesigen Platzhirsch in der Medizintechnik, dem Siemens-Konzern, sowie finanzstarken Angreifern wie dem US-Mischkonzern General Electric (GE) oder dem koreanischen Elektronikriesen Samsung Paroli bieten. Dazu soll sie in den kommenden Jahren für sieben Prozent Wachstum sorgen – gegenüber geplanten rund fünf Prozent im gesamten Philips-Konzern.

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