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Nachrichtenagentur Thomson Reuters will zukaufen und Mitarbeiter entlassen

Thomson Reuters will trotz hoher Preise zwei Milliarden US-Dollar in Zukäufe investieren. Gleichzeitig plant der Konzern einen Stellenabbau.

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Der Konzern legte 2018 um vier Prozent auf 5,5 Milliarden Dollar zu. Quelle: Reuters

Toronto Der Daten- und Nachrichtenanbieter Thomson Reuters blickt nach einem Jahresendspurt mit Optimismus auf 2019. Vorstandschef Jim Smith schaut sich nach wie vor nach Zukäufen um, ist aber wegen der hohen Preise vorsichtig, wie er am Dienstag erklärte. „Es gibt da draußen Möglichkeiten, aber ich glaube, die Bewertungen sind für jeden eine Herausforderung.“

Akquisitionen müssten nicht nur strategisch passen, sondern auch finanziell Sinn ergeben. Mit einigen Unternehmen komme man ins Gespräch. Für die Einkaufstour hat Thomson Reuters zwei Milliarden Dollar zur Seite gelegt. Das Geld stammt aus dem Verkauf der Finanzmarkt-Sparte an den Investor Blackstone, der Deal wurde im Oktober abgeschlossen.

Blackstone hält an dem abgespaltenen neuen Unternehmen (Refinitiv) 55 Prozent, Thomson Reuters die restlichen 45 Prozent. Der kanadisch-britische Konzern will nun seine verbliebenen Sparten stärken juristische Informationen (Legal), Angebote zu Steuern und Rechnungswesen (Tax & Accounting) und die Nachrichtenagentur Reuters. Parallel dazu läuft konzernweit ein großangelegter Stellenabbau, um den Konzern agiler und schlagkräftiger zu machen.

Vor allem in der Sparte Tax & Accounting florierten die Geschäfte im Schlussquartal. Nach den Worten von Smith führte die US-Steuerreform dazu, dass die Kunden mehr Produkte nachfragten. Bei der Nachrichtenagentur Reuters wurde der Umsatz wegen eines Sondereffekts mehr als verdoppelt: Hier spiegelte sich erstmals der Langfrist-Vertrag mit Refinitiv wider das ausgegliederte Unternehmen bezieht in den nächsten 30 Jahren Reuters-Nachrichten, zahlt dafür und wird damit zu einer verlässlichen Einnahmequelle.

Konzernweit legte der Umsatz 2018 um vier Prozent zu auf 5,5 Milliarden Dollar. Bereinigt um Effekte des Blackstone-Deals lag das Plus bei 2,5 Prozent. Für 2019 stellte Smith ein organisches Wachstum um drei bis 3,5 Prozent in Aussicht. Der Gewinn soll auf bereinigter Basis bei 1,4 bis 1,5 Milliarden Dollar liegen, nach 1,4 Milliarden im abgelaufenen Jahr. Hier drückte zuletzt der Umbau auf die Zahlen.

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