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NeobankNiederländisches Fintech Bunq strebt in die USA

Die ganze Welt zittert vor der nächsten Bankenkrise nachdem die Silicon Valley Bank pleite gegangen ist und die UBS die Credit Suisse übernommen hat. Eine niederländische Neobank lässt sich davon nicht unterkriegen und will in die USA expandieren.Theresa Rauffmann 04.04.2023 - 06:00 Uhr

Die niederländische Smartphonebank Bunq plant, seine Dienste auch in den USA anzubieten.

Foto: REUTERS

Bunq, eine niederländische Neobank, hat einen Antrag auf eine US-Banklizenz gestellt. Das Unternehmen möchte in alle 50 Bundesstaaten der USA expandieren und hofft, eine „Community von fast fünf Millionen digitalen Nomaden in den USA“ erreichen zu können, wie es in einer Mitteilung des Unternehmens heißt, die der WirtschaftsWoche vorab vorlag. Das Unternehmen rechnet damit, die US-Bankenlizenz innerhalb der kommenden sechs Monate zu erhalten. Nach Beantragung der Banklizenz in den Niederlanden dauert die Erteilung der Lizenz für Europa ein Jahr.

Der Zeitpunkt für die Expansion scheint ungewöhnlich: Ende Februar ging die amerikanische Silicon Valley Bank pleite, eine beliebte Bank bei Tech-Gründern und Investorinnen. Auch deutsche Start-ups zitterten nach der Pleite, einige von ihnen hatten ihr Geld beim britischen Ableger der Silicon Valley Bank geparkt. Seit die Schweizer Großbank UBS kurz darauf die Credit Suisse übernommen hat, geistert die Angst vor einer Bankenkrise durch die Finanzwelt.

Bunq ist nicht die erste europäische Neobank, die den Schritt in die USA wagt. Bereits 2019 war die deutsche Neobank N26 eine Kooperation mit der US-Bank Axos eingegangen, um ins US-Geschäft zu starten. Doch die US-amerikanische Konkurrenz war scheinbar zu groß: Ende 2021 gab N26 bekannt, sich aus dem US-Geschäft zurückzuziehen. Ab Januar 2022 war für die US-amerikanischen Kunden das Angebot dann nicht mehr verfügbar.

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N26 hatte laut Unternehmensangaben zwischenzeitlich mehr als 500.000 Kunden in den USA. „Aber wir wissen, dass wir deutlich mehr Ressourcen und Kapazitäten unserer zentralen Teams investieren müssten, um unsere ehrgeizigen Ziele für den Markt zu erreichen“, hieß es damals in einer Mitteilung von N26-„Chief Growth Officer“ Alex Weber.

Bunq allerdings kann es „kaum erwarten, unseren nutzerfokussierten Ansatz in die USA zu bringen“, sagt Bunq-CEO Ali Niknam. Er wolle einer neuen „Community von mobilen und ortsunabhängig lebenden Menschen die Möglichkeit“ geben, „mühelos unterwegs ein vollwertiges Banking zu nutzen“.

Das Start-up wurde 2012 von Niknam gegründet, sein Ziel: Die „Bank of The Free“ zu schaffen. Seit 2015 ist die Banking-App online, seit 2019 bietet das Fintech seine Dienste in allen Märkten der EU, außerdem in Norwegen und in Island, an. 2021 wurde Bunq durch die Investition von Pollen Street Capital mit einer Bewertung von 1,6 Milliarden Euro zum Einhorn.

Das letzte Quartal 2022 schloss Bunq mit einem Gewinn vor Steuern in Höhe von 2,3 Millionen Euro ab. 2023 will das Unternehmen profitabel werden. Im Mai vergangenen Jahres übernahm Bunq das belgische Digital-Start-up Tricount, eine App, die hilft, Ausgaben etwa in Freundesgruppen zu verwalten und aufzuteilen. Damit bekam Bunq einen Zugriff auf 5,4 Millionen zusätzliche Nutzer. Wie viele Nutzer Bunq an sich hat, darüber schweigt sich das Unternehmen aus, bezeichnet sich aber selbst als „zweitgrößte Neobank in der EU“ nach N26.

Lesen Sie auch: Steigende Zinsen und das Ende der Credit Suisse haben das Bankensystem erschüttert. Warum die Lage angespannt bleibt – und wie Anleger auf die Krise reagieren.

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