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Neue Produkte vorgestelltApples lukrativer Trick mit Kabeln und Adaptern

Der IT-Konzern verzichtet bei seinen Geräten reihenweise auf bisher mitgelieferte Kabel und Netzteile, verkauft diese lieber als Zubehör. So winkt dem Konzern ein neues Milliardengeschäft.KOMMENTAR von Thomas Stölzel 16.09.2020 - 17:07 Uhr

Apple-Chef Tim Cook hat offenbar eine neue Umsatzquelle entdeckt: Kabel und Adapter.

Foto: AP

In der Keynote am Dienstag hat Apple die schlechte Nachricht als Geste für die Umwelt verpackt. Der Konzern liefere zur Apple Watch kein USB-Netzteil mehr mit: aus Umweltgründen, da Kunden bereits so viele davon zuhause besäßen. Tatsächlich aber dürfte es sich vielmehr um eine Strategie des Konzerns zum Geldverdienen handeln. Denn es ist nicht das erste Mal, dass Apple seinen Kunden notwendige Technik vorenthält, um damit Zusatzumsätze zu generieren.

So hat der kalifornische Konzern vor einer Weile bereits das Netzkabel beim MacBook Air und beim MacBook Pro gestrichen. Gab es das vor einer Weile noch zum Laptop dazu, muss der Kunde dieses nun gesondert kaufen: für immerhin fast 25 Euro. Besonders pikant ist an diesem Fall, dass das Netzkabel die einzige Möglichkeit darstellt, das Gehäuse eines MacBooks auch zu erden. Wer es nur mit dem jetzt mitgelieferten billigen Netzteilstecker lädt, verspürt in den meisten Fällen das unangenehme Gefühl, dass das Gehäuse leicht unter Strom steht, wenn er mit der Hand darüber streicht.

Gerüchten zufolge will Apple auch beim heiß ersehnten nächsten iPhone wie bei der Apple Watch auf ein USB-Netzteil verzichten. Ein solcher Schritt würde nicht nur die Marge des verkauften Geräts erhöhen. Der Konzern nimmt sogar noch durch den Verkauf als Zubehör zusätzliches Geld ein. Würde nur die Hälfte der reichlich 200 Millionen iPhone- und Apple-Watch-Käufer einen solchen Adapter kaufen, wären dies immerhin mehr als 2,5 Milliarden Dollar Umsatz zusätzlich. Wie viel Apple so tatsächlich verdient, verrät Konzern selbstverständlich nicht.

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von Nele Husmann, Thomas Stölzel und Matthias Hohensee

Ähnlich lukrativ dürfte auch die Einführung des neuen USB-C-Standards bei vielen Apple Geräten für den Konzern ausfallen. Neben den MacBooks besitzt nun auch das neue iPad Air nur noch solche Anschlüsse. Apples Lightning-Kabel, das der Konzern erst vor acht Jahren eingeführt hatte, ist damit reif für die Tonne. Wer trotzdem andere Anschlüsse an den Geräten einsetzen will, braucht Adapter, die Apple inzwischen im Dutzend im Angebot hat und die ebenfalls extra kosten. Einige böse Stimmen bezeichnen den Konzern deshalb schon als Kabel- und Adapterverkäufer, der nebenbei auch noch Computer und Handys herstellt.

Mehr zum Thema: Der Aufstand des Videospielproduzenten Epic Games gegen Apple könnte das Fanal einer Revolution im Plattformkapitalismus sein: App-Hersteller wehren sich gegen Quasimonopole.

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