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Neue Rundfunkbehörde Israel schafft Staatsfernsehen ab

Neuanfang in Jerusalem: Israel schafft die unbeliebte Rundfunkgebühr ab – und die zuständige Behörde gleich mit. An die Stelle soll eine neue Einrichtung treten. Sie muss mit einem Bruchteil der Mitarbeiter auskommen.

Israel drückt den roten Knopf: Der Staatsrundfunk steht vor dem Aus. Quelle: dpa

DüsseldorfIsrael schließt die staatliche Rundfunkbehörde Israel Broadcasting Authority (IBA). Auch die umstrittene Rundfunkgebühr von umgerechnet rund 100 Dollar im Jahr, die jeder Haushalt zahlen muss, wird zum 31. März 2015 gestrichen. Diese „gute Nachricht“, wie die israelische Zeitung „Ha'aretz“ schreibt, verkündeten der Kommunikationsminister Gilad Erdan und Finanzminister Yair Lapid auf einer gemeinsamen Pressekonferenz.

Damit folgten die beiden Minister der Empfehlung einer Arbeitsgruppe, die sich mit der Zukunft der IBA beschäftigt hatte. Statt der alten Behörde solle ein neues öffentlich-rechtliches Rundfunksystem entstehen, das „ausschließlich nach professionellen Kriterien“ funktioniere. Finanziert werden soll der neue Rundfunk mit einer Kombination aus Werbeerlösen und bestehenden Radio-Lizenzgebühren, die als Teil der Kfz-Steuer eingezogen werden. Zudem soll die neue Einrichtung Zuschüsse direkt aus der Staatskasse erhalten – in Höhe von 200 Millionen Shekel pro Jahr, umgerechnet 57,4 Millionen Dollar.

An dem Neuanfang dürfen allerdings nur 600 der derzeit 1.600 IBA-Mitarbeiter mitwirken. Die Abfindungen in einer Gesamthöhe von mehr als 200 Millionen Dollar sollen durch den Verkauf der IBA-Gebäude gegenfinanziert werden. Für die neuen Sender müssen folgerichtig auch neue Gebäude entstehen, die an die kleinere Anzahl von Angestellten angepasst sind.

„Israel braucht einen hochqualitativen öffentlichen Rundfunk mit Innovationen und Unabhängigkeit“, sagte Erdan. „Ein Rundfunk, der jeden beinhaltet und Antworten auf die Fehler der kommerziellen Sender liefert, die von nur von Einschaltquoten motiviert sind.“ Neben den acht bestehenden Radioprogrammen soll die neue Organisation ein TV-Programm auf Hebräisch, ein Kinderprogramm und einen arabischen Kanal betreiben. Eine übergeordnete Nachrichten-Abteilung soll für TV, Radio und Internet arbeiten.

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