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Neue Standorte Amazon baut neue Zentralen in New York City und Virginia

Amazon baut neue Zentralen in New York City und Virginia Quelle: REUTERS

Statt eines neuen Standorts will Amazon einem Bericht zufolge gleich zwei neue Konzernzentralen in den USA bauen. Demnach fällt die Wahl auf den Big Apple und die Stadt Arlington nahe der US-Hauptstadt.

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Der Online-Händler Amazon hat sich laut dem „Wall Street Journal“ entschieden, in den USA zwei weitere Konzernzentralen zu bauen. Möglicherweise werde Konzern noch am Dienstag bekanntgeben, sich auch in New York City und Arlington in Virginia niederzulassen, berichtete das Blatt unter Berufung auf mit der Entscheidung vertraute Personen.

Vor rund einem Jahr hatte Amazon erklärt, den Aufbau einer zweiten Firmenzentrale in Nordamerika für bis zu 50.000 Mitarbeiter zu planen. Das Vorhaben soll rund fünf Milliarden Dollar kosten. Vor wenigen Tagen hatte es dann aus dem Umfeld von mit den Planungen vertrauten Personen geheißen, die neuen Arbeitsplätze sollten auf zwei Städte aufgeteilt werden. Hintergrund sei das Problem, genug qualifizierte Mitarbeiter im Technologie-Sektor zu finden.

Insgesamt gab es 238 Bewerber für den neuen Standort. Die Städte und Bundesstaaten hatten für sich unter anderem mit milliardenschweren Steuernachlässen und anderen Annehmlichkeiten geworben. Amazon hatte bereits Steuernachlässe, das Angebot an Bauland und Umsiedlungshilfen als Kriterien genannt. Am neuen Sitz müsse es zudem einen internationalen Flughafen, öffentlichen Nahverkehr und gute Bildungseinrichtungen geben.

Grund für die zwei weiteren Zentralen ist dem Bericht zufolge vor allem das Problem, ausreichend qualifiziertes Technik-Personal zu finden. Zudem gebe es Bedenken, dass die geplante Expansion, die mit starkem Zuzug von Arbeitskräften verbunden sein dürfte, einen einzelnen Standort und dessen Infrastruktur überfordern könnte. Amazon hatte im September 2017 angekündigt, neben dem bisherigen Hauptsitz in Seattle (US-Bundesstaat Washington) eine zweite Zentrale in Nordamerika aufzumachen.

Beim weltgrößten Internethändler, der zuletzt insgesamt rund 613.300 Angestellte beschäftigte, gingen daraufhin 238 Bewerbungen ein. Darunter waren einige ausgesprochen kreative Kampagnen - aus Tucson in Arizona erhielt Amazon-Chef Jeff Bezos einen riesigen Kaktus, New York ließ das Empire State Building in „Amazon Orange“ erstrahlen und Atlantas Vorort Stonecrest bot an, einen Teil der Stadt in „City of Amazon“ umzubenennen. Im Januar stellte der Konzern dann die 20 aussichtsreichsten Kandidaten vor, darunter waren etwa die Metropolen New York City, Chicago, Los Angeles und Toronto.

Laut US-Medien ist das Auswahlverfahren inzwischen weit fortgeschritten. Die „New York Times“ berichtete unter Berufung auf eingeweihte Quellen, dass Amazon kurz davor stehe, zwei Standorten den Zuschlag zu geben. Dabei handele es sich um Crystal City im Norden des Bundesstaates Virginia, das mit einer günstigen Lage nahe der US-Hauptstadt Washington DC punkte, sowie Long Island City im New Yorker Bezirk Queens. Dem „Wall Street Journal“ nach darf sich auch das texanische Dallas noch Hoffnung machen.

Amazon verspricht neben vielen Jobs auch hohe Investitionen. Im Gegenzug winken dem Konzern massive Steuernachlässe der Standorte, die sich bewerben. Während sich Politiker gerne mit großem öffentlichem Rummel als Jobbeschaffer feiern lassen, sehen Experten die Praxis skeptischer. Häufig werden Investitionen und Arbeitsplätze durch Steuergelder teuer erkauft, zudem erfüllen sich die Versprechen längst nicht immer. Ein Aktionsbündnis, das Vertreter von 21 Bundesstaaten umfasst, appellierte deshalb bereits an Amazon-Chef Bezos, das Auswahlverfahren möglichst transparent zu gestalten.

Vorbehalte gibt es auch hinsichtlich der Stadtveränderungen, die häufig mit der Ankunft großer Konzerne einhergehen. So kann der Zuzug hoch bezahlter Tech-Arbeitskräfte die Mieten und Lebenshaltungskosten für die restliche Bevölkerung kräftig in die Höhe treiben. Dieses Phänomen ist etwa in der kalifornischen Bay Area mit der Metropole San Francisco nahe der IT-Hochburg Silicon Valley zu beobachten, aber auch an Amazons bisher einzigem Hauptsitz in Seattle und in etlichen anderen Regionen - nicht nur in den USA. Am Hauptstandort Seattle beschäftigt Amazon in 33 Gebäuden über 40.000 Mitarbeiter.

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