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Neue Telekom-Tarife Die Telekom will geräuschlos die Preise erhöhen

Die Telekom hebt die Preise für ihre Mobilfunk-Tarife an. Dafür bekommen die Kunden auch mehr. Doch die Tarifreform ist ein erster Versuchsballon, weitere Preiserhöhungen durchzusetzen.

Die Telekom hebt die Preise für ihre Mobilfunk-Tarife an. Quelle: REUTERS

Telekom-Konzerne sind eigentlich nichts anderes als geschickte Verpackungskünstler. Sie locken Neukunden mit niedrigen Einstiegspreisen an – und die erste Rechnung fällt dann doch deutlich höher aus. Echte Flatrates gibt es eigentlich nicht, Sonderleistungen kosten in der Regel extra.

Insofern ist erst einmal allergrößte Vorsicht geboten, wenn ein Konzern wie die Deutsche Telekom eine Tarifreform verkündet, die den Preis für sämtliche Mobilfunk-Flatrates auf einem Schlag um fünf Euro erhöht. Statt 29,95 Euro kostet der Einsteigertarif jetzt 34,95 Euro, also immerhin 17 Prozent mehr als bisher. Eigentlich müsste es jetzt einen Aufschrei bei den Telekom-Kunden geben. Doch die Telekom hat aus Fehlern in der Vergangenheit gelernt. Sie bietet so viele Bonbons als Gegenleistung an, dass selbst die ärgsten Kritiker den Preisaufschlag schlucken.

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Auf dem ersten Blick sieht es tatsächlich so aus, als läute die Telekom damit die für 2016 erwartete Preiswende auf dem deutschen Mobilfunkmarkt ein. Bisher galt die Formel: Mehr Leistung zum gleichen Preis. Im Jahr 2014 konnten die Telekom-Kunden für 29,95 Euro eher langsam mit einer Geschwindigkeit von maximal 16 Megabit pro Sekunde ihre mobilen Daten übertragen. 2015 gab es für die gleiche Flatrate schon den Turbo im superschnellen LTE-Netz mit bis 150 Megabit pro Sekunde.

Dieses Mal geht die Telekom anders vor: Der Ex-Monopolist will als Premium-Anbieter eine Preiserhöhung von fünf Euro im Markt durchsetzen. Er packt aber dafür aber so viel Mehrleistungen in die Flatrate, dass es für viele Kunden unter dem Strich sogar billiger wird.

Für 34,95 Euro bekommen die Neukunden nicht nur ein doppelt so hohes Datenvolumen (ein Gigabyte), sondern auch kostenlosen Zugang zu einer Million Hotspots sowie kostenloses Surfen, Telefonieren und Simsen im europäischen Ausland. Solch ein Paket kostete bisher mindestens 39,95 Euro.

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Die Telekom will möglichst geräuschlos ihre Tarife erhöhen. Dank geschickter Verpackung könnte das gelingen. Konsumenten seien zunehmend bereit, für schnellere Netze und größere Datenpakete mehr zu bezahlen, verkündeten Analysten zu Jahresbeginn lauthals – und stuften die T-Aktie hoch.

Der Zeitpunkt, solch einen Versuchsballon zu starten, ist jedenfalls ideal. Mit dem besten Mobilfunknetz und nachlassendem Wettbewerbsdruck der beiden mit sich selbst beschäftigten Konkurrenten Vodafone und Telefónica könnte der Plan von Telekom-Chef Timotheus Höttges aufgehen, nach Jahren der Flaute die Umsätze in Deutschland weiter zu steigern.

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