Neuer Campus in Cupertino Apples geheimnisvolles Raumschiff

Das Ufo ist gelandet: Mitten im Silicon Valley entsteht der neue Apple-Campus. Der Glasbau soll 13 000 Mitarbeitern Platz bieten. Arbeitet Apple hier an einem neuen Geheimprojekt?

Apple-Produkte, die leider nie entstanden
In seinem Buch "Genial Einfach" berichtet Hartmut Esslinger von seiner Zusammenarbeit mit Steve Jobs und wie dieser das Potential des Designs erkannte. Das Buch zeigt hunderte Skizzen und Bilder von den Ursprüngen der Designs. Im Folgenden eine kleine Übersicht. Hier im Bild: Der Charme von 1982 spricht aus dieser Macintosh-Studie, die aus Faserstoffplatten gebaut wurde. © Hartmut Esslinger & frog team Quelle: Presse
Diese Studie zeigt das MacBook 1, wie die Designer es sich 1982 vorstellten. Es erscheint aus heutiger Sicht als ein ziemlich dicker Brummer - im Vergleich zu anderen tragbaren Computern der Achtziger ist es aber schon ein zartes Pflänzchen. © Hartmut Esslinger & frog team Quelle: Presse
Waren Computer damals meist in einem Grau-Beige-Ton gehalten, entstand ab 1982 in der Zusammenarbeit zwischen Steve Jobs und Hartmut Esslinger das neue, moderne Farb- und Designkonzept "Snow White" (der englische Name des Märchens "Schneewittchen"). © Hartmut Esslinger & frog team Quelle: Presse
Der Entwurf des Apple IIc von 1983 erinnert noch stark an eine Schreibmaschine. Bei diesem Modell wurde erstmals das neue Weiß eingesetzt, was den Computer kompatibler für Wohnräume machen sollte. © Hartmut Esslinger & frog team Quelle: Presse
Schlanker kommt da schon dieser Entwurf des Macintosh SE von 1983/84 daher. Die Vision eines modernen Keyboards und der Maus zur Eingabe. © Hartmut Esslinger & frog team, Foto: Dietmar Henneka Quelle: Presse
Mobiltelefone waren in den 80er Jahren noch halbe Telefonzellen. Wie unpraktisch, dachte sich schon damals das Apple-Design-Team, und entwarf 1983 etwa diese frühe Version eines Klapp-Handys. © Hartmut Esslinger & frog team Quelle: Presse
Eine frühe Vision eines Tablet-Macs. Dieses Design stammt von 1982. Die Bedienung sollte über einen großen, klobigen Eingabestift funktionieren. © Hartmut Esslinger & frog team Quelle: Presse
1984: Eine Weiterentwicklung der MacBook-Idee und des Tablet-Designs. Diese MacBook-Studie hatte einen integrierten Touchscreen. © Hartmut Esslinger & frog team, Foto: Rick English Quelle: Presse
1985 macht dieser Entwurf eines "Baby Mac" schon was her. Tastatur und Maus sind farblich abgestimnmt. © Hartmut Esslinger & frog team, Foto: Victor Goico Quelle: Presse
Hartmut Esslinger: Genial Einfach – Die frühen Design-Jahre von Apple296 Seiten, 400 Abbildungen in Farbe € 29,80 [D] | ISBN 978-3-89790-408-8 | Arnoldsche Art Publishers Quelle: Presse

Wenn Apple baut, dann groß. Ein Gebäude, das sie selbst „Spaceship“ nennen, mit 260 000 Quadratmetern Platz und einem Außenumfang von 1,6 Kilometern. Man könnte auch an einen gläsernen Riesen-Donut denken, das Loch in der Mitte wird der grüne Innenhof. Durch die großen Glasflächen sollen die Mitarbeiter sich eins fühlen können mit der Natur.

In den Untergrund wird ein versunkenes Auditorium gebaut mit Platz für 1000 Menschen, hier werden künftig die neuen Apple-Produkte vorgestellt. Das ganze Gebäude schwebt praktisch unterirdisch - man nennt das seismische Isolation -, was im Fall eines Erdbebens Menschenleben retten soll. Es baut der britische Star-Architekt Norman Foster, der schon das Londoner Wembley-Stadion und den Berliner Reichstag neu gestaltet hat.

Die Kosten sind explodiert: von geplanten knapp 3 Milliarden Dollar auf schätzungsweise fünf Milliarden, die genaue Summe verrät Apple nicht. Der neue Campus wächst unterdessen unübersehbar. Immer wieder tauchen Drohnen-Videos von dem Gelände im Netz auf. Zuletzt durfte TV-Veteran Charlie Rose die Baustelle ganz offziell für die CBS-Sendung „60 Minutes“ mit Apple-Designchef Jony Ive besichtigen. Ende 2016 soll „AC2“ (Apple Campus 2) eröffnet werden. Die bisherige Firmenzentrale mit der legendären Straßenadresse „1 Infinite Loop“ mit aktuell 25.000 Mitarbeitern wird Apple weiter behalten.

Asus stellt ZenWatch 2 vor
ZenWatch 2Asus hat die nächste Generation der ZenWatch vorgestellt. Die Uhr funktioniert mit dem Android-Wear-Betriebssystem, Asus hat wie beim Vorgängermodell aber auch einige eigene Funktionen wie eine Fitness-App eingebaut. Über eine bessere Remote-Camera-Verbindung soll das Sucherbild der Smartphone-Kamera auf der Smartwatch dargestellt werden. Die Smartwatch besteht aus Edelstahl und kommt in verschiedenen Farb- und Armbandvarianten auf den Markt, die laut Asus individuell zu 18 verschiedenen Varianten kombiniert werden können. Neben klassischem Leder- oder Gummiarmband ist auch ein Armband mit geprägtem Diamantenmuster und Swarovski-Steinen zu haben. Um auch an kleinere Handgelenke zu passen, gibt es die ZenWatch 2 in zwei Größen: 49 mal 41 Millimeter und 45 mal 37 Millimeter. Wann sie in den Handel kommt und was sie kosten soll, wurde noch nicht verraten. Quelle: REUTERS
Apple WatchApple hat den Start seines ersten völlig neuen Geräts seit fünf Jahren ungewöhnlich still eingeleitet. Nur in wenigen Luxusgeschäften sind seit Ende April die Uhren zu haben. Die Apple Watch gibt es in drei Varianten: Sportler-, Standard- und Luxusmodell. Damit sie an kleinen Handgelenken nicht klotzig wirkt, ist die Apple Watch in zwei Größen erhältlich: 38 und 42 Millimeter. In einem ersten Test hat unser Redakteur Thorsten Firlus die Apple Watch unter die Lupe genommen. Quelle: AP
Vector Luna und Meridian Quelle: Screenshot
Withings Activité PopWer mit bunten Armbändern und klobigen Smartwatches nichts anfangen kann, sollte einen Blick auf die Withings Activité werfen. Es handelt sich um eine analoge Uhr in schlichtem, elegantem Design, in die auch ein Fitnesstracker eingebaut ist. Die Edel-Variante der Schweizer Uhr mit Lederarmband und Saphirglas schlägt mit fast 400 Euro zu Buche - für schmalere Geldbeutel hat Withings nun eine erschwinglichere Variante präsentiert. Die Variante Pop ist mit Kunststoffarmband und Mineralglasabdeckung etwas einfacher gehalten. Sie kommt in drei Farben daher und kostet 149,95 Euro. Neben der Zeitanzeige läuft in der rechten Ecke eine Prozentanzeige ab, die nachhält wie viel des selbstgesteckten Aktivitätsziels man bereits erreicht hat. Die Uhr ist über die Health-Mate-App via Bluetooth mit dem iPhone verbunden und kann Lauf- und Schwimmbewegungen erfassen. Eine Android-Variante ist laut Hersteller derzeit noch in Arbeit. Quelle: obs
Jabra Sport Pulse WirelessWarum noch ein weiteres Wearable mit sich herumtragen, wenn man beim Joggen gern Musik hört? Das dachte sich wohl der Headset-Spezialist Jabra und bringt nun In-Ear-Kopfhörer samt Mikrofon heraus, die den Puls messen können. Der sportliche Begleiter misst per Infrarottechnologie die Herzfrequenz und sendet die Daten an eine Smartphone-App. Das funktioniert über Bluetooth oder NFC sowohl bei iOS- als auch bei Androidgeräten. Ein virtueller Fitnesscoach kann die Daten auch gleich durchsagen und durch Work-Outs leiten. Die Kopfhörer kommen mit vier verschiedenen Haltebügeln und In-Ear-Stöpselformen, aus denen man individuell wählen kann, was am bequemsten zu tragen ist. Die Stöpsel sind schnurlos, so dass man sich beim Training nicht verhededdert, und nur 16 Gramm schwer. Über die Kopfhörer können auch Musikwiedergabe und Anrufe geregelt werden. Laut Hersteller hält der Akku bis zu fünf Stunden Musik oder Gesprächszeit durch. Preis: 199,99 Euro Quelle: Presse
Microsoft BandDas schwarze Armband „Microsoft Band“ mit langgezogenem Display soll unter anderem Herzschlag und Stress messen sowie die UV-Strahlung, der ein Träger ausgesetzt ist. Der Cloud-Service soll auch Daten von Fitness-Accessoires anderer Anbieter aufnehmen, wie Microsoft-Manager Yusuf Mehdi dem Technologieblog „The Verge“ am späten Mittwoch erläuterte. Preis: 199 Dollar Quelle: Microsoft
Fitbit ChargeDas Fitness-Tracker-Armband ist das Einsteigermodell. Es kann Fitnessstatistiken und Anrufe anzeigen - auch ein stummer Vibrationsalarm und eine Weckfunktion sind eingebaut. Das Armband misst Schrittzahl, zurückgelegte Distanzen, den Kalorienverbrauch und auch die bewältigten Stockwerke. Neu ist eine automatische Schlaferkennung, die anhand der Bewegungen Auskunft über die Qualität des Schlafes geben soll. Die Akkulaufzeit gibt der Hersteller mit bis zu sieben Tagen an. Charge löst das Vorgängermodell Force ab, dass die Firma wegen allergischer Reaktionen vom Markt nehmen musste. Die neuen Materialien sind laut Hersteller nun von Dermatologen geprüft. Preis: 129,95 Euro. Ab dem 17. November soll Charge im Online-Store und bei ausgewählten Partnern erhältlich sein. Farblich gibt es das Band zunächst in Schwarz und Schiefergrau, Burgunderrot (im Bild) und Blau sollen folgen. Quelle: Presse
Fitbit Charge HRZusätzlich zu den Funktionen, die das Einsteigermodell Charge bietet, hat Charge HR auch einen Pulsmesser an Bord: Die Abkürzung HR steht für "Heart Rate". Dadurch soll unter anderem die Messung des Kalorienverbrauchs genauer werden. Auch Statistiken zur Herzgesundheit werden erstellt. Der Akku hält laut Hersteller bis zu fünf Tage durch. Preis: 149,95 Euro. Ab Frühjahr 2015 soll Charge HR in Schwarz und Pflaume erhältlich sein, gefolgt von den Farben Blau und Orangerot. Quelle: Presse
Fitbit SurgeDie Smartwatch kommt mit einem Touchscreen und acht eingebauten Sensoren ans Handgelenk, darunter ein Herzfrequenzsensor und ein GPS-Sender, mit dem sich zum Beispiel die Laufstrecke abspeichern lässt. Durch die zahlreichen Sensoren sollen sich auch Aktivitäten wie Workouts erfassen und nach ihrer Intensität auswerten lassen. Das LCD-Touchdisplay hat eine Hintergrundbeleuchtung und soll neben der Zeitanzeige eine einfache Navigation durch die Daten, Apps uns Alarme bieten. Neben den Fitness-Funktionen kann Surge Anrufe und Textnachrichten anzeigen. Wer über sein Smartphone Musik hört, soll diese auch über die Smartwatch steuern können. Der Akku hält laut Fitbit bis zu sieben Tage. Preis: 249,95 Euro. Ab Frühjahr 2015 soll Surge zunächst in Schwarz verfügbar sein, angekündigt sind zudem die Farben Blau und Orangerot. Quelle: Presse
Asus ZenWatch Quelle: PR
Withings Activité Quelle: PR
LG G Watch R Quelle: PR
Samsung Gear S
Motorola Moto 360Anfang September wird Motorola seine neue Smartwatch Moto 360 vorstellen. Der US-Händler Best Buy hat bereits die Spezifikationen gelistet. Im Vergleich zu den Modellen der Konkurrenz setzt Motorola bei der Moto 360 auf ein rundes Zifferblatt, die Auflösung beträgt 320x290 Pixel. Das intelligente an der Uhr sind der optische Pulsmesser, der Schrittzähler sowie ein Umgebungslichtsensor, der die Anzeige bei Dunkelheit dimmt. Für die Datenübertragung stehen Wlan sowie Bluetooth 4.0 Low Energy zur Verfügung. Die Uhr soll nur 60 Gramm wiegen und 250 Dollar kosten.
Lifeband TouchLG stellte in Las Vegas das Lifeband Touch vor. Der Fitness-Tracker misst zum Beispiel die tägliche Bewegung und die Kalorien, die am Tag konsumiert wurden. Die Informationen werden sowohl auf einer speziell programmierten App angezeigt, als auch auf dem Armband selbst. Quelle: dpa
FitbugDas Armband "Fitbug" misst sowohl die Aktivität als auch den Schlaf des Trägers. Die Aktivität wird in normales Gehen und Sport unterschieden. Per Knopfdruck lassen sich die Daten an eine dazugehörige App auf dem Smartphone schicken, wo die gesammelten Daten ausgewertet und visualisiert werden. Der Fitbug des gleichnamigen Startups geht mit einem Kampfpreis von 45 US-Dollar in den Markt. Quelle: dpa
Sapphire Wellness WatchDie Sapphire Wellness Watch ist für 300 US-Dollar im Handel. Besonders viel wert haben die Hersteller auf die Optik gelegt. Man habe erreichen wollen, dass die Uhr sowohl im Fitness-Studio als auch bei der Arbeit tragbar sei. Die Uhr misst zwar Herzfrequenz und Ruhephasen, Schlaf kann sie im Gegensatz zu Konkurrenzprodukten wie dem Basis Band, dem Jawbone Up oder Nikes Fuelband nicht festhalten. Quelle: dpa
Sony CoreDas "Core" speichert unterschiedliche Lebensgewohnheiten auf einer Android-App namens Lifelog. Gemeint sind die Schritte, die am Tag gegangen werden, die Zeit des Musikhörens, die Schlafstunden und so weiter. Lifelog wandelt die Daten, die per Funk an die App übertragen werden, in Grafiken und Tabellen um. Quelle: AP
Bluetooth-UhrenschnalleHäufige Kritik an Smartwatches: Sie sind zu klobig und nicht elegant genug. Nun plant das Start-Up Modillian eine Schnalle, die an der klassischen Uhr befestigt wird. Sie ist mit Bluetooth 4.0 und einem kleinen Akku ausgerüstet. Mit dem Smartphone verbunden kann die Schnalle über Vibrationsalarm den Besitzer auf eingehende Anrufe oder Nachrichten hinweisen. Ein Display besitzt die Schnalle nicht. Dafür lassen sich für verschiedene Situationen, etwa einen Telefonanruf, eine SMS oder eine E-Mail, unterschiedliche Vibrationssignale einstellen. Mit Hilfe einer App lassen sich auch Filter definieren, die die Schnalle etwa nur bei bestimmten Absendern vibrieren lässt. Foto: Modillian
Sony Smartwatch 2Sony hat eine der ersten Smartwatches am Markt überhaupt herausgebracht. Auf der CES legten die Asiaten mit einem wasserfesten Modell nach. Quelle: dpa

Für eine kleine Stadt wie Cupertino ist das eine große Sache. Der Ort im Silicon Valley war gerade zwanzig Jahre alt, als Steve Jobs 1976 Apple gründete. Cupertino, eine Stunde südlich von San Francisco hat heute 60 000 Einwohner. Stadtsprecher Rick Kitson sagt treu: „Apple hätte seinen zweiten Campus überall bauen können, wir sind stolz darauf, dass der Konzern Cupertino treu bleibt.“

Kitson weiß aber auch um die Probleme, die das neue Gebäude vermutlich bringen wird. Der Verkehr wird wohl noch schlimmer werden. Auch wenn Apple verspricht, seinen firmeneigenen Mitarbeitertransport um 20 Prozent aufzustocken, bedeutet das nur noch mehr weiße Shuttle-Busse, die zwischen San Francisco und Cupertino pendeln und die zum Sinnbild der Gentrifizierung einer ganzen Gegend geworden sind. Auch die Preise für die Wohnungen und Häuser in der Region dürften weiter steigen. Und es wird noch voller werden im ganzen Valley, der zersiedelte Charakter wird immer mehr verschwinden.

Apple ist hier nicht der einzige Bauherr. Facebook hat erst 2015 seine neue Firmenzentrale eröffnet, Google plant ebenfalls mehrere Neubauten. „Sie warten hier im Moment 18 Monate auf einen Baukran“, sagt Chad Leiker von der gewerblichen Immobilienmaklergesellschaft Kidder Mathews. „Die meisten Gebäude in der Bay Area sind in den späten Siebzigern, Anfang der 80er Jahre gebaut worden. Die sind inzwischen wirtschaftlich unbrauchbar. Also baut die ganze Tech-Branche neu, aber was Apple da macht, schlägt alles.“

Die Köpfe hinter Apple

Die Firma baut aktuell nicht nur das Spaceship, sondern hat in den vergangenen Jahren und Monaten weitere Grundstücke in der Umgebung gekauft oder gepachtet - in San Francisco, Sunnyvale, San Jose und Santa Clara. „Wofür brauchen sie soviel Platz?“, fragt sich Leiker. „Offensichtlich arbeiten sie an etwas, das größer ist als ein iPhone.“ Der Immobilienagent spielt auf das Gerücht an, dass auch Apple am selbstfahrenden Auto forscht.

Im Juni 2011, vier Monate vor seinem Tod, präsentierte Steve Jobs vor dem Stadtrat von Cupertino seine Vision des Campus 2: „Ich will das beste Bürogebäude der Welt bauen“, so warb Jobs damals um die Baugenehmigung. „Es soll so gut werden, dass Architekturstudenten kommen, um das zu sehen.“

Richard Pollack vom Architekten Institut Amerika (AIA) steht vor dem grünen Baustellenzaun und sagt: „Es ist architektonisch wirklich spektakulär, so muss man heute bauen.“ Es sei eine Sache, den Campus rund zu gestalten, aber dann eben auch das Glas zu biegen, das sei typisch Apple. „Sie denken Design wirklich im Detail.“ Dieses größte Stück gebogenes Glas, das es auf der Welt gibt, lässt sich Apple aus Deutschland zuliefern, vom schwäbischen Mittelständler Seele.

Große Blamagen – von New Coke bis Apple Maps
Windows 8Der Software-Konzern Microsoft hatte für sein Betriebssystem in der Version „Windows 8“ (Produktstart: Oktober 2012) radikale Änderungen am Bedienkonzept seines Betriebssystems vorgenommen. Es soll sowohl auf klassischen PCs als auch auf Tablet-Computern und Hybridgeräten laufen und ist deswegen für die Bedienung per Touchscreen optimiert. Der klassische Desktop rückt in den Hintergrund, lässt sich aber weiterhin aufrufen. Der Startknopf, an den sich viele Nutzer gewöhnt haben, ist verschwunden. Kritiker glauben, dass die Änderungen potenzielle Käufer abschrecken könnten. Die Kritik an Windows 8 zeigte Wirkung: Der Software-Hersteller Microsoft will die Benutzung seines neuen Betriebssystems gründlich überarbeiten. In einer aktualisierten Version mit dem Codenamen Blue würden wesentliche Punkte geändert, kündigte Marketingchefin Tami Reller im Mai 2013 in mehreren Interviews an. Details zu den Neuerungen nannte sie nicht – etwa ob der Startknopf zurückkehrt, wie verschiedene Medien kolportieren. Sie ließ ebenfalls offen, ob die für dieses Jahr geplante Aktualisierung, die unter einem anderen Namen als Blue auf den Markt kommen wird, für Windows-8-Nutzer kostenpflichtig ist. Quelle: dpa
Apple MapsMit der Einführung des iPhone 5 durch Apple im Herbst 2012 brachte der US-Technologiekonzern auch eine eigene Kartenanwendung auf die Geräte: Apple Maps. Doch die Darstellungsfehler waren gigantisch und ein Shitstorm, eine Lawine kritischer Kommentare im Internet, ging über Apple nieder. Vorstandschef Tim Cook war genötigt, sich offiziell in einem offenen Brief bei den Kunden zu entschuldigen. Quelle: dpa
New CokeIm Frühjahr 1985 führte Coca-Cola eine neue Rezeptur für das Flagschiff-Produkts vor. Doch „New Coke“ traf auf eine ungekannte Protestwelle der Kunden und nur drei Monate später stellte der Getränkekonzern auch wieder Cola mit der alten Rezeptur her, die dann zunächst „Coke Classic“ hieß. New Coke verschwand schnell im Firmenarchiv als Paradebeispiel für eine geplatzte Produkteinführung. Quelle: AP
Mercedes A-KlasseEin Autotest machte die Einführung des „Mini-Benz“, der Mercedes A-Klasse, im Herbst 1997 zunächst zu einem Desaster. Beim Elchtest, einem Ausweichmanöver, fiel ein Vorführmodell des Wagens auf die Seite. Das Bild ging um die Welt und Mercedes reagierte mit einer teuren Überarbeitung des Wagens – verbesserte Stabilisatoren und ein elektronisches Stabilitätssystem stützten die A-Klasse danach. Das Modell wurde danach durchaus zu einem Erfolg. Quelle: AP
DaewooAllgegenwertig waren in Deutschland Mitte der 90er-Jahre Plakate und Werbespots für die koreanische Automarke Daewoo (sprich: Dee-juu). Die Marke konnte aber nicht Fuß fassen. Mittlerweile ist selbst die deutsche Internetseite nicht mehr auf die Firma registriert. Quelle: AP
Fresh & EasyDer riesige britische Lebensmittelkonzern Tesco wollte seit 2007 die USA mit dem Supermarkt –Konzept Fresh&Easy erobern. Doch das Konzept mit Nischensupermärkten, die unter anderem auch warme Speisen zum Mitnehmen anbieten, scheiterten die Briten. Mehr als eine Milliarde Euro gingen verloren, bis der Konzern im Frühjahr 2013 den Rückzug aus dem Markt bekanntgab. Quelle: rtr
Microsoft ZuneNicht nur mit dem Betriebssystem Microsoft 8 ist der Softwarekonzern auf Granit bei den Kunden gestoßen. Größer war die Blamage noch mit dem digitalen Musikspieler Zune. Das Gerät sollte ab dem Herbst 2006 als Konkurrenz zum sehr erfolgreichen Apple-Gerät iPod etabliert werden. Der Versuch scheiterte, fünf Jahre später wurde die Produktion weiterer Geräte endgültig eingestellt. Quelle: AP
Crystal PepsiIm Markt für Erfrischungsgetränke versuchte Pepsi Anfang der 1990er-Jahre eine Innovation – die durchsichtige Cola. Sie war koffeinfrei und war als Alternative für Nicht-Cola-Trinker gedacht. Anfangs fanden sich Käufer und Konkurrent Coca-Cola wollte mit „Tab“ von dem Trend profitieren. Doch schon bald ließ die Nachfrage nach und das Ende von Crystal Pepsi wurde besiegelt. Quelle: AP
BildtelefonIn den Zeiten, als es noch keine Breitband-Anschlüsse gab, setzte die Deutsche Telekom auf ein Bildschirmtelefon. Ein herkömmliches Festnetzgerät war mit einem kleinen Monitor und Kamera ausgestattet worden. Doch die ruckelnde Übertragung und geringe Auflösung führten zum Scheitern des Produkts. Quelle: AP
DreamlinerDem Passagierflugzeug 787 verpasste der US-Konzern Boeing den Spitznamen Dreamliner. Doch traumhaft verlief der Start keines Wegs. Auch wenn die Bestellungen bereits vor Produktstart Rekordwerte erreichten, geriet die Einführung zur Blamage. Denn mehrere Produktionspannen führten zu einer jahrelangen Verspätung der Erstauslieferung. Als die ersten 787 dann schließlich bei Airlines im Dienst waren, mussten alle Flugzeuge für Monate am Boden bleiben – der Brand von Bord-Batterien hatte zu der außergewöhnlichen Maßnahme der Flugaufsichtsbehörden geführt. Quelle: rtr
TagesanleiheDie Bundesregierung führte im Juli 2008 über die Finanzagentur die sogenannte Tagesanleihe ein. Wie auf einem Tagesgeldkonto konnten Anleger dem Bund damit Geld leihen und jederzeit wieder auf ein anderes Konto überweisen. Die Werbekampagne mit einer freundlichen Schildkröte weckte zwar die Aufmerksamkeit der Anleger, doch das Produkt geriet bei den Geschäftsbanken in Verruf. Denn mit dem Höhepunkt der Finanzkrise wenige Monate später rangen die Banken um Einlagen – und der Bund entwickelte sich zum ungewünschten Konkurrenten. Auf Drängen der FDP wurde im vergangenen Jahr die Neuausgabe von Tagesanleihen eingestellt. Quelle: dpa
MetropolitanDer Metropolitan Express Train sollte eine elegante Form der Zugfahrt auf Langstrecken ermöglichen. Doch die Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn stellte wenige Jahre nach der Inbetriebnahme im Sommer 1999 den Dienst ein. Die Auslastung auf der Pilotstrecke Köln-Hamburg war zu gering. Quelle: AP
HD-DVDUm das Speicherformat für hochauflösende Filme gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Sony und dem Rivalen Toshiba. Sony hatte Blueray in den Markt geworfen, Toshiba HD-DVD. Durchsetzen konnte sich letztlich Sonys Standard. Einer der Gründe: Die Japaner setzten Blueray-Laufwerke in der erfolgreichen Spielekonsole Playstation ein und verschenkten Blueray-Filme aus der Produktion der eigenen Filmstudios. Quelle: dpa

Der ganze Campus wird zu 80 Prozent begrünt sein. Alle Pflanzen müssen dürrebeständig sein, es soll möglichst wenig gegossen werden. Die Bäume, die schon vorher hier standen, werden wenn möglich umgepflanzt und erhalten, gut 2000 kommen neu dazu. Die Tiefgarage fasst 10.000 Autos. Der Campus soll sich zu hundert Prozent durch erneuerbare Energien versorgen. Dafür werden Solarpaneele aufs Dach gelegt und ein kohlenstoffarmes Kraftwerk auf das Gelände gesetzt. Eine Naturzuglüftung wird die Klimaanlage weitestgehend ersetzen.

Für die Apple-Mitarbeiter werden auf dem 700.000 Quadratmeter-Campus kilometerlange Lauf- und Fahrrad-Wege angelegt. Ebenfalls auf dem Gelände: ein 70 Millionen-Dollar teures Wellness-Center. Die Botschaft ist klar: Du musst nicht mehr nach Hause, Du kannst auch Deine Freizeitaktivitäten gleich hier bei der Arbeit erledigen. Mit derlei Annehmlichkeiten buhlen die großen Tech-Unternehmen um die besten Softwareexperten, Datenanalysten und Social Media-Strategen.

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