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Neues Lumia Nokias Rezept für die nächste Smartphone-Attacke

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Die Kamera ist Nokias Herzstück

Fotografieren in Zeiten des iPhones
Wie reagiert die Fotobranche auf den Trend zum Mobile Imaging, zum Fotografieren mit Smartphones und Tablets? Das ist eine der Kernfragen auf der Photokina in Köln. Wir zeigen einige Antworten. Quelle: dpa
Leistungsstarke Mini-Kameras wie die Pentax Q10 liegen voll im Trend. 10,2 Zentimeter breit, 5,8 Zentimeter hoch und 3,3 Zentimeter tief ist die laut Hersteller kleinste Systemkamera der Welt - bei gerade einmal180 Gramm Gewicht. Quelle: Presse
Noch winziger ist die Nikon Coolpix S01, die kleiner als eine Scheckkarte ausfällt. Quelle: Presse
Ein anderer Trend: Sofortbilder. Die „Instax mini 8“ von Fuji sieht auf den ersten Blick aus wie buntes Spielzeug, entpuppt sich aber als Sofortbildkamera, die Bilder im Sekundentakt ausspuckt. Quelle: rtr
Mit der Z2300 knüpft Polaroid an seine lange Tradition der Sofortbildkameras an. Quelle: Presse
Wer für seine Kamera den Preis eines Mittelklasseautos ausgeben möchte, ist mit der Leica S gut bedient. Die Mittelformat-Spiegelreflexkamera, die das Modell S2 ablösen soll, ist für stolze 19.000 Euro zu haben. Quelle: rtr
Nikon D600 Quelle: Presse

Der Fokus auf die Kameratechnik kommt nicht von irgendwo her. Der angeschlagene Mobilfunkkonzern hört wieder genauer hin, was die eigenen Kunden wollen. Eine interne Befragung unter 1000 Teilnehmern hat ergeben, dass 90 Prozent der Nokia-Kunden die Kamera besonders wichtig ist. Niemand will sich noch mit verwackelten oder schlechten Blitzbildern zufrieden geben. Heutzutage hat jeder eine Kamera in seinem Handy und hält damit die alltäglichsten Dinge fest – oder eben auch ganz besondere Momente. Die Ansprüche sind gewachsen. Hier setzen die Finnen an. Nokia-Mitarbeiter in Lund (Schweden) und Tampere (Finnland) forschen an eigenen Lösungen, um Fotos bei allen Lichtverhältnissen so gut wie möglich zu machen. Zudem punkten die Finnen seit fünf Jahren mit ihrer Kooperation mit Carl Zeiss. Das Feinmechanik-Unternehmen liefert Linsen und fertigt Modelle an, die genau an die Bedürfnisse des dünnen Smartphones angepasst sind. Auch die PureView-Technik mit einer 41-Megapixel-Kamera funktioniert dank eines Objektivs von Carl Zeiss. Vorgestellt wurde es erstmals auf dem Mobile World Congress in Barcelona 2012, damals noch im eher klobigen Nokia 808.

Für die PureView-Technik haben die Forscher einen Bildstabilisator entwickelt, bei dem die Linse so aufgehängt wurde, dass sie sich den Bewegungen des Fotografen anpasst und so Schwankungen ausgleicht. Schon die ersten Tests haben gezeigt, dass Nokia hier ein großer Wurf gelungen ist. 50 Prozent der Bilder sind auch unter extrem schlechten Bedingungen und Lichtverhältnissen mehr als zufriedenstellend. Sollten die Finnen hier weiter machen, könnte am Dienstag ein neues PureView-Modell ebenfalls mit 41-Megapixel-Kamera vorgestellt werden. Im Vergleich zum eher klobigen 808 stellt sich die Frage, ob es Nokia gelungen ist, die Kamera kleiner zu machen, damit sie die elegante Optik des Smartphones nicht zerstört.

Nokia muss nachlegen, denn die anderen Hersteller haben das Thema Fotografie ebenfalls für sich erkannt. Apple will Gerüchten zu Folge bei seinem iPhone-Nachfolger noch in diesem Jahr auf eine bessere Kamera-Technik setzen und auch HTC hat in seinem Flaggschiff One einen empfindlicheren Sensor eingebaut.

Der Neustart

Die Finnen geben sich alle Mühe, sich nicht noch weiter abhängen zu lassen. Zu tief sitzt noch der letzte Absturz. Der einstige Marktführer am Mobilfunkmarkt hatte sich binnen weniger Jahre von der Spitze verdrängen lassen. Apple hatte mit dem iPhone und dem Betriebssystem iOS den Markt revolutioniert, und Samsung war es mit Googles Betriebssystem Android gelungen den Amerikanern heftig Konkurrenz zu machen. Alle anderen Anbieter – von HTC über Sony, Motorola und auch Nokia ließen sie weit hinter sich. Wer in diesem Haifischbecken bestehen will muss mit erstklassigen Produkten punkten – und sich stets neu erfinden.

Wer den Markt der Smartphones regiert

Seit kurzem werden weltweit mehr Smartphones als Handys verkauft. Diese Entwicklung ist Nokia – wie auch Blackberry – nicht mitgegangen. Zu lange hielten die Nordlichter am Tastenprinzip fest und verschliefen so die Entwicklung hin zum Touchpad. Herumreißen soll das Ruder Stephen Elop. 2010 wurde er als erster Nicht-Finne Geschäftsführer des Unternehmens. Ein geht einen harten Weg. Das staubige Image muss weg, neue Geräte mit herausragenden Innovationen an den Markt gebracht werden und einstige Kunden neu überzeugt und alte gehalten werden. All das kostet eher, als dass es sofort Gewinne bringt. Im ersten Quartal 2011 schrieb Nokia noch 344 Millionen Euro Gewinn, ein Jahr später dann der radikale Absturz auf ein Minus von 928 Millionen Euro. Als Comeback wurde der Presse 2013 dann das Minus von 271 Millionen Euro verkauft.

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