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Nintendo Wii jetzt?!

Nintendo muss die Absatzprognose der Wii U massiv kürzen. Die neue Spielkonsole geht im Wettbewerb mit Playstation 4 und Xbox One unter. Die Schöpfer von Super Mario und Zelda haben einen wichtigen Trend verschlafen.

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Super Mario wirkt mittlerweile fast aus der Zeit gefallen. Quelle: dapd

Tokio Nintendo ist eine Legende der Videospiele-Welt. Seit der Erfindung des Game Boys dominieren die Japaner den Markt und erschufen Klassiker wie Tetris, Super Mario und Donkey Kong. Doch der größte Konsolenhersteller der Welt geht schweren Zeiten entgegen. Nun mussten die Japaner ihre Absatzprognose für ihre neue Konsole Wii U kassieren. Statt neun Millionen sollen nur noch 2,8 Millionen Konsolen verkauft werden.

Durch das schwache Weihnachtgeschäft rechnet Nintendo nun mit einem operativen Verlust von 35 Milliarden Yen (246,6 Millionen Euro). Ursprünglich hatte man einen operativen Gewinn von 0,7 Millionen Euro einkalkuliert. „Wir gehen davon aus, dass unsere Verkäufe unsere bisherigen Vorhersagen weit untertreffen“, kommentiert Präsident Saturo Iwata die aktuelle Situation. „Wir können nicht erwarten, dass sich unsere Finanzsituation im laufenden Geschäftsjahr verbessert.“

Dabei wächst der Markt. Bis 2015 werden pro Jahr 111 Milliarden Dollar mit Spielkonsolen und den zugehörigen Spielen umgesetzt, schätzt das US-Marktforschungsinstitut Gartner. Doch im Segment, das am schnellsten wächst, ist Nintendo schlecht aufgestellt. Legenden wie Zelda und Mario sind noch nicht im Smartphone-Zeitalter angekommen.

Nintendo, das sich vor allem mit Familienspielen einen Namen gemacht hat, droht langjährige Kundschaft zu verlieren. Denn viele Gelegenheitsspieler spielen mittlerweile eher mit dem Smartphone als mit der Konsole. Hardcore-Gamer setzen dagegen auf die schnellere Konkurrenz der Playstation 4 von Sony oder die Microsoft Xbox One.


Preissenkungen bewirken nichts

Im September war der US-Preis der Wii U daher um 50 Dollar auf 299 Dollar gesenkt worden. Doch auch Preissenkungen konnten das Strukturproblem von Nintendo bisher zuletzt nicht lösen. „Nintendo muss über die bisherige Hardware hinaus expandieren“, sagt Mitsushige Akino, Fondsmanager bei Ichiyoshi Asset Management in Tokio. Denn auch die mobile Konsole 3DS kann den Erwartungen nicht gerecht werden. Statt 18 Millionen rechnet das Unternehmen nur noch mit 13,5 Millionen verkauften Geräten. Die Zahl der verkauften Spiele schrumpft von 80 auf 66 Millionen.

Nintendo-Chef Iwata gerät damit immer starker unter Druck. Nach dem Erfolg mit der ersten Wii war die Aktie auf einen Rekordwert von 72.000 Yen (507 Euro) geklettert – danach ging es nur noch bergab. Unterm Strich steht ein Minus von 80 Prozent. Der Marktwert des Unternehmens beträgt damit nur noch 14,7 Milliarden Euro – weniger als die Kapitalerhöhung von Samsung.

„Die Korrektur der Ergebnisse ist deutlich schlechter als erwartet“, sagt Yusuke Tsunada, Analyst bei Tokai Tokyo Securities. „Nach dem dritten Jahresverlust in Folge muss nun über das Management geredet werden.“

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