Online-Handelsplattform Ebay wächst dank Käufen übers Smartphone

Der Online-Handel vor allem über mobile Geräte lässt Ebay weiterhin kräftig wachsen. Dennoch fiel die Aktie nach Bekanntgabe der jüngsten Geschäftszahlen.

Skurrile Ebay-Auktionen
Ein schrottiger Mercedes für 182.000 EuroSchonungslose Ehrlichkeit kommt offenbar an: Ein privater Anbieter aus Großbritannien bietet auf Ebay seinen schon etwas ollen Mercedes E320 an - und kann sich bereits jetzt, 5 Tage vor Ende der Auktion über 54 Gebote freuen, die derzeit bei rund 182.000 Euro liegen (155.100 Pfund). Die Produktbeschreibung startet mit "Wenn Sie nach einem tadellosen, gut gepflegten Mercedes E320 CDI suchen... dann sind Sie hier falsch". Es folgt eine witzige Auflistung aller Beulen, Roststellen und sonstiger Makel mit unkonventionellen Bildern, bei denen sich etwa die füllige Besitzerin in den Kofferraum legt, um zu beweisen, wie groß er ist. Den Erfolg der Versteigerung hätte sich der Besitzer wohl nie träumen lassen. Quelle: Screenshot
warren buffett Quelle: REUTERS
Kaum einer Auktion ist so viel Beachtung zuteil geworden, wie der Versteigerung des Golf IV von Kardinal Ratzinger – später Papst Benedikt XVI. Mehr als 8,4 Millionen Mal wurde die Seite aufgerufen, das Auto für 188.938,88 Euro verkauft. Quelle: Screenshot
Die Mülheimer Verkehrsgemeinschaft (MVG) bot 2004 einen Straßenbahnwagen des Herstellers Düwag aus dem Jahre 1958 zum Verkauf an. Quelle: Foto: Oliver Weiken dpa/lnw
Der gelbe Pullunder war das Markenzeichen des Außenministers Hans-Dietrich Genscher (rechts). 1999 wurde ein Exemplar für 2.000 DM versteigert - der Erlös wurde an die Deutsche Herzstiftung in Halle gespendet. Quelle: dpa
Ein benutzter BH aus 91 selbstklebenden Unterlegscheiben fand für 12, 50 Euro seinen neuen Besitzer. Quelle: Screenshot
Der Orkan Kyrill im Jahre 2007 riss sogar im Berliner Hauptbahnhof Stahlträger aus ihren Halterungen. Im Sauerland zerstörte er Waldflächen, deren Bruchstücke ihren Weg auf Ebay fanden - der Erlös kam dem Wiederaufbau zugute. Quelle: Screenshot
Als in Genf der weltgrößte Teilchenbeschleuniger seinen Betrieb aufnahm, bot der Nutzer Jochen3474 seinen ganz eigenen "Teilchenbeschleuniger" an. Quelle: Screenshot
Ein Nutzer namens "assauerr" war 2006 so unzufrieden mit den Leistungen des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04, dass er die letzten drei Punkte anbot - nur Dortmunder waren von der Auktion ausgeschlossen. Quelle: Screenshot
Die finanziellen Probleme seiner Schwester konnte "bolek2041" nicht mehr ertragen. Um ihr die Studiengebühren zu finanzieren bot er kurzerhand ihre Seele auf Ebay an. Quelle: Screenshot
Ebay ist ein Spielplatz für seltsame Gestalten, oft gibt es auch Betrüger auf der Seite. Daher inserierte ein Nutzer Folgendes: "Sie bieten mir in dieser Auktion richtig viel Kohle. Anschließend verlange dann noch deftige Versandkosten von Ihnen (welche ich Ihnen aber erst nach Ende der Auktion mitteile). Und nach der Auktion hören Sie nie wieder was von mir, und Sie bekommen auch nichts von mir zugeschickt." Quelle: Screenshot
Der Genfer Teilchenbeschleuniger könnte ein schwarzes Loch erzeugen, warnten manche Wissenschaftler. Ein Nutzeer fand ein schwarzes Loch im Keller, "damit es uns nicht alle verschluckt habe ich es in eine Metalldose gepackt" - und bei Ebay angeboten. Quelle: Screenshot
Im Januar verkauft der bekannteste deutsche Blogger, Robert Basic, seine Internetseite „basicthinking.de“ für 46.902 Euro. Auch bei gescheiterten Web2.0-Gründern ist der Verkauf bei Ebay inzwischen eine beliebte Exit-Strategie. Quelle: Screenshot

Vermehrte Käufe über Smartphones und Tablet-Computer beflügeln Ebay. Im dritten Quartal stieg der Umsatz des US-Konzerns um 14 Prozent auf 3,9 Milliarden Dollar (2,9 Milliarden Euro). Der Gewinn verbesserte sich auch dank Beteiligungsverkäufen um 15 Prozent auf unterm Strich 689 Millionen Dollar. Der Zuwachs gegenüber dem Vorjahreszeitraum sei trotz eines „lustlosen gesamtwirtschaftlichen Umfeldes“ gelungen, erklärte Konzernchef John Donahoe am Mittwoch am Firmensitz im kalifornischen San Jose. Vor allem die Bezahltochter PayPal konnte zulegen. Die angestammte Handelsplattform und der Dienstleistungszweig für Firmenkunden reihten sich dahinter ein.

„Mobile Kunden weisen tatsächlich ein enormes Potenzial auf“, erklärte Arnulf Keese, Geschäftsführer von PayPal in Deutschland. „Sie führen zweimal so viele Transaktionen durch wie der durchschnittliche PayPal-Nutzer. Sein Managerkollege Michael Kliger verwies als weiteren Grund für das Wachstum auf die vermehrten Einkäufe über Landesgrenzen hinweg. Dennoch fiel die Aktie im nachbörslichen New Yorker Handel um 4 Prozent. Die Anleger störten sich an einem ihrer Meinung nach zu vorsichtigen Ausblick auf das Schlussquartal. Hier steht das wichtige Weihnachtsgeschäft an. Bereits im Vorquartal hatte Ebay die Anleger mit seiner Prognose enttäuscht.

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Der Ebay-Marktplatz hat inzwischen weltweit 124 Millionen aktive Nutzer und damit 15 Millionen mehr als noch vor einem Jahr. Ebay lebt dabei von Gebühren für getätigte Geschäfte. Im Gegensatz dazu tritt der große Rivale Amazon auch selbst als Verkäufer auf.

PayPal kommt auf 137 Millionen Konten, ein Plus von 20 Millionen zum Vorjahr. Auch hier sind es Gebühren für Transaktionen, die Ebay das Geld bringen. Ebay hatte erst jüngst angekündigt, das Standbein mit dem Zukauf des Online-Zahlungsabwicklers Braintree zu stärken, der unter anderem die Geldgeschäfte für den Schlafplatz-Vermittler Airbnb oder den Restaurant-Reservierungsservice OpenTable erledigt. Die Übernahme lässt sich der Konzern 800 Millionen Dollar kosten.

Drittes Standbein des Konzerns ist der Handelsdienstleister Ebay Enterprise, der beispielsweise Online-Shops für Kunden aufsetzt.

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