Online verkaufen Web-Shop ohne Stolpersteine

Um erfolgreich online zu verkaufen, sollten Sie keine Optimierungsmöglichkeit auslassen. Dafür gilt es, jede noch so kleine Stolperstelle auszumerzen. Im Folgenden die wichtigsten Regeln für Shop-Betreiber.

Homepage von Amazon Quelle: dapd

Aus dem großen Schatten der Internet-Giganten wie Amazon und Zalando herauszutreten, ist nicht unmöglich – Fehler dürfen sich Shop-Betreiber dabei allerdings kaum erlauben: „Sie sollten alles vermeiden, was den Kunden verärgert“, betont Achim Reupert, Director Sales beim Full-Service-Dienstleister Nionex.

Tabu sind eine schlechte Suche, eine umständliche Navigation sowie falsche Verfügbarkeitsanzeigen. „Wenn sich Kunden im Shop nicht zurechtfinden oder wochenlang auf ein bestelltes Produkt warten müssen, das als vorrätig ausgewiesen war, werden sie in diesem Web-Shop mit großer Wahrscheinlichkeit nichts mehr kaufen“, so Reupert.

Erfolgsfaktoren für Web-Shops

Neben grundlegenden Faktoren haben Social-Commerce-Komponenten einen wichtigen Stellenwert für den Erfolg eines Web-Shops. „Kommentare und Bewertungen von Kunden werden zu wertvollen Kaufentscheidungshilfen, weil sie sich durch Authentizität und Glaubwürdigkeit auszeichnen“, sagt Christian Otto Grötsch, Geschäftsführer der dotSource GmbH, die Händler bei ihren E-Commerce-Strategien unterstützt. „Besteht zudem die Möglichkeit, innerhalb der Community eigene Produktfotos oder -videos zu teilen, kann das zusätzliche Kaufimpulse schaffen.“

Die verrücktesten Kundenrezensionen
Schweizer OffiziersmesserDer Klassiker unter den Amazon-Produkten mit den witzigsten Rezensionen. Bereits seit Jahren dichten kreative User dem Allrounder die wildesten Zusatzfunktionen an. Eine der am besten bewerteten Rezensionen stammt von „Günther Hetzer“: „Ich besitze dieses Stück seit etwa einem Jahr und habe es seitdem täglich bei mir. [...] Vom Handling her ist es echt gut. Allerdings muss man auch einige Kompromisse eingehen, aufgrund der Kompaktheit - So ist bei mir der U-bahntunnelbohrer bei auftretendem Starkgeröll gerne mal aus der Verankerung gesprungen. Außerdem hätte ich mir gerne auch einen variablen Bohrkopf gewünscht. 6,35 Meter Durchmesser ist für das Loch nunmal sehr knapp bemessen. Mit dem Spiegelteleskop bin ich auch nicht zufrieden. Statt einer in dem Handbuch versprochenen Sichtweite von 8 Milliarden Lichtjahren sind aufgrund der kompakten Bauweise des Spiegels (5 Meter Durchmesser) grade mal 5,5 Milliarden Lichtjahre möglich. Ein Anruf beim Service brachte keine Klarheit - Stattdessen wurden mir Bedienfehler unterstellt. [...] Sehr gut finde ich die mobile Bushaltestelle. Das Aufstellen vor der Haustür erspart mir viel Laufarbeit und der Bus fährt nie wieder einfach nur vorbei. [...] Der begehbare Bierkühlschrank ist natürlich ein Zugeständnis an die Männerwelt. Und ja, er ist großartig!!! Einzig die zu kleine LKW-Zufahrtsrampe stört den Genuss, wenn dieser mal leer ist. [...] Ansonsten fehlt mir noch eine eingebaute Atomuhr. Das hat die Konkurrenz schon längst. Wer mit den genannten Schwächen leben kann, den kann ich ansonsten dieses gute Stück wärmstens ans Herz legen!“
CNC-FräsmaschineDoch Amazon bietet auch zahlreiche andere Produkte für „Heimwerker“. Eine CNC-Fräsmaschine ist eher kein Gerät für den Hausgebrauch, doch das hindert die Amazon-Nutzer nicht daran, amüsante Rezensionen zu verfassen. „Tchlp“ meint: „Nach anfänglichem Zögern, da der Anschaffungspreis dieses Gerätes doch etwas hoch ist und ich Angst hatte, ich würde die Fräse, ähnlich dem teurem Entsafter, welcher jedes Schaltjahr nur einmal das Tageslicht erblickt, nur selten aus dem Schrank holen, habe ich doch zugeschlagen. Und ich muss sagen: Daumen hoch! Denn wer kennt das nicht? Die ganze Wohnung liegt voller ungenutzter riesiger Stahlklötze, welche vor sich hin rosten. Das hat nun ein Ende. [...] Das gute Stück ist multifunktional einsetzbar. Bei (ruhendem!) Betrieb nächtigen unsere Meerschweinchen und Hamster im Bearbeitungsraum und dank der integrierten Wasserdüsen zur Werkstückkühlung kann man sich darin morgens auch mal die Haare waschen, falls das Bad noch besetzt ist. Und für alle Kaffeetrinker: Dank der flotten Drehzahl von 8000 Umdrehungen pro Minute lässt sich supereinfach die Milch für den Frühstückscappuccino aufschäumen. Zum Abschluss habe ich auch noch einen kleinen Geheimtipp! Aufgrund der Größe der Maschine haben bist zu 15 Personen GLEICHZEITIG! Platz, Eier an den Seitenkanten aufzuschlagen. Einzig und allein die Geräuschentwicklung ist etwas hoch. Aber wenn man die Kinderzimmertür zumacht, ist der Lautstärkepegel in der restlichen Wohnung gut hinehmbar.“
Exotischer DüngerUnglaublich, aber wahr: Bei Amazon kann man sich auch Elefanten-, Nashorn- oder Rentierdünger nach Hause bestellen. Die Anbieter schreiben: „Es ist ein Glücksgriff, aber wenn du eine Vorliebe hast, lass es uns in der bereitgestellten Box wissen. Wir können nicht garantieren, dass wir deinen Wunsch erfüllen können, aber wir werden unser Bestes geben!“ Unappetitlich fällt auch die beliebte Rezension von „Danieldee“ aus: „Wir haben alle drei Pakete ausprobiert und Nashorn schmeckt definitiv am besten! Lasst die Finger weg vom Elefanten, hat irgendwie 'nen faden Nachgeschmack. Außerdem war der Elefant von der Handhabung eher unbrauchbar, da zu dünn! Rentier passt am besten zu einem Glas Weißwein und mit einem schönen Stück Käse. Würde ich auf jeden Fall wieder kaufen.“
WeltraumflugWer hat nicht schon einmal davon geträumt, in naher Zukunft wie der britische Milliardär Richard Branson ins All zu reisen? Den Flug kann man schon jetzt auf Amazon buchen bzw. einen entsprechenden Gutschein. Folgendes schreibt User „Tommes Tongefaess Buchautor“ zu dem Angebot: „Nach meiner letzten Tauchfahrt zur Titanic plante ich eine Reise in entgegengesetzte Gefilde. Was lag näher, als dieses Sonderangebot zu nutzen, zumal meine eigene Rakete immer ein paar Tage Vorbereitungszeit benötigt und ich die Startgenehmigung von der nicht gerade flexiblen Luftfahrtbehörde auch immer erst nach einer Woche in der (Raumanzug-)Tasche habe. [...] Der Transfer zum Startplatz eigener Wahl in den USA oder Russland, aber nie vor der eigenen Haustür, gestaltet sich üblicherweise etwas bescheidener, es ist nur ein Wochenendticket der Bahn dabei. Da man aber laut Veranstalter außer einer Zahnbürste (die vor Ort nicht gestellt werden kann) kein weiteres Gepäck benötigt, hat man eh nicht schwer zu schleppen. [...] Bevor man starten kann, muss man sich immer irgendwelchen langweiligen 40g-Belastungstests unterziehen, bei denen ich die letzten neun Mal immer eingepennt bin. Da man dabei nichts denken muss, schafft man diesen Test auch dann locker, wenn man total besoffen ist. [...] Im Weltraum selbst ist es recht still und dunkel, es läuft auch keine spacige Hintergrundmusik. Gruß an alle Space-Night-Bayern-3-Zuschauer. [...] Die Rückkehr ist nichts für Nervenschwache, denn sie verläuft etwas ruppiger, und zwar mehr oder weniger im taumelnden Sturzflug. [...] In der Regel schafft es der Pilot aber spätestens 500 m über dem Boden, die Maschine abzufangen oder alternativ die Schleudersitze zu aktivieren [...] Nach der Landung gibt es noch ein Erinnerungsfoto mit allen Überlebenden, auf Wunsch auch mit der kopfüber im Boden steckenden Maschine als Bildhintergrund. Die Heimfahrt erfolgt dann wieder mit dem Wochenendticket.“
Tauchfahrt zur TitanicUnd die besagte Reise zur Titanic kann tatsächlich auch auf Amazon gebucht werden. Der entsprechende Erlebnisgutschein kostet schlappe 49.999 Euro. „Jan & Gab“ schreibt dazu: „Das haben wir uns aus reinem Interesse mal für einen Sonntag-Nachmittag gegönnt. Als wir nach einer halben Ewigkeit unten ankamen, mussten wir leider feststellen, dass die Titanic defekt war. Amazon war sehr kulant und hat das Schiff umgetauscht. Tolle Sache! Immerhin wurde als Grund für den Defekt irgendein (nebulöser) Eisberg angegeben, welcher für uns nicht mal zu sehen war.“
Lebensgroßer T-Rex als GartendekoGartenzwerge waren gestern, heutzutage stellt man sich Dinosaurier-Modelle in Lebensgröße in den Garten – sofern Platz vorhanden. Günstig ist das Ganze nicht. Da ist es wichtig, sich vor dem Kauf die Kundenrezensionen genau durchzulesen. „BrainDad“ kann dieses Gimmick nur empfehlen: „Da ich als Investment-Banker gegen Griechenland spekuliert hatte, wollte ich mir, aufgrund meiner großen Verdienste um den Finanzmarkt, auch mal was gönnen. Wie ich es jobtechnisch gewohnt bin, habe ich meinen Tagesverdienst auch diesmal wieder in einen riesigen Haufen, der augenscheinlich wertlos ist, aber ne riesen Menge Kohle kostet, investiert. Und siehe da: auch diesmal lag ich richtig. Seit das Ding in meinem Garten steht, hatte ich keinen Besuch mehr vom Finanzamt, den Zeugen Jehovas, diversen Geldeintreibern, Hunden, Katzen, die nervigen Werbeprospekte und Rechnungen werden seither immer über den Zaun vom Nachbarn geworfen und meine Frau kuschelt sich jede Nacht, wenn der Schatten des Ungetüms in unser Schlafzimmer fällt, zu mir ins Bett. Dafür schon mal die volle Punktzahl. Das Ding hat wenig Gewicht, sodass man es problemlos auf dem Autodach mit in den Urlaub nehmen kann. Hier stellt man den Dino vor das Hotel, stellt eine Geldkassette daneben und schwupps - ist man zur Attraktion geworden und scheffelt auch hier noch Kohle. An der Frankfurter Börse wird der Bulle demnächst abmontiert und durch einen T-Rex gleicher Bauart ersetzt, damit man gleich beim Betreten weiß worum es hier geht - Fressen auf Kosten der Kleinen oder abhauen wenn es unangenehm wird.“
ZensurbrilleStolze 4 von 5 möglichen Sternen ergatterten die tragbaren Zensur-Balken. Kein Wunder - wer feiert nicht gerne, ohne gleich vom Chef erkannt zu werden? Amazon-Nutzer „matze“ hatte sich von den Brillen, aber etwas mehr versprochen: „Etwas unhandlich und mitm Nachbar klappts auch nicht so gut, weil weder er noch ich ihn erkenne. Aber bis auf das das Schätzchen nach ein paar Stunden warm anne Ohren wird, kann man ungestört Scheiße bauen. Im Vorstellungsgespräch kam die Brille allerdings nicht so gut an. Egal, ich wurde ja nicht erkannt.“  

Auch wenn sich der direkte Umsatz aus Social-Commerce-Aktivitäten nur schwer beziffern lässt, könne eine lebendige Community dazu beitragen, die Position bei Google zu verbessern, die Conversion-Rate zu erhöhen und so die Wiederkaufrate zu verbessern.

Jede noch so kleine Stolperstelle ausmerzen

Verschiedene Social-Media-Kanäle einzubeziehen, wird dabei immer essenzieller: „Entscheidend ist, sich in die Aufmerksamkeitsströme seiner Zielgruppe einzuklinken”, rät Grötsch. Damit werden für den Shop oder die Plattform dort virale Effekte erzeugt, wo auch die Kunden die meiste Zeit verbringen: bei Facebook, Twitter, Google+ oder auch in speziellen Fach- Foren und Communities.

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