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Onlinehändler und Bezahldienst Warum Ebay Paypal braucht

Amazon hat ihn, Google hat ihn, Ebay hat ihn eventuell bald nicht mehr: seinen eigenen Bezahldienst. Die Ebay-Tochter Paypal soll gewinnbringend verkauft werden, wenn es nach Investor Carl Icahn geht. Das wäre gut für sein Vermögen, aber schlecht fürs Unternehmen.

Mit diesen Apps können Sie mobil bezahlen
YapitalDie QR-Code-App der Otto-Gruppe gilt ab November in 3.300 Rewe-Filialien und schon jetzt beim Schuhhändler Görtz so-wie Lieferungen von Otto, Sport Scheck, H.I.S. Jeans und anderen Anbietern. Quelle: Presse
CashCloudErmöglicht kostenlosen Geldtransfer an Freunde. Ab November verschickt das Luxemburger Startup NFC-Tags zum Zahlen an allen NFC-fähigen MasterCard- und Visa-Terminals. Quelle: Presse
mpassKunden des vom Mobilfunker Telefónica betriebenen mpass-Dienstes zahlen per NFC-Handy oder mit Funkstickern in mehr als 10.000 Geschäften mit Paypass-Terminal von Mastercard, darunter Douglas und Aral-Tankstellen. Quelle: Presse
NettoIn den rund 400 Filialen der Einzelhandelskette Netto können Kunden per QR-Code-App zahlen. Das Programm zeigt dem Nutzer auch aktuelle Angebote und Coupons an. Quelle: Presse
EdekaRund 100 Edeka-Filialen in Berlin und Hamburg akzeptieren QR-Code-Zahlungen. Auch Einkaufzettel, Lieblingsrezepte und aktuelle Wochenangebote enthält die Software. Quelle: Presse
PaycashBei 20 Filialen der Kaffeekette Cafetiero, einigen Hochschul-Mensen sowie mehreren Restaurants in Düsseldorf und Luxemburg können Kunden bereits Essen und Trinken mit der QR-Code-App von Paycash bezahlen. Quelle: Presse

Es ist der Wachstumstreiber des Ebay-Konzerns: Paypal. Der Bezahldienst wächst schon seit Jahren mehr als das Ebay-Kerngeschäft. Der Online-Marktplatz, auf dem Händler ihre Waren anbieten, verbuchte 2013 ein Umsatzplus von zwölf Prozent auf 8,3 Milliarden US-Dollar. Währenddessen  sprang der Paypal-Erlös um 19 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro. Damit liegt sein Anteil am Gesamtgeschäft bereits bei 41 Prozent  – vor fünf Jahren waren es noch 28 Prozent.

Das weckt Begehrlichkeiten. So wie täglich Blumenvasen, Handyhüllen oder Dreiräder bei Ebay unter dem Hammer gehen, könnte bald Paypal selbst zum Verkauf stehen. Der aktivistische US-Investor Carl Icahn, der mittlerweile knapp zwei Prozent an Ebay hält, fordert, den Bezahldienst abzuspalten. Der Vorstand hat das bereits abgelehnt. Icahn, der sich aktuell auch mit Apple um Aktienrückkäufe streitet, lässt das nicht auf sich sitzen und will zwei seiner Manager in den Ebay-Aufsichtsrat schicken.

Während Icahn den Ebay-Wert steigern will, findet Ebay-Chef John Donahoe, dass nur ein vereinigtes Ebay in der Lage ist, die weitere Expansion von Paypal zu finanzieren. Bei einer Pressekonferenz vergangene Woche sagte er: „Kein anderer Konkurrent hat Paypal's Erfolg erreichen können, weil kein anderer Konkurrent eine Handelsplattform, wie Ebay hat.“

Denn Ebay sorgt fleißig für das Wachstum seines Subunternehmens. So muss etwa jeder Ebay-Verkäufer Paypal als Zahlungsmethode anbieten. Bei der Masse an Ebay-Mitgliedern lässt sich der Paypal-Erfolg absehen. Allein im vierten Quartal 2013 kamen weltweit 14 Prozent neue Ebay-Mitglieder hinzu – mittlerweile gibt es 128 Millionen. Hinzu kommen noch Paypal-Nutzer außerhalb von Ebay, wodurch es insgesamt 143 Millionen Paypal-Kundenkonten gibt.

Dieser große Kundenstamm macht die Zahlungsmethode auch für andere Händler schmackhaft. Und eine große Auswahl von Händlern lockt wiederum noch mehr Kunden an. „Der Nutzen ist größer, wenn Sie zehn Online-Shops besuchen und überall mit Paypal zahlen können, als wenn Sie zehn Online-Shops besuchen und nur in einem mit Paypal zahlen können. Das nennt man Netzwerkeffekt“, erklärt Tim Kieserwetter, Projektleiter für Online-Payment am Kölner Einzelhandelsforschungsinstitut EHI.

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