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Oracle-Chef Ellison tritt zurück Abgang eines der letzten IT-Dinosaurier

Oracle-Chef Ellison hat seinen Rücktritt bekannt gegeben. Legendär sind insbesondere seine Scharmützel mit SAP-Mitgründer Hasso Plattner - seinem deutschen Widerpart.

Oracle-Firmengründer und -Vorstandschef Larry Ellison kündigte gestern Abend seinen Rücktritt an. Quelle: REUTERS

Völlig überraschend hat Oracle-Firmengründer und -Vorstandschef Larry Ellison am Donnerstagabend seinen Rücktritt angekündigt. An seine Stelle tritt künftig eine Doppelspitze aus der Finanzchefin Safra Catz und dem bisherigen COO Mark Hurd.

Mit dem Abschied des passionierten Seglers endet eine Ära – sowohl für den amerikanischen Software-Riesen wie für die IT-Branche insgesamt. Schließlich hat der heute 70-jährige Amerikaner Oracle im Jahr 1977 selbst gegründet – und saß seitdem bei dem Anbieter von Datenbanken und Unternehmenssoftware auf dem Chefsessel.

Die größten Softwarehersteller der Welt
Platz 10: Salesforce.comCEO Marc R. Benioff schafft es mit Salesforce gerade eben in die Top Ten der umsatzstärksten Softwareunternehmen. Die Firma setzte 2013 3,8 Milliarden Dollar mit Software um. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 33,3 Prozent und macht das Unternehmen zum wachstumsstärksten innerhalb der Top Ten - damit ging es um zwei Plätze nach oben. Salesforce.com bezeichnet sich selbst als Pionier für Cloud Computing im Bereich Geschäftsanwendungen und wirbt damit, dass Unternehmen so die Kosten etwa für Hardware und IT-Management reduzieren können. Salesforce.com wurde 1999 aus der Wiege gehoben und sitzt in München, Düsseldorf und Darmstadt. Datenquelle: Erhebung der Umsatzzahlen von Gartner Quelle: REUTERS
Platz 9: CA TechnologiesEinen Platz abwärts ging es für CA Technologies. Mit 4,2 Milliarden Dollar Umsatz mit Software-Verkäufen 2013 liegt die Wachstumsrate bei -2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Unternehmen bietet IT-Management-Software und -Lösungen an. Rund 14.000 Mitarbeiter sind bei CA angestellt, davon 5300 Entwickler. Gegründet wurde CA 1976 und hat heute 150 Niederlassungen in mehr als 45 Ländern. Neben Unternehmen zählt CA Technologies auch Behörden und Bildungseinrichtungen zu seinen Kunden. Quelle: Gemeinfrei
Platz 8: VMwareMit einer Wachstumsrate von 14,1 Prozent im Vergleich zu 2012 ging es für VMware um einen Rang nach oben. 2013 machte die Firma 4,8 Milliarden Dollar Umsatz mit Software. Im Bild: Der Vorstandsvorsitzende Pat Gelsinger, der 2012 zum Unternehmen stieß. VMware ist ein amerikanisches Unternehmen, das Software im Bereich der Virtualisierung entwickelt. Gegründet wurde es 1998, heute arbeiten rund 13.000 Menschen bei VMware. Die Firma mit Sitz in Palo Alto ist international aktiv. Das bekannteste Produkt ist VMware Workstation, das mehrere parallel laufende Betriebssysteme (Windows, Linux und andere) auf einem Rechner ermöglicht. Quelle: dpa
Platz 7: Hewlett-PackardKonstant auf Rang sieben kann sich HP halten. Mit 4,9 Milliarden Dollar Software-Umsatz sank die Wachstumsrate leicht um -2,7 Prozent. Der 1939 gegründete und weltweit tätige Konzern beschäftigt rund 317.500 Mitarbeiter und sitzt in Palo Alto. Es ist eines der größten US-Technologieunternehmen und war einst das erste seiner Art im Silicon Valley. Die Produktpalette reicht von Softwarelösungen über Server bis zu Notebooks. Quelle: AP
Platz 6: EMCEbenfalls auf dem gleichen Platz wie im Vorjahr bleibt EMC. Das Unternehmen legte eine Wachstumsrate von 4,9 Prozent im Vergleich zu 2012 hin und kam 2013 auf einen Umsatz von 5,6 Milliarden Dollar mit Software-Verkäufen. Der IT-Konzern setzt auf Cloud Computing und unterstützt nach eigenen Angaben andere Firmen dabei, ihre Informationen zu speichern, zu managen, zu schützen und zu analysieren. EMC ist in mehr als 100 Ländern und quer durch alle Branchen aktiv. Weltweit beschäftigt EMC etwa 60.000 Mitarbeiter und hat 400 Vertriebsniederlassungen. Quelle: AP
Platz 5: SymantecStabiler Software-Umsatz auch beim fünftplatzierten Symantec. Wie im Vorjahr machte das US-Unternehmen 6,4 Milliarden Dollar. Im Bild: Symantec-CEO Steve Bennett. Die Firma wurde 1982 gegründet und sitzt in Mountain View in der Nähe des Silicon Valley. Nach eigenen Angaben betreibt Symantec Niederlassungen in 40 Ländern und beschäftigt rund 18.500 Mitarbeiter. Das bekannteste Produkt der Firma ist wohl das Anti-Viren-Programm Norton AntiVirus. Quelle: REUTERS
Platz 4: SAPDas deutsche Unternehmen steht wie 2012 auf Rang vier, verzeichnete aber eine Wachstumsrate von 9,5 Prozent. 18,5 Milliarden Dollar Umsatz machte der Konzern 2013 mit seinen Software-Produkten. 1972 gegründet und mit Sitz in Walldorf beschäftigt SAP heute rund 65.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen macht Software für die Abwicklung sämtlicher Geschäftsprozesse (Buchführung, Vertrieb, Lagerhaltung etc.). Quelle: dpa

Mit Ellison nimmt also auch einer der letzten Dinosaurier aus der ersten Blütezeit der IT in den Siebziger- und Achtzigerjahren seinen Hut – eine Ära mit vielen charismatischen Persönlichkeiten wie Microsoft-Gründer Bill Gates, die Apple-Gründer Steve Jobs und Steve Wozniak, Sun-Gründer Scott McNealy bis hin zum deutschen Ellison-Erzrivalen, den SAP-Mitgründer Hasso Plattner.

Wettstreit mit SAP

Insbesondere mit Plattner lieferte sich Ellison über die Jahre diverse Scharmützel – sei es verbal auf IT-Konferenzen, sei es bei Wettschlachten auf dem Wasser. Denn bei allen Unterschieden verbindet die beiden Software-Urgesteine eine Passion für das Segeln. Und ein geschäftlicher Ehrgeiz, der bis in die Neuzeit anhält.

Zuletzt lieferten sich die beiden Groß-Egos im Jahr 2010 ein verbales Fingerhakeln: Plattner trommelte seinerzeit heftig für eine neue SAP-Datenbank namens Hana – eine Technologie, die direkt gegen Oracle gezielt war. Ellison ätzte prompt dagegen und fragte süffisant nach dem Namen von Plattners Pharmazeuten (hier der Schlagabtausch inklusive Videos).

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Die Geschichte hat übrigens beiden rechtgegeben: Heute ist Hana eines der wichtigsten Wachstumsfelder für den Walldorfer Softwareriesen SAP; gleichwohl ist Oracle einer der bedeutendsten Anbieter von Datenbank-Software geblieben.

So ganz müssen Beobachter des IT-Marktes auf derlei Rangeleien hoffentlich auch in Zukunft nicht verzichten: SAP-Aufsichtsratschef Plattner, ebenfalls 70-jährig, peitscht SAP als selbsterklärter „guter Diktator“ in die Zukunft.

Auch Ellison kann und will nicht so ganz gehen: Er übernimmt künftig bei Oracle die Rolle als Cheftechnologe und Executive Chairman.

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