WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Quartalszahlen Apple verkauft überraschend mehr iPhones

Es ist ein guter Tag für Apple-Chef Tim Cook. Die Zahlen für das zweite Finanzquartal seines Unternehmens fallen besser aus als gedacht. Warum die Unken-Rufe der Analysten dennoch nicht verklingen wollen.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Apple-Chef Tim Cook kann sich über gute Verkaufszahlen bei den iPhones freuen. Auf dem Tablet-Markt hat das Unternehmen aus Cupertino es deutlich schwerer. Quelle: Marcel Stahn

Im Westen gibt es etwas Neues: Apple konnte die in den vergangenen Monaten häufig enttäuschten Anleger in der Nacht zum Donnerstag positiv überraschen. Zum zweiten Finanzquartal 2014 legt Apple gute Umsatzzahlen vor. Während eine gemeinsame Auswertung von fast 40 amerikanischen Analysten davon ausging, dass die Umsätze in etwa denen des Vergleichsquartals 2013 (43,6 Milliarden US-Dollar) entsprechen würden, legte Apple eine Schippe drauf. Der iPhone-Hersteller konnte im traditionell eigentlich ruhigen zweiten Quartal beachtliche 45,6 Milliarden US-Dollar einnehmen. Der Gewinn ist mit 10,2 Milliarden US-Dollar jedoch nur unwesentlich höher als im vergangenen Jahr.

Zugleich kündigte Tim Cook gegenüber den Investoren einen Aktiensplit im Verhältnis sieben zu eins an. Die Dividende wird dabei angehoben und der Aktienrückkauf von rund 60 auf 90 Milliarden Dollar ausgeweitet. Das alles ließ die Herzen der Anleger höher schlagen - die Aktie schoss nachbörslich um acht Prozent nach oben. Investoren beklagten sich schon lange über die mäßige Kursentwicklung beim wertvollsten Unternehmen der Welt.

Tablet-Geschäft bricht ein

Grund für die guten Zahlen sind vor allem die guten iPhone-Verkäufe. Mit 43,7 Millionen verkauften Geräten konnte Apple seine Absatzzahlen um immerhin mehr als sechs Millionen Exemplare steigern. Auch auf dem PC-Markt steht Apple gut da. Trotz aufgrund des Tablet-Booms insgesamt sinkender Nachfrage ist es Tim Cook und seinem Team gelungen, das Niveau vom Vorjahr mit knapp 4,1 Millionen Geräten zu halten.

Auf dem Tablet-Markt hingegen bekommt Apple die starke Konkurrenz durch Android-Angebote zu spüren. Während im zweiten Quartal 2013 noch 19,5 Millionen iPads verkauft wurden, waren es in diesem Quartal nur noch 16,3 Millionen.

Mit dem Minus von 16 Prozent blieb der Konzern deutlich hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Dabei hatte Apple erst im Herbst seine Tablet-Palette um das iPad Air und das iPad Mini 2 erweitert.

Gute Zahlen dank China-Deal

Das können die aktuellen Smartphones
LG G4LG Electronics hat am 28. April sein neues Flaggschiff G4 vorgestellt. Punkten wollen die Koreaner etwa mit einer innovativen Kamera, die 80 Prozent mehr Licht auf den Bildsensor leitet als beim Vorgänger-Modell. 16 Megapixel Auflösung und ein weiterentwickelter Bildstabilisator sollen für hochwertige Fotos sorgen. Für gute Selfies ist eine acht MP Frontkamera verbaut. Damit dafür auch genügend Speicherplatz zur Verfügung steht, kommt das LG 4 mit 32 GB internem Speicher daher, der durch eine MicroSD-Karte auf bis zu zwei Terabyte erweitert werden kann. Der Bildschirm ist 5,5 Zoll groß und soll deutlich heller und kontraststärker sein, als das Vorgängermodell, zudem bietet er laut LG eine bessere Farbtreue und Berührungsempfindlichkeit. Pluspunkt: Der Akku ist austauschbar, er bringt 3000 mAh Leistung. Als Prozessor ist ein 808 Snapdragon an Bord. Das Gerät wird in verschiedenen Materialien erhältlich sein: Es gibt eine Leder-Variante und eine Ceramic-Version (hier im Bild) jeweils in mehreren Farben. Ein Preis wurde noch nicht bekannt gegeben. Quelle: Presse
Sony Xperia Z4 Quelle: REUTERS
Huawei P8Ein neues Design und eine leistungsstarke Kamera - mit diesen Features kann das neue P8 von Huawei die Kritiker überzeigen. Es ist billiger als die Konkurrenz von Apple und verspricht in etwa die gleiche Leistung. Das Smartphone gibt es in Grau, Champagner, Weiß und Gold. Jedes zweite Smartphone in Deutschland ist aktuell ein Samsung-Gerät. Nur jedes vierte Smartphone in Deutschland ist derzeit ein iPhone. Geräte der Hersteller Sony, Nokia, HTC, LG und Huawei hingegen spielen unter deutschen Smartphone-Nutzern kaum eine Rolle. Quelle: Presse
Xiaomi Mi Notes Der chinesische Smartphonehersteller Xiaomi hat am 15. Januar die Oberklasse-Smartphones Mi Note und Mi Note Pro vorgestellt, die dem iPhone 6 in den USA Konkurrenz machen sollen. Das Display des Mi Note schlägt das iPhone 6 mit 5,7 Zoll zu 5,5 Zoll, der Bildschirm hat eine Pixeldichte von 386 ppi und ein LCD-Panel für einen höheren Kontrast. Die Kamera an der Rückseite verfügt über 13 Megapixel, die an der Vorderseite über vier Megapixel. Der interne Speicher fasst 16 GByte und lässt sich nicht per microSD-Karte erweitern. Der Preis liegt bei umgerechnet rund 319 Euro. o Das Mi Note Pro kostet 458 Euro, ist aber auch noch etwas besser ausgestattet: Die Pixeldichte beträgt 515 ppi, das Speichervolumen 64-GByte. Quelle: REUTERS
Samsung Galaxy A7Samsung hat mit dem A7 ein superflaches und nur 141 Gramm schweres Smartphone in Alu-Gehäuse vorgestellt. Mit 6,3 Millimetern ist es noch dünner als das aktuelle iPhone 6 mit 6,9 Millimetern. Es sei eines der flachsten Samsung-Smartphones aller Zeiten, teilte der Hersteller in seinem Blog mit. Das Handy hat ein 5,5 Zoll großes Super Amoled Display. Als Betriebssystem ist Android KitKat (4.4) an Bord. Samsung verspricht mit acht leistungsstarken Prozessoren flüssiges Surfen und Nutzen von Apps, vor allem für den Austausch in den Sozialen Medien. Eine 5-Megapixel-Frontkamera sorgt für Selfies in ordentlicher Qualität, deutlich stärker ist die Kamera an der Rückseite mit 13 Megapixeln. Für bessere Selfies ist der "Auto Selfie"-Modus da, mit dem per Sprachbefehl oder einem Wink mit der Hand die Kamera ausgelöst werden kann. Ein 2600 mAh starker Akku soll für Ausdauer sorgen. Wie bei Samsung üblich, wurde sich über Preis und Marktstart noch ausgeschwiegen. Händler und IT-Portale vermuten, dass das Smartphone gegen Ende des ersten Quartals für um die 500 Euro in die Läden kommen wird. Quelle: Samsung
Samsung Galaxy Note 4 LTE-A Quelle: AP
Samsung Galaxy A5 und A3Samsung hat die neue A-Serie vorgestellt. Die Smartphones haben ein Metallgehäuse; beide sind mit einer 5-Megapixel-Frontkamera ausgerüstet, um gute Selfies machen zu können. Passend dazu ist die neueste Kamera-Software an Bord, die mit dem Galaxy Note 4 eingeführt wurde und verschiedene spezielle Selfie-Einstellungen ermöglicht. Das A5 (im Bild) ist das größere, es kommt einem 5-Zoll-Display, 2 GB Arbeitsspeicher, einer 13-Megapixel-Kamera an der Rückseite und einem 2300 mAh starken Akku in den Handel. Der kleine Bruder A3 ist die abgespeckte Version mit einem 4,5-Zoll-Display, 1 GB Arbeitsspeicher, 6-Megapixel-Rückkamera und einem nur 1900 mAh starken Akku. Beide Smartphones laufen auf Android KitKat (4.4) und bringen NFC und LTE mit. Preis: noch unbekannt. Ab November sollen die Smartphones in Weiß, Schwarz, Silber, Pink und Blau verfügbar sein. Quelle: Samsung

Das eher magere Produkt-Update scheint jedoch weder gereicht zu haben, um iPad-Nutzer zum Aufrüsten zu bewegen, noch, um Neukunden anzuwerben. Ein hausgemachtes Apple-Problem, des ewigen Updaters Tim Cook. Schon lange muss er mit der Kritik leben, zu wenig Innovationen zu präsentieren und statt dessen alte Produkte nur marginal aufzurüsten.

Der Apple-Chef verteidigte die schlechten iPad-Zahlen heftig. „Das iPad ist das Produkt, mit dem Apple binnen kürzester Zeit am schnellsten wachsen konnte.“ Dass das so nicht weiter gehen konnte, sei klar. Dennoch wachse der Tablet-Markt weiter. „Und Apple wird hier weiter eine große Rolle spielen“, unterstrich Cook.

Die wirkliche Überraschung sind die extrem guten Verkaufszahlen für das iPhone. Diese konnte Apple mit einem regelrechten Coup erreichen. Weil der Smartphone-Markt in den Industrienationen weitgehend abgedeckt ist, ist nur noch Wachstum in den Schwellenländern möglich. Hier sind vor allem preiswerte Produkte mit großem Display gefragt.

Entsprechend profitieren Billiganbieter, die meist mit Googles offenem Betriebssystem Android ausgestattet sind. Gerade in dem stark wachsenden Schwellenmarkt machen HTC, LG, Sony, Nokia und vor allem Samsung Boden gut. Ihr Rezept: Eine breite Produktpalette, vom hochpreisigen Flaggschiff bis zum einfachen Gerät für unter 200 Euro.

Apple kann und vor allem will da nicht mithalten. Lange sah es so aus, als würde genau diese Einstellung dem Konzern zum Verhängnis werden. „Die Kunden wollen das, was wir nicht haben“, soll es auf einer internen Unternehmens-Konferenz bereits vor etwa einem Jahr selbstkritisch geheißen haben.

Doch ein Deal mit Chinas größtem Mobilfunkprovider hat Apple wieder nach vorne gebracht. Seit Januar 2014 bietet China Mobile exklusive Verträge mit dem iPhone an. Jahrelang hatte Tim Cook für dieses Geschäft in China verhandeln müssen. Am Mittwoch war Zahltag – und die Rechnung ging auf.

iPhone 6 mit größerem Display?

Welche Innovationen Apple sich sichert
Akkulaufzeit neu verwaltenApple hat ein neues Patent angemeldet, dass eine neue clevere Funktion beschreibt. Diese merkt sich über die Geoinformationen den Ort, an dem der Nutzer sein Smartphone in der Regel auflädt. Je nach Akkustand und Entfernung zu der gespeicherten Position, werden im Smartphone Funktionen abgeschaltet, um die Stromversorgung bis zur Energiequelle zu sichern. So würden zum Beispiel bestimmte Apps, die selten benutzt werden und im Hintergrund Strom ziehen ausgestellt, um so den Akku zu schonen.
Patente für den iPenNachdem Steve Jobs den Stift für das iPad und das iPhone immer abgelehnt hatte, setzt Samsung voll auf die Möglichkeiten eines intelligenten Stylus. Vor allem Architekten, Ingenieure und Zeichner wissen die Funktion zu schätzen. Auch Drittanbieter haben versucht die Apple-Produkte mit ihren Stiften zu erweitern. Nun legt Apple offensichtlich nach und setzt voll auf Gesten. Laut Patentantrag soll der sogenannte iPen angeblich erkennen, wie er gehalten wird und diese Informationen über Orientierungssensoren direkt an das Tablet übermitteln. Auf diesem Weg könnte der Zeichner zum Beispiel die Strichbreite einstellen – ganz wie beim Halten eines Füllers. Insgesamt soll Apple laut der  Website Patentlyapple bereits über 20 Patente für Stylus-Geräte bekommen haben. Etliche davon dienen wohl auch nur der Absicherung der Rechte. Ob daraus am Ende auch wirklich ein Stift wird, ist bisher noch nicht klar. Quelle: dpa
Kopfhörer mit SensorenApple hat in den USA ein Patent für neue Kopfhörer eingereicht und genehmigt bekommen. Die neuen "In-Ear" sollen mit Sensoren ausgestattet werden, die Körpertemperatur, Puls und Schweißabsonderung messen und die Daten speichern. Der Vorteil gegenüber Fitnessarmbändern: Die Kopfhörer sind kein Extra-Gadget, sie werden von den meisten Sportlern sowieso am Körper getragen. Erstmals hat sich Apple mit so einer Anwendung vor über sieben Jahren beschäftigt, wie der Patentantrag zeigt. Neben der Tracking-Funktion sollen die Sensoren auch Kopfnicken erkennen. Über diesen Weg ließe sich zum Beispiel die Musik steuern. Quelle: WirtschaftsWoche Online
Beim Mac und iPad anklopfenEs wäre eine spannende Erweiterung der Tastatur - zumindest hat Apple einen Patentantrag genehmigt bekommen, in dem beschrieben wird, wie Tablet und Notebook auf akustische Signale reagieren. Gemeint ist zum Beispiel das Kratzen oder Klopfen am Gehäuse der Geräte. Sensoren im Gerät sollen die Töne erfassen und sie zur Auswertung an den Prozessor schicken, der sie interpretiert. Erleichtern könnte die Technik das Markieren von Texten oder das Aufrufen eines Kontextmenüs. Quelle: REUTERS
Krumme Sensoren auf dem iPhoneApple hat in den USA das Patent für gekrümmte Touch-Sensoren zugesprochen bekommen. Die Herstellung der gekrümmten Sensoren ist aufwendig. Zunächst werden die Sensoren als Rohling mit einer leitenden Filmschicht und dem Deckmaterial in flacher Form angefertigt. Durch gleichmäßige Wärmezufuhr wird das Material gekrümmt. So stellen die Handybauer außerdem sicher, dass die Sensoroberfläche den gleichen Abstand zum Deckmaterial behält. Nur so ist die Touch-Oberfläche in der Mitte wie am Rand empfindlich. Quelle: REUTERS
Solardeckel für das MacbookFür einen ganz neuen Notebookdeckel hat Apple in den USA ein Patent erhalten. Der Deckel soll mit einer Solarzelle den Akku des Computers laden und gleichzeitig als zweiter Display mit Touchscreen arbeiten. Bekannt ist die Technik bereits als elektrochromes Glas in Form eines Sonnen- oder Sichtschutzes im Kfz-Bau. Auch als Trennwand in Büros wird die Technik eingesetzt - allerdings ohne die Displayfunktion. Klappt man das Macbook künftig zu, könnten also auf der Außenseite trotzdem Verkehrsinformationen oder Statusupdates aus sozialen Netzwerken eingeblendet werden. Inwieweit das Patent jedoch wirklich zu einem konkreten Produkt wird, ist derzeit noch fraglich. Quelle: dpa
iWatch aus der Entfernung aufladenSamsung hat mit der Computeruhr Galaxy Gear vorgelegt, nun will Apple nachziehen. Angeblich arbeitet der Konzern bereits seit Jahren mit einer hundert Mitarbeiter starken Mannschaft an dem Gadget fürs Handgelenk. Ein Patentantrag gibt den Gerüchten neuen Aufwind, wie das chinesische Magazin ctech berichtet. Demnach soll sich der Akku der iWatch sogar über mehrere Meter hinweg aufladen lassen. Somit ließe sich das Gadget über den Apple-Laptop oder -Computer laden, ohne es abzunehmen. Quelle: REUTERS

Die Zahlen sprechen dafür, dass sich Tim Cook mit seiner Taktik trotz hochpreisiger Produkte im Land der Mitte seine Kundschaft sichern konnte. Und gerade der chinesische Markt bietet Potential. Das taiwanesische Branchenportal "Digi Times" hat berechnet, dass 2014 etwa 422 Millionen Smartphones in der Volksrepublik über die Ladentheke gehen werden – davon 278 Millionen von chinesischen Anbietern.

Neben dem starken Wachstum von 17 Prozent in China, konnte Apple unter anderem auch in Japan seine Verkäufe ankurbeln. Hier seien die Verkaufszahlen für das iPhone um 15 Prozent gestiegen, heißt es aus dem Unternehmen.

Apple wird den asiatischen Raum sicher weiter für sich nutzen – und dafür auch an seinem Smartphone-Design arbeiten. Branchen-Insider gehen davon aus, dass das iPhone 6 erstmals ein größeres Display (5,7 Zoll) haben könnte, wie es in den Schwellenländern besonders gefragt ist. Den größeren Materialaufwand wird Apple aber vermutlich wieder im Preis niederschlagen. Alles andere wäre inkonsequent. Bei der Präsentation der Zahlen sagte Tim Cook: „Wir werden immer so viel für ein Produkt verlangen, wie wir es für fair halten.“

Die zehn Erfolgsgeheimnisse des IT-Konzerns
Wie macht Apple das nur? Aktuell ist Apple das wertvollste Unternehmen der Welt. Der Börsenwert liegt bei mehr als 580 Milliarden Dollar. Und Apple  hat Barreserven in Höhe von  216 Milliarden  Dollar. Zehn Gründe warum das Unternehmen so viel besser ist als jeder Konkurrent. Quelle: REUTERS
1. Der NetzwerkeffektDie IT-Welt funktioniert nach anderen Regeln als der Rest der Wirtschaft. Eine besondere Rolle spielt der sogenannte Netzwerkeffekt. Beispiel Microsoft: In der Ära des PCs hatte der Konzern ein Quasi-Monopol im Bereich der Desktop-Betriebssysteme und der Office-Software. Der Grund: Sobald MS-DOS und später Windows gegenüber damals konkurrierenden Systemen wie CP/M nur einen hauchdünnen Vorsprung hatte, entwickelten Softwareentwickler vornehmlich für das Microsoft-System, um möglichst viele potenzielle Kunden zu erreichen. Andererseits wurde die Microsoft-Plattform mit der verfügbaren Software auch für die Kunden immer attraktiver. Die große Verbreitung von Office in der PC-Ära machte auch diese Software zum Quasi-Standard: Wer die Dokumente von Freunden, Kollegen und Geschäftspartnern lesen und bearbeiten wollte, musste zur Microsoft-Software greifen. Quelle: dpa
1. Der NetzwerkeffektIm mobilen Markt hat Apple die Nase vorn. Zwar werden in absoluten Zahlen im Smartphone-Markt mehr Geräte mit Android-System verkauft – doch Android-Nutzer zeigen im Schnitt deutlich weniger Bereitschaft, Geld für Apps auszugeben. Quelle: AP
2. Zulieferer in vielen LändernApples Zulieferer beschäftigen mehr als 1,6 Millionen Menschen in 20 Ländern. Apple steht wegen der Arbeitsbedingungen seiner Zulieferer in der Kritik. Das taiwanesische Unternehmen Foxconn, das vornehmlich in China produzieren lässt, wurde zum Symbol für Ausbeutung und schlechte Arbeitsbedingungen. Jetzt ist es Apple durch Kontrollen bei Zulieferern gelungen, Verstöße gegen Arbeitszeit-Beschränkungen zu reduzieren. Die Obergrenze von 60 Arbeitsstunden pro Woche sei im vergangenen Jahr zu 97 Prozent eingehalten worden, erklärte der Konzern in seinem jährlichen Bericht zur Lage bei den Zulieferern. Ein Jahr zuvor wurde noch ein Wert von 92 Prozent angegeben. Die durchschnittliche Arbeitszeit für fest angestellte Mitarbeiter bei Zulieferern lag jetzt bei 55 Stunden pro Woche. Quelle: dpa
3. MargeDie Marge pro verkauftem Gerät ist traditionell besonders hoch bei Softwareherstellern: Nachdem ein Software-Produkt entwickelt ist, sind die Kosten pro verkauftem Medium sehr gering, der Verkaufspreis hoch. Apple verkauft zwar auch Software, verdient sein Geld aber hauptsächlich mit dem Verkauf von Hardware. Der Konzern erreicht allerdings auch bei der Hardware Margen, von denen die Konkurrenz nur träumen kann. Offizielle Zahlen gibt es nicht, doch Analysten schätzen die Marge pro verkauftem Gerät zwischen 30 und 40 Prozent. Besonders groß ist die Marge beim iPhone – und davon hat Apple wiederum besonders viele Geräte verkauft: im Jahr 2015 mehr als 231 Millionen Stück. Quelle: REUTERS
4. Konzentration auf das WesentlicheAuch bei den Produktkategorien herrscht Übersichtlichkeit. Das aktuelle iPhone SE gibt es jeweils mit unterschiedlicher Speicherausstattung – auf verwirrende Produktbezeichnungen mit langen Zahlenreihen und verschiedenen Ausstattungen verzichtet der Konzern komplett. Mit der Konzentration auf das Wesentliche hat Apple auch beim Produktdesign Trends gesetzt: Überflüssiges wird weggelassen. Das macht die Produkte elegant und benutzerfreundlich. Damit liegt Apple ganz auf der Linie des heimlichen Vorbilds, dem deutschen Braun-Designer Dieter Rams. Quelle: dpa
Apple-Museum Quelle: dpa

Ein Billig-Smartphone wird es von Apple also sicherlich nicht so schnell geben. Die Hoffnungen darauf wurden spätestens im vergangenen Herbst mit der Präsentation des iPhone 5C abrupt zerstört. Das knallbunte Plastik-Telefon entpuppte sich mit einem saftigen Preis von 599 Euro für die 16-Gigabyte-Variante als Ladenhüter. Für hundert Euro mehr war schon das deutlich besser 5S erhältlich.

Doch Tim Cook beharrt auf dieser Preispolitik. Die Angst, die kostbare hohe Marge könne weiter schrumpfen, ist groß. Immerhin kann Apple in letzter Zeit immer weniger Gewinn aus seinem Umsatz ziehen. Grund sind steigende Investitionen in Marketing sowie Forschung und Entwicklung. Gleichzeitig schmolz – auch angesichts der üppigen Ausschüttungen an die Anteilseigner – erstmals seit langem wieder etwas von Apples Geldberg ab – von 159 auf 151 Milliarden Dollar.

Tim Cook dämpft Erwartungen

Das Vermögen des Konzerns bleibt dennoch beeindruckend. Bei solchen Zahlen und einer weiterhin sehr treuen Kundschaft kann sich das Unternehmen die teure Preispolitik weiter erlauben. Doch früher oder später werden neue Produkte kommen müssen.

Denn Apple ist vom Erfolg seiner Hardware abhängig – gepaart mit dem überaus erfolgreichen Ökosystem iTunes. Während Facebook, Google und Amazon sich immer stärker in andere Bereiche vorwagen, bleibt Apple seiner Linie treu. „Unser Motto lautet: Bleib fokussiert“, sagte Tim Cook am Mittwoch. Das Unternehmen wolle sich darauf konzentrieren, Produkte auf den Markt zu bringen, die so gut sind, wie keine anderen.

Gleichzeitig beeilte er sich erneut zu versichern, dass in den geheimen Innovationsabteilungen des Konzerns „Großartiges“ entstehe. „Aber noch sind wir nicht so weit, den Vorhang auch lüften zu können“, sagte er.

Diese Worte sind nicht neu. Seit etwa einem Jahr kündigt Apple immer wieder „Fantastisches“ an – ohne, dass Taten folgen.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Dieses Element gibt es nicht mehr.

„Insgesamt gibt sich Apple große Mühe, Produkte erst dann anzukündigen, wenn sie auch wirklich fertig sind“, sagte der amerikanische IT-Analyst Patrick Moorhead bereits im vergangenen Sommer gegenüber unserer Redaktion.

Die Worte des Apple-Chefs machen also wenig Hoffnung darauf, dass schon bei der Entwicklerkonferenz am 2. Juni die langersehnte iWatch vorgestellt werden könnte.

Denn ganz gleich, womit Apple als nächstes punkten will: Weder Computeruhr noch iTV werden dem Kunden präsentiert, so lange das Produkt nicht perfekt ist. Und so lange werden die Analysten auch weiter nach Innovationen schreien.

Der Autorin auf Twitter folgen:

Diesen Artikel teilen:
  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%