Quartalszahlen Samsung erzielt Rekordgewinn

In diesem Quartal festigt der südkoreanische Technologiekonzern Samsung seine gute Stellung auf dem Smartphone-Markt. Durch die Kooperation mit einem Glas-Spezialisten kann Samsung jetzt auch Apple gefährlich werden.

Samsung erzielt Rekordumsätze im dritten Quartal 2013. Quelle: AP

Der Smartphone-Boom und höhere Chippreise haben dem südkoreanischen Technologieriesen Samsung einen neuen Rekordgewinn in Milliardenhöhe beschert. Der Überschuss stieg im dritten Quartal 2013 im Jahresvergleich um 26 Prozent auf 8,24 Billionen Won (etwa 5,6 Milliarden Euro), wie der weltgrößte Produzent von Speicherchips, Fernsehern und Handys am Freitag mitteilte. Der Umsatz kletterte um 13 Prozent auf 59 Billionen Won.

Neben dem wiedererstarkten Geschäft mit Speicherchips verdankt Samsung den Gewinnsprung auch dem robusten Absatz von Smartphones im unteren und mittleren Preisbereich. Mit Blick auf die Weihnachtssaison erwartet der Apple-Konkurrent nach eigenen Angaben für das Schlussquartal eine Fortsetzung des Wachstumsschwungs am Markt für Smartphones und Tablet-Computer, „während der Wettbewerb sich weiter verschärft“. Der Absatz sei im dritten Quartal durch die „Massenmarkt-Modelle“ angetrieben worden, hieß es. Bei den teuren Premium-Modellen hätten die Auslieferungen auf ähnlichem Niveau wie im Quartal zuvor gelegen.

Das ist das neue Samsung Galaxy S4
Lange Schlangen vor der Radio City Music Hall in New York. 3000 Zuschauer waren zur Präsentation des neuen Samsung Galaxy S4 gekommen. Foto: Andreas Menn
Langsam wird es rappelvoll im Saal. Und die Zuschauer staunen nicht schlecht... Foto: Andreas Menn
...als das neue Handy dann mit einer ungewöhnlichen Broadway-Show vorgestellt wird. Quelle: REUTERS
So sieht es aus, das neue Samsung Galaxy IV. Optisch unterscheidet es sich kaum vom Vorgänger-Modell. Mit fünf Zoll Bildschirmdiagonale ist Samsungs Neuling aber größer als das S3. Der erste Eindruck der Bildqualität überzeugt. Foto: Andreas Menn
Dank einer neuartigen Gestensteuerung reicht es, eine Wischbewegung über dem Handy zu machen, um etwa durch ein Fotoalbum zu blättern - ganz ohne Berührung. Der Vorteil ist vor allem im Winter klar: Das klappt auch mit Handschuhen. Beim ersten Test erkennt das Handy allerdings die Gesten nicht immer, und ab einer Distanz von etwa zehn Zentimetern funktioniert die Bedienung per Geste nicht mehr. Foto: Andreas Menn
Ein Handout-Bild des Herstellers zeigt das neue S4 von allen Seiten. Es ist etwas dünner und leichter als das Galaxy S3. Für den größeren Bildschirm hat das S4 auch einen 20 Prozent größeren Akku eingebaut bekommen. Quelle: dpa
Das Gehäuse ist weiterhin aus Kunststoff. Betriebssystem ist die neueste Version von Googles Android, genannt „Jelly Bean“, verfeinert mit Samsung-eigenen Funktionen. "Life Companion" ist auf dem Display zu lesen - das Gerät soll ein Begleiter in allen Lebenslagen werden. So gibt es etwa die Gesundheits-App "S Health"... Quelle: REUTERS
...die die körperliche Aktivität des Nutzers überwacht. Schritte zählt das Handy zuverlässig - und speichert, wie viel sich der Nutzer am Tag bewegt. Foto: Andreas Menn
Samsungs Mobilfunk-Chef J.K. Shin hält das neue Telefon hoch. Die Hauptkamera des neuen S4 legt auf 13 Megapixel zu - das S3 hatte 8 Megapixel. Mit der Kamera-Software lassen sich durch Mehrfachaufnahmen unerwünschte Hintergründe aus dem Bild entfernen. Front- und Rückkamera arbeiten gemeinsam, sodass der Fotograf sich klein ins eigentliche Bild einblenden kann. Quelle: REUTERS
Das Galaxy S4 reagiert auf Augenkontakt, es lassen sich damit Bildschirmseiten herunterscrollen oder ein Video hält an, wenn der Blick abschweift. Der „S Translator“ übersetzt automatisch E-Mails oder andere Texte. Quelle: AP/dpa
Ab Ende April ist das große Computerhandy zu haben. Ein Preis wurde allerdings noch nicht genannt. Quelle: dpa

Südkoreanische Medien hatten zuvor unter Berufung auf Konzernkreise berichtet, dass der Absatz des Smartphone-Flaggschiffs Galaxy S4 seit seinem Marktstart im April die Schwelle von 40 Millionen Einheiten überschritten habe. Dieser Punkt sei damit schneller als beim Vorgängermodell S3 erreicht worden. Analysten schätzen jedoch, dass in diesem Segment die Marktsättigung schon bald erreicht sein könnte.

Apple hatte in den ersten drei Tagen des Verkaufs seiner neuen Geräte iPhone 5s und des günstigeren Modells 5c im September nach eigenen Angaben mehr als neun Millionen Stück abgesetzt.

Samsung profitierte auch von der steigenden Nachfrage nach Speicherchips. Der operative Gewinn der Kernsparte Halbleiter verdoppelte sich binnen Jahresfrist auf 2,06 Billionen Won. Bei Speicherkomponenten sei „die Nachfrage in allen Segmenten weiter robust gewesen: Mobilgeräte, Server, PC und Spielekonsolen“.

Nach Ansicht von Marktbeobachtern werden sich im vierten Quartal auch die Folgen eines Großbrands im September in den Fertigungsanlagen des südkoreanischen Chipherstellers SK Hynix in China auf die Preise auswirken.

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Am Donnerstag wurde zudem bekannt, dass Samsung bei einem führenden Anbieter von kratzfestem Glas für Smartphone-Bildschirme einsteigt. Dafür übernimmt Samsung Anteile an dem amerikanischen Unternehmen Corning, das unter Anderem den ewigen Konkurrenten Apple beliefert. Corning produziert unter der Bezeichnung „Gorilla Glass“ kratzfeste Glas für Bildschirme von Fernsehern, aber vor allem Tablets und Smartphones wie Samsungs Galaxy-Geräte oder Nokias Lumia. Corning entwickelte das besonders dünne und widerstandsfähige Gorilla Glass ursprünglich für Apples iPhones.

In der Vereinbarung mit Corning gibt Samsung eine 43 Prozent-Beteiligung an einem gemeinsamen Joint-Venture komplett an Corning ab. Im Gegenzug erhält Samsung wandelbare Vorzugsaktion des Produzenten im Wert von 1,9 Milliarden Dollar. Zusätzlich erwirbt Samsung Vorzugsaktien für weitere 400 Millionen Dollar. Mit einem Anteil von 7,4 Prozent werden die Südkoreaner damit größter Aktionär des Unternehmens.

Mit der Vereinbarung dürfte sich Samsung vor allem eine bevorzugte Behandlung sichern, wenn es um modernste Technologien geht. Auch Lieferengpässe für den weiter wachsenden Bedarf an Teilen für Smartphones und Tablets dürften die Südkoreaner damit vermeiden. Corning stellt neben Bildschirm-Glas auch andere Produkte für die Unterhaltungselektronik sowie Glasfaserkabel und Komponenten für die Telekommunikation her.

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