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Quellcode-Weitergabe Apple öffnet China Tür und Tor

Apple soll den Quellcode für seine iPhone-Software an die chinesische Regierung gegeben und im Gegenzug Zugang zum chinesischen Markt erhalten haben. Sollte das stimmen, wären nicht nur chinesische Nutzer gefährdet.

Ein Käufer präsentiert stolz sein iPhone Wangfujing. Quelle: AP

China ist zum wichtigsten Markt für Apples iPhone geworden. Laut einem Bericht der Financial Times hat Apple dort im vergangenen Jahr erstmals mehr iPhones verkauft als in den USA. Apple will dort weiter wachsen. Erst am Samstag hatte der US-Konzern in der chinesischen Millionen-Metropole Hangzhou den größten Apple-Stores Asiens eröffnet. Noch vor dem chinesischen Neujahrsfest Mitte Februar sollen weitere fünf Apple-Stores mit dem Verkauf starten – so dass es insgesamt 20 in China gibt.

Zehn Apps, die besser sind als die Apple-Variante
Gmail statt Apples Mail-AppWer Googles Email-Programm bereits nutzt, sollte das auch weiterhin tun. Die App ist leichter zu bedienen. Vor allem ältere Nachrichten lassen sich leichter wiederfinden. Infos zum Download Quelle: Screenshot
Spotify statt Apple Music AppApples Musik-App ist gut für alle Lieder, die der Nutzer über iTunes bereits erstanden hat. Um jedoch neue Musik anzuhören, lohnt sich die App von Spotify. Über den Streamingdienst lassen sich Lieder kostenfrei anhören - sofern die Internetverbindung stabil ist. Gegen einen Aufpreis von 9,99 Euro im Monat können Songs auch auf das Gerät heruntergeladen werden. Infos zum Download Quelle: REUTERS
WhatsApp statt "Nachrichten"Der Kurznachrichtendienst WhatsApp (Teil des Facebook-Imperiums) steht dem Apple-Messanger in nichts nach. Im Gegenteil: Da das Programm internetbasiert funktioniert, kann geräteübergreifend kommuniziert werden. Die vorinstallierte Apple-App lässt nur Chats mit Nutzern von iPhones und iPads zu. Zur Bildergalerie "Tipps und Kniffe bei WhatsApp"Infos zum Download Quelle: dpa
Google Maps statt der Apple-KartenBei der Einführung der Apple-Karten mit dem iPhone 5 hatte das Unternehmen mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Seitdem hat sich der Dienst zwar deutlich verbessert. Doch das Google-Produkt ist immernoch um einiges ausgefeilter. Die angezeigten Fahrtrouten sind präziser. Außerdem werden auch Fahrtrouten mit öffentlichen Verkehrsmitteln angezeigt. Infos zum Download Quelle: dpa
Evernote statt NotesDie Funktionen der Apple-App "Notes" halten sich nach wie vor in Grenzen. Außer dem Schreiben kleiner Notizen bietet sie kaum Optionen an. Evernote hingegen speichert nicht nur kleine Schriftstücke. Über die App lassen sich auch Audio- und Videodateien herunterladen und alle Informationen auf anderen Geräten ablegen - Cloudlösung sei Dank. Zur Bildergalerie "Wie Sie Evernote effizient nutzen"Infos zum Download
Impala statt der Apple Foto-AppWer seine Smartphone-Fotos individuell sortieren möchte, sollte sich die App Impala einmal genauer anschauen. Die App scannt die Fotos und organisiert sie automatisch. Dabei greift die App nicht nur auf Geo-Daten zu. Sie erkennt anhand des Motives, ob es sich um Bilder aus einer Kategorie handeln müsste. Infos zum Download Quelle: Screenshot
Dark Sky statt Apple Wetter-AppDie Apple Wetter-App zeigt nur einzelne Orte und die ungefähre Wetterentwicklung für den laufenden und die kommenden Tage. Deutlich detaillierter gibt "Dark Sky" Auskunft. Bis auf die Minute sagt die App Niederschläge voraus (mal mehr und mal weniger genau). Außerdem liefert Dark Sky imposante Karten, auf denen in Echtzeit Wetterentwicklungen verfolgt werden können. Der Nutzer sieht den aufziehenden Sturm also auf der App, ehe er da ist. Infos zum Download Quelle: Screenshot

China ist Apples Zukunftsmarkt, doch für den Zugang zahlt der US-Konzern einen hohen Preis. Nach einem Bericht der chinesisch-sprachigen Website Beijing News, hat der US-Konzern den chinesischen Behörden Zugriff auf seinen Quellcode für das iPhone gegeben.

Demnach hat Apple-Chef Tim Cook im Dezember vergangenen Jahres dem chinesischen Chef des State Internet Office und stellvertretender Chef der Propagandaabteilung der KP, Lu Wei, zugesichert, „Sicherheitschecks“ bei allen Apple Produkten durchführen zu dürfen, die in China verkauft werden.

Nicht nur chinesische Nutzer wären betroffen

Zuvor hatten Vertreter der chinesischen Regierung Apple immer wieder vorgeworfen, mit Geheimdiensten zu kooperieren – deswegen sei das iPhone eine „Bedrohung für die nationale Sicherheit“ und die Bürger. Auch Microsoft musste sich solche Vorwürfe gefallen lassen.

Cook dementierte umgehend Gerüchte, denen zufolge Apple Daten an Dritte weitergebe, mit staatlichen Einrichtungen kooperiere oder Hintertüren in seine Software einbaue. „Wir hatten niemals Hintertüren und werden niemals welche haben.“

Apple-Produkte, die leider nie entstanden
In seinem Buch "Genial Einfach" berichtet Hartmut Esslinger von seiner Zusammenarbeit mit Steve Jobs und wie dieser das Potential des Designs erkannte. Das Buch zeigt hunderte Skizzen und Bilder von den Ursprüngen der Designs. Im Folgenden eine kleine Übersicht. Hier im Bild: Der Charme von 1982 spricht aus dieser Macintosh-Studie, die aus Faserstoffplatten gebaut wurde. © Hartmut Esslinger & frog team Quelle: Presse
Diese Studie zeigt das MacBook 1, wie die Designer es sich 1982 vorstellten. Es erscheint aus heutiger Sicht als ein ziemlich dicker Brummer - im Vergleich zu anderen tragbaren Computern der Achtziger ist es aber schon ein zartes Pflänzchen. © Hartmut Esslinger & frog team Quelle: Presse
Waren Computer damals meist in einem Grau-Beige-Ton gehalten, entstand ab 1982 in der Zusammenarbeit zwischen Steve Jobs und Hartmut Esslinger das neue, moderne Farb- und Designkonzept "Snow White" (der englische Name des Märchens "Schneewittchen"). © Hartmut Esslinger & frog team Quelle: Presse
Der Entwurf des Apple IIc von 1983 erinnert noch stark an eine Schreibmaschine. Bei diesem Modell wurde erstmals das neue Weiß eingesetzt, was den Computer kompatibler für Wohnräume machen sollte. © Hartmut Esslinger & frog team Quelle: Presse
Schlanker kommt da schon dieser Entwurf des Macintosh SE von 1983/84 daher. Die Vision eines modernen Keyboards und der Maus zur Eingabe. © Hartmut Esslinger & frog team, Foto: Dietmar Henneka Quelle: Presse
Mobiltelefone waren in den 80er Jahren noch halbe Telefonzellen. Wie unpraktisch, dachte sich schon damals das Apple-Design-Team, und entwarf 1983 etwa diese frühe Version eines Klapp-Handys. © Hartmut Esslinger & frog team Quelle: Presse
Eine frühe Vision eines Tablet-Macs. Dieses Design stammt von 1982. Die Bedienung sollte über einen großen, klobigen Eingabestift funktionieren. © Hartmut Esslinger & frog team Quelle: Presse

Lu Wei soll laut den Beijing News zu Cook gesagt haben, Apple müsse seine Produkte durch seine Behörde unterziehen lassen. Apple werde „voll kooperieren“, damit chinesische Kunden sich „jederzeit sicher“ fühlten – auch wenn sie Apple-Produkte nutzten.

Sollte Apple im Rahmen dieser „Kooperation“ wirklich den Quellcode gegenüber den chinesischen Behörden offengelegt haben, hätte das weitreichende Konsequenzen – nicht nur für chinesische Nutzer.

So sagte ein unter dem Pseudonym Percy Alpha bekannter Netzaktivist und Gründer des Anti-Zensur-Watchdog GreatFire gegenüber Quartz: „Sollte Apple den Quellcode an die chinesische Regierung ausgeliefert haben, hat diese Einblick in die Funktionsweise der Apple-Software.“

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