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Samsung Konzern prüft Aufspaltung und Sonderdividende

Ein Samsung Note 7 gerät in einem Flugzeug kurz vor dem Start in Brand. Keine gute Publicity für einen Konzern, dennoch erreicht die Aktie ein Rekordhoch. Das liegt vor allem an Gerüchten über eine mögliche Aufspaltung.

Samsung Galaxy Note 7: Wegen des Unfalls mit einem solchen Gerät musste in den USA ein Flugzeug evakuiert werden. Quelle: dpa

Es ist nicht gerade Werbung für einen Konzern: Wegen eines Defekts an einem Smartphone ist in den USA ein Flugzeug vor dem Start in Brand geraten. Die Probleme mit überhitzenden Akkus bei diversen Samsung-Geräten sind bekannt – die Nutzung an Bord von Flugzeugen ist in den USA und in Europa derzeit verboten, es läuft eine weltweite Rückrufaktion. Besonders pikant: Laut dem Besitzer handelt es sich bereits um ein ausgetauschtes Gerät, das er im Zuge des Rückrufs erhalten hatte.

Der nun betroffene Passagier des evakuierten Fliegers erzählte dem Lokalsender Wave 3, die Besatzung habe alle Fluggäste mit einem Note 7 darum gebeten, die Geräte auszuschalten. Er habe das getan und das Handy in seine Hosentasche gesteckt. Wenige Sekunden später habe er einen Knall gehört und Rauch bemerkt. „Es war elektronischer Rauch – ein braunes, grün-graues, echt hässliches Zeug – und er kam ziemlich dicht aus dem Gerät heraus“, sagte der Mann. Er habe das Smartphone auf den Boden geworfen, und es habe sich durch den Teppich gebrannt. Nach Angaben der US-Verbraucherschutzbehörde CPSC von Mitte September wurden allein in den USA 92 Fälle gemeldet, in denen sich ein Note 7 überhitzt hatte.

An Samsungs Image und dem Vertrauen der Investoren scheinen die Akku-Probleme aber nicht zu kratzen – die Aktie notiert auf einem Rekordhoch. Zumindest werden die negativen Effekte von einer anderen Nachricht überlagert: Der koreanische Technologiekonzern erwägt den Vorschlag eines seiner großen Aktionäre, sich aufzuspalten und eine Milliarden-Sonderdividende auszuschütten. Am Donnerstag, einen Tag vor Veröffentlichung seiner Quartalszahlen, erklärte Samsung, man wolle den Vorschlag des Hedgefonds Elliott sorgfältig prüfen und glaube an einen konstruktiven und offenen Dialog mit Investoren.

Der für seine Einmischung in die Strategie seiner Portfolio-Firmen bekannte Hedgefonds Elliott Management hatte in einem Brief an das Unternehmen vorgeschlagen, Samsung solle sein operatives Geschäft abspalten und an die New Yorker Technologiebörse Nasdaq bringen. Außerdem solle der weltgrößte Smartphone-Hersteller aus seinem Barvermögen von 70 Milliarden Dollar 27 Milliarden als Sonderdividende ausschütten. Elliott hält 0,62 Prozent an Samsung.

Andere Aktionäre, so der niederländische Pensionsfonds APG Asset Management und der britische Vermögensverwalter Henderson Global Investors, unterstützen den Vorstoß. „Wir wünschen uns ebenso wie Elliott und alle anderen Minderheitsaktionäre, den Wert der Gesellschaft freizusetzen, aber wir hatten noch keinen speziellen Kontakt mit Elliott“, erklärte Hendersons Asien-Chef Andrew Gillan in einer E-Mail an die Nachrichtenagentur Reuters.

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