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SAP gegen Oracle Hasso macht’s noch einmal

Der Softwarekonzern aus Walldorf hat gestern den jüngsten Schachzug gegen seinen amerikanischen Erzrivalen angekündigt: SAP bietet die eigene Hochleistungsdatenbank Hana künftig auch via Internet als Cloud-Service an.

Hasso Plattner Quelle: dpa

Gestern Abend lässt’s SAP-Mitgründer und Urgestein Hasso Plattner schnell angehen: Wieder einmal tritt er in Palo Alto selbst vor die Kameras, und bereits nach wenigen Minuten lässt er die Katze aus dem Sack: "Hana definiert den Markt für Unternehmenssoftware neu – da ist der Schritt in die Wolke nur folgerichtig", so der 69-Jährige.

Die Walldorfer bieten ihre eigene Hochleistungsdatenbank Hana künftig auch via Internet als Cloud-Service an – ein neuerlicher Schachzug insbesondere gegen den amerikanischen Erzrivalen Oracle. Zum einen bietet der vergleichbare Dienste an; zum anderen kämpft er mit der Schwäche der eigenen Hardware-Sparte – ein Trend, der durch die wachsende Annahme der Cloud noch verstärkt wird.

Schlag auf Schlag gegen Oracle

Die gestrige Ankündigung ist bereits der dritte Schlag innerhalb weniger Monate: Im Januar war es ebenfalls Plattner höchstpersönlich, der die Vermählung der SAP-Unternehmenssoftware Business Suite mit Hana vorstellte: Ein Güterzug namens Hana rase nun auf Oracle-Boss Larry Ellison zu, frotzelte Plattner seinerzeit selbstbewusst. Auf der weltgrößten IT-Messe CeBIT dann die Ankündigung, dass künftig auch die SAP-Mittelstandssoftware Business One mit Hana zusammen laufe.

Die Entwicklung von SAP

Gestern also macht‘s Hasso noch einmal: Um Hana künftig aus der Cloud anbieten zu können, hat SAP rund um den Globus sieben riesige Rechenzentren aufgebaut, wie Plattner und sein Kompagnon, der SAP-Cheftechnologe Vishal Sikka, näher erläuterten.

SAP meint es ernst

Bereits bisher ermöglicht die Datenbank Hana bei den Unternehmen rasend schnelle Datenauswertungen, weil die Software die Daten komplett im Arbeitsspeicher des Rechners lagert, anstatt ständig auf die Festplatte zugreifen zu müssen. Ob es gelingt, ihre Kunden im großen Stil von der Auslagerung solcher Analysen in die Cloud zu überzeugen, bleibt abzuwarten.

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Dennoch beweist der Dreiklang der Ankündigungen seit Anfang des Jahres vor allem eines eindrucksvoll: Der Softwaregigant aus dem nordbadischen Städtchen Walldorf meint es ernst mit hohem Innnovationstempo und will Teile seines Geschäfts so schnell wie möglich in die Cloud überführen.

Allein mit der erst Mitte 2011 eingeführten Datenbank Hana hat SAP bisher rund 650 Millionen Euro Umsatz eingefahren. Mindestens so viel stellt das Unternehmen nur für das laufende Geschäftsjahr in Aussicht. Derweil lässt SAP im Silicon Valley bereits an der Software für morgen tüfteln – ebenfalls unter Führung von Chefvisionär Sikka. Selten war die Zukunft für den 41 Jahre alten Software-Dino aus Deutschland derart spannend.

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