SAP-Rivale tritt auf der Stelle Oracle leidet unter Umsatzflaute

Während der deutsche Software-Konzern SAP bis zuletzt wachsen konnte, muss der US-Erzrivale Oracle mit einem stagnierenden Geschäft klarkommen. Die Börsianer sind enttäuscht und schicken die Aktie auf Talfahrt.

oracle logo Quelle: REUTERS

Der SAP-Rivale Oracle schafft es einfach nicht, sein Geschäft wieder in Schwung zu bringen. Der Umsatz stagnierte im vierten Geschäftsquartal (März bis Mai) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei 11 Milliarden Dollar (8,3 Mrd Euro). Dabei war der vom Milliardär Larry Ellison gelenkte Konzern früher rasant gewachsen. Jedoch erweist sich schon seit einiger Zeit das zugekaufte Geschäft mit leistungsstarken Firmenrechnern als Klotz am Bein. Auch im Gesamtjahr kam Oracle nicht vom Fleck.

Dank Kosteneinsparungen gelang es Oracle allerdings, seinen Gewinn im Schlussquartal um 10 Prozent auf unterm Strich 3,8 Milliarden Dollar zu steigern, wie das Unternehmen am Donnerstag am Sitz im kalifornischen Redwood Shores mitteilte. Das reichte allerdings nicht, um die Anleger zu überzeugen. Die Aktie fiel nachbörslich um mehr als 8 Prozent. Dabei überschüttete Oracle seine Anteilseigner mit Geschenken: Das Management will eigene Aktien für weitere bis zu 12 Milliarden Dollar zurückkaufen und verdoppelte die Dividende.

Welche IT-Unternehmen am schnellsten wachsen
Platz 10: ShutterflyGanz unscheinbar kommt dieses Angebot daher, das immer mehr Kunden für sich begeistern kann. Um nichts weiter als Fotos geht es auf der Plattform Shutterfly. Hier können Nutzer ihre Fotos teilen, ausdrucken oder einfach speichern. Auch das Bearbeiten der Bilder ist über ein eingebautes Tool möglich. Und natürlich lassen sich auch Tassen, Fotobücher und Co. über die Plattform bestellen. Quelle: Screenshot
Platz 9: Cognizant Technology SolutionsDas Gesamtpaket zur Datenanalyse für verschiedene Industriebereiche bietet das Unternehmen aus New Jersey an. Außerdem ist es in diesem Bereich als Berater unterwegs. Wichtigster Standort ist allerdings nicht New Jersey, sondern Chennai in Indien, wo insgesamt 137.000 Angestellte arbeiten. Seit März 2008 kooperiert das Unternehmen mit der Telekom-Sparte T-Systems. Geplant ist eine gemeinsame globale Service-Offensive für Systemintegration. Quelle: Screenshot
Platz 8: Riverbed TechnologyRiverbed Technologies ist auf Netzwerklösungen für weite geographisch Flächen, sogenannte WAN-Systeme, spezialisiert. Außerdem bietet das Unternehmen private Datenzentren an - cloudbasiert. Dabei verspricht das Unternehmen einen besonders schnellen Datenverkehr. Quelle: Screenshot
Platz 7: Aruba NetworksDas Unternehmen verbindet Menschen virtuell - mit Hilfe kabelloser Netzwerke sogar kilometerweit. Mit der Technik lässt sich zum Beispiel ein Campus oder ein großes Industriegelände mit kabellosem Highspeed-Internet ausstatten. Quelle: Presse
Platz 6: EbixOn-Demand und E-Commerce - das sind die Felder auf denen sich Dienstleistungen von Ebix international profiliert haben. Das Unternehmen bietet vor allem Software für die Versicherungsbranche an und führt mehr als 30 Büros in den USA, Australien, Singapur, Neuseeland, Kanada, China, Japan und Indien. Quelle: Screenshot
Platz 5: EquinixDas Unternehmen bringt alle Beteiligten eines Geschäftsvorganges zusammen: Die Idee, die Partner und die Kunden - und das weltweit. Equinix hat bereits 4000 Unternehmen aus den Bereichen Cloud, Digitale Inhalte und Finanzen zusammengeführt. Quelle: Screenshot
Platz 4: AthenahealthDem Unternehmen ist die Schnittstelle zwischen der Administration mehrerer Kliniken und der Arbeit der Mediziner gelungen - alles cloudbasiert. Die Firma bietet ein Programm an, über das eine Art elektronisches Krankenblatt der Patienten erstellt werden kann. Die Erkenntnisse aus jedem Patientenvorgang werden so in einer gemeinsamen Datenbank abgelegt. Durch geschickte Analyse können so Krankheitsfälle schneller bearbeitet und Diagnosen genauer getroffen werden. Quelle: Presse
Platz 3: Qlik TechnologiesEiner der geheimen Helden der IT-Branche ist das schwedische Unternehmen Qlik Technologies. In Zeiten von Big Data-Analysen boomt das Unternehmen besonders: Qlik Technologie bietet Software-Lösungen an, mit denen sich komplexe Datenanalysen mit einem Mausklick ausführen lassen. Quelle: Presse
Platz 2: AppleAls einziger großer Hardwarehersteller wächst Apple stark weiter. Das Unternehmen konzipiert von der ersten Skizze bis zum Betriebssystem seine Geräte komplett intern. Gerade das Betriebssystem iOS hat Apple große Erfolge ermöglicht und gleichzeitig den gesamten Smartphone-Markt revolutioniert. Neben der Hardware in Form von iPods, iPhones, iPads und Co. ist es Apple frühzeitig gelungen, einen Markt für digitale Inhalte aufzubauen. Heute verkauft das Unternehmen auch Musik, Hörbücher, Bücher und Apps. Quelle: dpa
Platz 1: LinkedInNicht weniger als das weltweit größte Netzwerk für Berufstätige betriebt das Unternehmen LinkedIn. Das Portal wurde 2003 gegründet und zählt mittlerweile mehr als 150 Millionen Mitglieder in über 200 Ländern. Quelle: AP


Die Zahlen sind vor allem deshalb enttäuschend, weil es SAP gelungen war, bis zuletzt zu wachsen. Die beiden Konzerne sind sich spinnefeind. Der deutsche Konzern ist Weltmarktführer für Unternehmenssoftware. Damit regeln Firmen etwa die Buchhaltung oder die Kundenverwaltung. Oracle ist führend bei Datenbanken. Durch Zukäufe ist das US-Unternehmen aber immer mehr in das angestammte Feld von SAP vorgestoßen. Das hat die Fronten verhärtet. Rechtsstreitigkeiten taten ihr übriges.

Immerhin konnte Oracle wieder mehr Software- und Cloud-Lizenzen verkaufen. Dies ist ein wichtiger Anhaltspunkt für künftiges Wachstum. Besonders die Cloud-Dienste gewinnen an Bedeutung. Hier laufen Software und Daten direkt im Netz statt am Rechner am Schreibtisch. Oracle versucht, auf dieser Welle auch mit Milliarden-Zukäufen zu reiten. Auch SAP hat kräftig in das Geschäft investiert.

Anders als SAP besitzt Oracle seit der Übernahme des Server-Spezialisten allerdings auch eine Hardware-Sparte. Hier fielen die Verkäufe im Quartal jedoch um etwa ein Zehntel. Dagegen konnte das angestammte Software-Geschäft leicht zulegen.

Für eine Überraschung sorgte der Konzern mit der Ankündigung, den Börsenplatz zu wechseln. Statt an der rein elektronischen Technologiebörse Nasdaq sollen die Aktien ab dem 15. Juli an der altehrwürdigen New York Stock Exchange gehandelt werden, deren Handelssaal an der Wall Street liegt.

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