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SAP-Übernahme von Concur Nächster Schritt beim Gang in die Cloud

Vorstandschef Bill McDermott hält die Geschwindigkeit beim Softwarekonzern SAP hoch. Er weiß, dass die Preise für Cloud-Anbieter in Zukunft eher noch steigen werden.

Der Vorstandssprecher des Softwarekonzerns SAP, Bill McDermott Quelle: dpa

Die Überraschung kam in der Nacht zum Freitag: SAP, weltgrößter Hersteller von Software zur Unternehmenssteuerung, schluckt für umgerechnet gut 6,5 Milliarden Euro den US-Anbieter von Reisemangement-Lösungen Concur. Es ist der erste größere Deal nach den Milliarden-Zukäufen SuccessFactors und Ariba im Jahr 2012 – und zugleich die größte Übernahme in der Firmengeschichte von SAP.

„Die Akquisition von Concur verdeutlicht die strategische Bedeutung von Geschäftsnetzwerken,“ lässt sich SAP-Vorstandschef Bill McDermott in der offiziellen Ankündigung zitieren. Der Schritt beweist aber vor allem eins: McDermott will keine Zeit verstreichen lassen bei seinem erklärten Ziel, SAP umzubauen zum führenden Anbieter von Internet-basierten Software-Lösungen, Neudeutsch Cloud Computing genannt.

Die Entwicklung von SAP

Erst seit der SAP-Hauptversammlung Ende Mai steht McDermott allein an der Spitze des nordbadischen Konzerns. Das bereits klar umrissene Ziel des 53-jährigen Amerikaners: SAP ganz auf die Cloud zu trimmen – und zugleich zu verschlanken und zu vereinfachen.

Der neuerliche Zukauf reiht sich in ebenjene Strategie ein, hat Concur doch eine Cloud-basierte Plattform entwickelt, die Hotels und Mietwagenzentralen mit Unternehmen vernetzt, damit diese einfach ihre Geschäftsreisen abwickeln können.

Ursprünglich wollte McDermott SAPs Cloud-Umsätze von aktuell rund einer Milliarde Euro bis 2017 auf 3,5 Milliarden Euro hochfahren. Mit Concur kann er das Ziel nun schneller erreichen – die Amerikaner erlösen gut 540 Millionen Euro in der Cloud.

Gewiss, McDermott ist gewillt, einen hohen Preis für die zusätzlichen Einnahmen aus der Internet-Wolke zu bezahlen. Allerdings ist auch klar: Die Cloud ist der Software-Markt der Zukunft. Anbieter in jenem Segment werden daher beim Preis eher noch zulegen. Dementsprechend hält er die Geschwindigkeit bei SAP hoch.

Und spannend bleibt’s auch in Zukunft: Zum einen muss McDermott sein jüngstes Baby nun schnell integrieren, um die erhofften Synergien einzustreichen. Zum anderen steht intern weiterhin der Umbau und die Verschlankung des Kerngeschäfts an. Bleibt zu hoffen, dass er sich bei alledem nicht überhebt. 

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