Schlechte Absatzzahlen, Aktie stürzt ab Blackberry-Chef Heins verliert Glaubwürdigkeit

BlackBerry enttäuscht wieder mal. Sein Vorstandschef ist nun bei Wall-Street-Analysten verbrannt. Das ist die eigentliche Tragödie.

So sehen die neuen Blackberrys aus
Eines mit Tastatur, eines ohne: Blackberry-Chef Thorsten Heins hat zwei neue Smartphones vorgestellt. Das Q10 (r.) hat – wie bei Blackberry bislang üblich – Tasten, das Z10 einen Touchscreen. Quelle: dapd
Großes Interesse: Bei den Präsentationen in New York und diversen anderen Metropolen schauten sich hunderte Journalisten, Analysten und Fans die neuen Geräte an. Quelle: rtr
Neue Geräte, neuer Name: Die ganze Firma benennt sich um und heißt künftig wie ihr bekanntestes Produkt. Quelle: dapd
Das Herzstück der neuen Geräte: Der kanadische Hersteller hat das neue Betriebssystem Blackberry 10 komplett neu entwickelt. Es soll für Arbeit und Freizeit zugleich geeignet sein. „One device for work and play“, lautet das neue Blackberry-Motto. Quelle: dpa
Zum Start des neuen Betriebssystems stehen mehr als 70.000 Apps bereit, unter anderem Facebook, Twitter, das Spiel Angry Birds und die Kommunikationsanwendungen Skype und WhatsApp. Quelle: dpa
Die Marke Blackberry soll künftig auch für Lifestyle und Freizeit stehen – auf der Online-Plattform Blackberry World gibt es künftig nicht nur Apps, sondern auch Musik und Videos. Quelle: dapd
Das Smartphone als Konsole: Das Z10 eignet sich auch für Computerspiele, hier der Ego-Shooter „Nova“, übertragen auf einen Fernseher. Quelle: dapd
Immer den richtigen Moment erwischen: Mit der Kamera-Funktion Timeshift nehmen Nutzer mehrere Bilder direkt hintereinander auf. Anschließend wählen sie die Aufnahme, auf der beispielsweise alle Personen im Bild lächeln oder die Augen aufhaben. Quelle: dpa
On Fire: Alicia Keys, hier mit Blackberry-Chef Thorsten Heins, wirbt künftig für die Smartphones des kanadischen Herstellers. Quelle: AP
Fans müssen allerdings noch Geduld haben: Die neuen Blackberrys kommen in Deutschland vermutlich erst im März auf den Markt. Quelle: REUTERS
Das Erbe: Die Blackberry-Handys sind als effiziente Kommunikationsmaschinen bekannt geworden. An diese Zeiten will der Hersteller nun anknüpfen. Ob es ihm gelingt? Quelle: REUTERS

BlackBerry bleibt seiner Tradition treu und sorgt für Überraschungen. Leider wieder für negative. An den Zahlen gibt es nichts zu beschönigen. Der Smartphone-Pionier aus Kanada, der offiziell immer noch als Research in Motion firmiert, hat nicht nur weniger Smartphones als erwartet verkauft, sondern ist nach einem leichten Plus zum Anfang des Jahres wieder in die Verlustzone gerutscht. Es sind zwar nur 84 Millionen Dollar miese bei einem immerhin im Vergleich zum Vorjahresquartal um neun Prozent gestiegenen Umsatz von 3,1 Milliarden Dollar. Der eigentliche Schocker ist jedoch, dass unter den 6,8 Millionen verkauften Handys nur 2,7 Millionen Smartphones der jüngsten Generation waren – 600.000 weniger als von Analysten erwartet.

Der Fehlschlag wirkt umso stärker, da BlackBerry gerade wieder anfängt, eine stärkere Rolle im Markt zu spielen. Der Übergang auf das neue Betriebssystem BlackBerry 10 ist vollzogen. Mit dem Q10 und Z10 hat der Hersteller endlich wieder konkurrenzfähige Smartphone-Modelle zu bieten, die gute Kritiken bekommen. Besonders das Q10 mit seiner integrierten Tastatur reizt und besetzt konkurrenzlos seine eigene Nische. Entwickler nehmen die BlackBerry-Plattform wieder ernst, die Ende des Jahres als abgemeldet galt. In den USA bewerben Mobiltelefongesellschaften wie AT&T und T-Mobile die neuen BlackBerrys, da sie sich nicht allzu abhängig von Apple sowie Samsung machen wollen. Auch an der Wall Street gab es zuletzt Wohlwohlen. 80 Prozent der Analysten, die BlackBerry folgen, hatten ihre Erwartungen hochgesetzt.
Doch nun hat BlackBerry-Chef Thorsten Heins mit den verfehlten Absatzzahlen das positive Momentum aus den vergangenen Monaten wieder zunichte gemacht. Die Aktie, ein beliebtes Spekulationsobjekt von Short-Sellern, fiel nach Bekanntgabe der Zahlen um bis zu 28 Prozent.

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