Schwächelndes Chip-Geschäft Intel verabschiedet sich von Umsatzplus

Der Chiphersteller Intel kann sich nicht aus dem Strudel der PC-Krise befreien - für 2013 werden stagnierende Umsätze erwartet. Die Aktie gab im nachbörslichen Handel nach. Konzernchef Krzanich drückt nun aufs Tempo bei der "Atom"-Serie für Mobilgeräte.

Der Intel-Konzern hat die Zahlen des zweiten Jahresquartals bekannt gegeben. Quelle: dpa

Der US-Chipkonzern Intel bekommt die Abkehr der Smartphone- und Tabletbegeisterten Verbraucher weg von traditionellen PCs zu spüren. Das Unternehmen geht für das laufende Jahr nur noch von stagnierenden Umsätzen aus, nachdem es zuletzt für 2013 ein leichtes Wachstum in Aussicht gestellt hatte. Der neue Konzernchef Brian Krzanich machte deshalb erneut Druck bei der Entwicklung von Chips für Mobilgeräte.

Intel sei auf diesem Gebiet viel zu langsam gewesen. Die "Atom"-Serie für Mobilgeräte solle deshalb noch schneller weiter entwickelt werden. Intel dominiert zwar den Markt für klassische PCs, auf den Trend zu Tablet-Rechnern und Smartphones reagierte der Branchenprimus allerdings zu spät. Nicht zuletzt deshalb war Intel zuletzt immer stärker in den Strudel der PC-Krise geraten.

Im zweiten Quartal verfehlte der weltgrößte Halbleiter-Hersteller mit einem Umsatz von 12,8 Milliarden Dollar die Erwartungen der Analysten. Der Nettogewinn belief sich auf 2,0 Milliarden Dollar nach 2,827 Milliarden im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte. Im dritten Quartal rechnet Intel mit Erlösen von 13,5 Milliarden Dollar, plus oder minus 500 Millionen Dollar.

Die größten Computerhersteller der Welt
Platz 5: AsusDer Konzern aus Taiwan konnte um 16.9 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal 2013 zulegen. Der Marktanteil lag im dritten Quartal 2014 mit 7,3 Prozent aber trotzdem am Schluss des Rankings des Marktforschungsunternehmens Gartner. Apple ist im PC-Geschäft immer noch nicht groß genug, um unter die Top 5 Anbieter zu kommen. Quelle: AP
Platz 4: AcerMit 8,6 Prozent Marktanteil im dritten Quartal 2014 landet die ebenfalls taiwanische Konkurrenz Acer Group auf dem vierten Platz. Im Vergleich zum dritten Quartal 2013 verkaufte Acer 9,0 Prozent mehr PCs. Dem Marktforschungsunternehmen zufolge sanken die Computer-Verkäufe im letzten Jahr, unabhängig vom betrachteten Hersteller, in allen Regionen der Welt um 0,5 Prozent. Quelle: REUTERS
Platz 3: DellMit 12,8 Prozent Marktanteil liegt Dell ein ganzes Stück weit hinter den beiden Erstplatzierten. Die weltweiten PC-Verkäufe legten im Vergleich zum Vorjahresquartal um 9,7 Prozent zu. Eine gute Bilanz für den ehemaligen Branchenprimus aus Texas. Quelle: REUTERS
Platz 2: HPDer langjährige Marktführer Hewlett-Packard musste sich erneut der Konkurrenz aus China geschlagen geben. Der Marktanteil lag im dritten Quartal 2014 bei 17,9 Prozent. Die Marktforschungsfirma Gartner stellte bei dem US-Konzern ein stärkeres Wachstum von 4,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal fest. Quelle: AP
Platz 1: LenovoDer Marktanteil im dritten Quartal 2014 lag bei 19,8 Prozent. In der aktuellen Studie von Gartner liegt Lenovo damit noch vor HP. Der chinesische Konzern hat seine Spitzenposition als der größte PC-Hersteller der Welt weiter ausbauen können: Lenovo steigerte die Verkäufe im Vergleich zum Vorjahresquartal um 11,4 Prozent. Quelle: REUTERS


Weltweit ging die Nachfrage nach klassischen PCs im zweiten Quartal um elf Prozent zurück, das fünfte Quartal mit einem Minus. Zudem sei der Bedarf in China geringer gewesen als gedacht, sagte Finanzvorstand Stacy Smith im Interview mit CNBC. Smith sieht gute Chancen für Intel im Markt mit Chips für Mobilgeräte, der derzeit von Qualcomm dominiert wird. Kunden wollten mehr Auswahl. "Sie wollen Alternativen in einem Markt, der von einem Anbieter dominiert scheint und sie sehen in uns einen fähigen Lieferanten."

Im nachbörslichen Handel gaben Intel-Papiere vier Prozent nach. Sie hatten zuvor gegen den Marktrend schon 0,4 Prozent leichter geschlossen.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Hier steht ein Element, an dem derzeit noch gearbeitet wird. Wir kümmern uns darum, alle Elemente der WirtschaftsWoche zeitnah für Sie einzubauen.

Auch beim sonst erfolgsverwöhnten IT-Konzerns IBM hält die Durststrecke an. Problemfall waren abermals die leistungsstarken Firmenrechner, die sich im zweiten Quartal deutlich schlechter verkauften als im Vorjahreszeitraum. Auch die Dienstleistungen schwächelten, während das Geschäft mit Software etwas besser lief. IBM musste insgesamt einen Umsatzrückgang um 3 Prozent auf 24,9 Milliarden Dollar verdauen. Der Gewinn schrumpfte um 17 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar (2,4 Milliarden Euro). Konzernchefin Ginni Rometty kündigte am Mittwoch am Sitz in Armonk im Bundesstaat New York an, sich um die leistungsschwachen Geschäftsfelder „zu kümmern“. Rometti zeigte sich allerdings zuversichtlich für das laufende zweite Halbjahr. Es werde aufwärts gehen. Sie erwartet operativ nun sogar einen höheren Gewinn als bisher. Nachbörslich stieg die Aktie um 2 Prozent. IBM befindet sich im dauernden Wandel. So hatte der Konzern jüngst mit dem Zukauf eines Betreibers von Rechenzentren sein Cloud-Geschäft gestärkt.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%