Smartphone-Hersteller Xiaomi Der unbekannte Handygigant aus China

In der kommenden Woche wird das chinesische Unternehmen Xiaomi ein neues Smartphone vorstellen. Wer verbirgt sich hinter dem Hersteller - und was taugen die Geräte?

Xiaomi führt den Smartphone-Markt in China an - doch was steckt genau hinter dem Unternehmen? Quelle: dpa/Montage

April 2010. Während Apple gerade das iPad auf den Markt bringt, sitzen in Peking acht Männer aus der Technologieszene zusammen und legen den Grundstein für ein künftiges Imperium.

Zu der Gruppe gehören neben Industriedesignern und Softwareingenieuren ehemalige Motorola- und Microsoft-Mitarbeiter. Das Geld liefern Risikoinvestoren und das amerikanische Mobilfunkunternehmen Qualcomm. Ihr Ziel: Hardware zu produzieren, die es mit Apple und Samsung aufnehmen kann - aber deutlich weniger Geld kostet.

Schon ein Jahr später ist es soweit: Das "Mi1" kommt auf den chinesischen Markt. Die Vorbestellungen gehen in die Hunderttausende, im Dezember folgt die offizielle Zusammenarbeit mit China Unicom, dem drittgrößten Mobilfunkanbieter der Welt. Der Name des Unternehmens: Xiaomi. Noch ist der Konzern in der westlichen Welt nahezu unbekannt. Doch es deutet viel darauf hin, dass sich das bald ändert.

Xiaomi

Anfang Juli dieses Jahres hat das Unternehmen einen weiteren Schritt nach vorn gemacht und mit dem "MiPad" das erste Tablet auf den Markt gebracht. Die Szenen, die sich zum Verkaufsstart abspielten, ähnelten denen vom iPad-Marktstart. Es gab Millionen von Vorbestellungen, in vier Minuten war Startauflage von 50.000 Geräten komplett verkauft. Das liegt nicht zuletzt am Preis von gerade einmal rund 200 Euro. Das erfolgreichste Produkt bisher soll laut Insidern das Mi2-Smartphone sein, von dem bis Februar 2014 rund 15 Millionen Geräte verkauft worden sein sollen.

In einem ähnlichen Preisrahmen liegen die Xiaomi-Smartphones. Das aktuelle Spitzenmodell Mi3, das es mit der Hardware von Apple, Samsung und LG aufnehmen kann, kostet in China umgerechnet rund 200 Euro – weniger als die Hälfte der Konkurrenzprodukte.

Ein Grund für die niedrigen Preise ist die geringe Marge. Xiaomi liegt bei seinen Hardwarekosten nur knapp unter dem endgültigen Handelspreis. In der Herstellung kostet das Mi3 etwa 120 Euro. Das erste Smartphone des Herstellers, das Mi1, ging für 1999 Yuan, umgerechnet rund 240 Euro, in den Handel. Das zur gleichen Zeit verfügbare iPhone 4 kostete hingegen etwa 600 Euro. Ähnlich wie Samsung fährt Xiaomi in seiner Strategie zweigleisig und bietet neben High-End-Smartphones Geräte mit niedrigeren Leistungswerten an. Die sogenannte Hongmi-Serie gibt es ab etwa 83 Euro. Hier ist die Marge deutlich kleiner als bei den High-End-Smartphones. Doch es sind genau diese Geräte, die den Hersteller zum chinesischen Marktführer gemacht haben.

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