Smartphone Licht im Blackberry-Tunnel

Mit acht Prozent Kursplus hat die Börse auf die Ankündigung von Blackberry reagiert, ein Kunde habe eine Million Geräte geordert. Gute Nachrichten den angeschlagenen Smartphone-Bauer - aber keine Wiederauferstehung.

Gute Nachrichten den angeschlagenen Smartphone-Hersteller RIM: Ein bislang noch unbekannter Kunde habe eine Million Geräte geordert. Quelle: dapd

Auf solche Nachrichten hat Thorsten Heins lange gewartet. Fast zwei Jahre lang hatte der kanadische Smartphone-Produzent Blackberry, an dessen Spitze der deutsche Manager vor Jahresfrist aufgerückt ist, Kunden und Anleger vertrösten müssen. Statt neuer Produkte oder Kursgewinne kannten Absatzzahlen und Börsenbewertung nur eine Richtung: abwärts.

Nun aber konnten die Kanadier nur gut einen Monat nach der Präsentation des neuen Smartphones Z10 endlich wieder einen Erfolg melden: Ein - bisher noch unbekannter - Netzbetreiber habe immerhin eine Million neuer Geräte geordert, teile das Unternehmen in einer Börsennotiz mit. Es sei die bisher größte Einzelbestellung von Blackberrys, berichteten die Kanadier.

So sehen die neuen Blackberrys aus
Eines mit Tastatur, eines ohne: Blackberry-Chef Thorsten Heins hat zwei neue Smartphones vorgestellt. Das Q10 (r.) hat – wie bei Blackberry bislang üblich – Tasten, das Z10 einen Touchscreen. Quelle: dapd
Großes Interesse: Bei den Präsentationen in New York und diversen anderen Metropolen schauten sich hunderte Journalisten, Analysten und Fans die neuen Geräte an. Quelle: rtr
Neue Geräte, neuer Name: Die ganze Firma benennt sich um und heißt künftig wie ihr bekanntestes Produkt. Quelle: dapd
Das Herzstück der neuen Geräte: Der kanadische Hersteller hat das neue Betriebssystem Blackberry 10 komplett neu entwickelt. Es soll für Arbeit und Freizeit zugleich geeignet sein. „One device for work and play“, lautet das neue Blackberry-Motto. Quelle: dpa
Zum Start des neuen Betriebssystems stehen mehr als 70.000 Apps bereit, unter anderem Facebook, Twitter, das Spiel Angry Birds und die Kommunikationsanwendungen Skype und WhatsApp. Quelle: dpa
Die Marke Blackberry soll künftig auch für Lifestyle und Freizeit stehen – auf der Online-Plattform Blackberry World gibt es künftig nicht nur Apps, sondern auch Musik und Videos. Quelle: dapd
Das Smartphone als Konsole: Das Z10 eignet sich auch für Computerspiele, hier der Ego-Shooter „Nova“, übertragen auf einen Fernseher. Quelle: dapd
Immer den richtigen Moment erwischen: Mit der Kamera-Funktion Timeshift nehmen Nutzer mehrere Bilder direkt hintereinander auf. Anschließend wählen sie die Aufnahme, auf der beispielsweise alle Personen im Bild lächeln oder die Augen aufhaben. Quelle: dpa
On Fire: Alicia Keys, hier mit Blackberry-Chef Thorsten Heins, wirbt künftig für die Smartphones des kanadischen Herstellers. Quelle: AP
Fans müssen allerdings noch Geduld haben: Die neuen Blackberrys kommen in Deutschland vermutlich erst im März auf den Markt. Quelle: REUTERS
Das Erbe: Die Blackberry-Handys sind als effiziente Kommunikationsmaschinen bekannt geworden. An diese Zeiten will der Hersteller nun anknüpfen. Ob es ihm gelingt? Quelle: REUTERS

Die Händler dankten es mit einem der größten Kurssprünge der vergangenen Jahre: Zum Börsenschluss lag das Unternehmen mit einem Plus von acht Prozent bei 15,65 Dollar.

Gemessen am Gesamtabsatz von nur noch sieben Millionen Geräten im vergangenen Jahr ist das ein enorm wichtiger Auftrag. Und Fans der einst so angesagten E-Mail-Maschinen sowie Blackberry-Investoren fragen sich nun gleichermaßen: Markieren Kursgewinn und Kundenorder tatsächlich der Beleg für die erfolgreiche Trendwende zum Besseren?

Sie ist es sicher nicht. Denn tatsächlich ist es ja nicht so, als hätten die Kanadier nicht bereits zig-tausende der neuen Geräte an Netzbetreiber etwa in Deutschland, Großbritannien und Kanada verkauft. Zudem dümpelte der Marktanteil des einstigen Haben-Müssen-Produktes zuletzt bei nur noch 3,5 Prozent des Gesamtmarktes.

Da sind eine Million zusätzlich abgesetzte Geräte zwar eine bemerkenswerte Zahl. Aber noch ist nicht klar, über welchen Zeitraum der Kunde die neuen Smartphones abnehmen will. Das können Wochen sein, oder Monate. Zum Vergleich, als Apple im Herbst 2011 den Verkauf seines iPhone 4s startete, war die erste Million Geräte nach nur 24 Stunden verkauft.

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Insofern ist die Millionen-Order, die Heins nun vermelden konnte, noch kein Beleg für eine erfolgreiche Trendumkehr, aber - unbestritten - für Blackberry eine exzellente Nachricht. Oder um es so zu sagen: Ob wirklich schon Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist, ist noch offen. Aber zumindest hat mal jemand im Tunnel die Lampen wieder eingeschaltet.

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