WiWo App Jetzt gratis testen!
Anzeigen

Smartwatches Warum die Technikwelt auf die Apple Watch wartet

Apple kündigt für Anfang März eine Neuheiten-Konferenz an und versetzt die Konkurrenz in Aufregung: Stellt der Konzern nun seine Apple Watch vor? Warum eine ganze Branche auf  die Uhr wartet.

Apple-Chef Cook und seine Smartwatch: Die Apple Watch soll den Durchbruch für intelligente Uhren bedeuten. Quelle: REUTERS

Die Nachricht schlug in Tech-Kreisen hohe Wellen: Am 9. März lädt Apple zu einer geheimnisvollen Konferenz ein, Details zum Inhalt nannte der Konzern nicht. Nun wird gemunkelt, dass Apple hier seine erste Smartwatch vorstellen wird, die im April auf den Markt kommen soll. Die Erwartungen an das Gerät sind enorm: Seit Monaten heißt es in der Branche, die Apple Watch werde den Durchbruch der intelligenten Uhren bedeuten.

Fakt ist: Bisher sind Smartwatches noch ein vergleichsweise kleines Segment. Im vergangenen Jahr verkauften laut Marktforschungsunternehmen Smartwatch Group 89 Hersteller weltweit etwa 6,8 Millionen Uhren. Zum Vergleich: Das iPhone 6 ging allein am ersten Verkaufswochenende zehn Millionen Mal über den Ladentisch.  

Die bisherigen Modelle eint ein großes Problem: „Viele Nutzer fragen sich noch, was sie überhaupt mit einer Smartwatch anfangen sollen“, sagt Pascal Koenig, Geschäftsführer der Smartwatch Group. „Bisher fehlen noch Anwendungen, die die Uhren zu unentbehrlichen Begleitern machen.“

Das sind Apples fünf größte Konkurrenten

Das zeigt auch eine Studie der Consulting Firma Endeavour Partners, die das Nutzerverhalten bei Smartwatches in den Vereinigten Staaten untersuchte: Demnach legt rund ein Drittel der Käufer seine Smartwatch nach spätestens sechs Monaten wieder ab. Der Grund: Sie verlieren das Interesse am Gerät.

Fitness-Armbänder dominieren den Markt

Der Markt wird bisher vor allem von Fitnessarmbändern dominiert, die zum Beispiel den Puls oder die Schrittzahl messen können. Die Fitness-Tracker sind simpel zu bedienen - gelten jedoch als eher klobig.

Apples neue Uhr soll das Segment nun fit für den Massenmarkt machen. „Ich glaube, dass die Apple Watch ein Meilenstein für Smartwatches wird“,  sagt Experte Koenig. „Darauf deuten alle Anzeichen hin.“ Für dieses Jahr rechnet Smartwatch Group mit weltweit 30 Millionen verkauften intelligenten Uhren – die Hälfte davon soll von Apple kommen.

Grund für diese Annahme sind vor allem die angekündigten Funktionen der Uhr: Die Apple Watch soll nicht nur Pulsmesser und Schrittzähler sein, sondern auch mobiles Bezahlen ermöglichen.

Asus stellt ZenWatch 2 vor
ZenWatch 2Asus hat die nächste Generation der ZenWatch vorgestellt. Die Uhr funktioniert mit dem Android-Wear-Betriebssystem, Asus hat wie beim Vorgängermodell aber auch einige eigene Funktionen wie eine Fitness-App eingebaut. Über eine bessere Remote-Camera-Verbindung soll das Sucherbild der Smartphone-Kamera auf der Smartwatch dargestellt werden. Die Smartwatch besteht aus Edelstahl und kommt in verschiedenen Farb- und Armbandvarianten auf den Markt, die laut Asus individuell zu 18 verschiedenen Varianten kombiniert werden können. Neben klassischem Leder- oder Gummiarmband ist auch ein Armband mit geprägtem Diamantenmuster und Swarovski-Steinen zu haben. Um auch an kleinere Handgelenke zu passen, gibt es die ZenWatch 2 in zwei Größen: 49 mal 41 Millimeter und 45 mal 37 Millimeter. Wann sie in den Handel kommt und was sie kosten soll, wurde noch nicht verraten. Quelle: REUTERS
Apple WatchApple hat den Start seines ersten völlig neuen Geräts seit fünf Jahren ungewöhnlich still eingeleitet. Nur in wenigen Luxusgeschäften sind seit Ende April die Uhren zu haben. Die Apple Watch gibt es in drei Varianten: Sportler-, Standard- und Luxusmodell. Damit sie an kleinen Handgelenken nicht klotzig wirkt, ist die Apple Watch in zwei Größen erhältlich: 38 und 42 Millimeter. In einem ersten Test hat unser Redakteur Thorsten Firlus die Apple Watch unter die Lupe genommen. Quelle: AP
Vector Luna und Meridian Quelle: Screenshot
Withings Activité PopWer mit bunten Armbändern und klobigen Smartwatches nichts anfangen kann, sollte einen Blick auf die Withings Activité werfen. Es handelt sich um eine analoge Uhr in schlichtem, elegantem Design, in die auch ein Fitnesstracker eingebaut ist. Die Edel-Variante der Schweizer Uhr mit Lederarmband und Saphirglas schlägt mit fast 400 Euro zu Buche - für schmalere Geldbeutel hat Withings nun eine erschwinglichere Variante präsentiert. Die Variante Pop ist mit Kunststoffarmband und Mineralglasabdeckung etwas einfacher gehalten. Sie kommt in drei Farben daher und kostet 149,95 Euro. Neben der Zeitanzeige läuft in der rechten Ecke eine Prozentanzeige ab, die nachhält wie viel des selbstgesteckten Aktivitätsziels man bereits erreicht hat. Die Uhr ist über die Health-Mate-App via Bluetooth mit dem iPhone verbunden und kann Lauf- und Schwimmbewegungen erfassen. Eine Android-Variante ist laut Hersteller derzeit noch in Arbeit. Quelle: obs
Jabra Sport Pulse WirelessWarum noch ein weiteres Wearable mit sich herumtragen, wenn man beim Joggen gern Musik hört? Das dachte sich wohl der Headset-Spezialist Jabra und bringt nun In-Ear-Kopfhörer samt Mikrofon heraus, die den Puls messen können. Der sportliche Begleiter misst per Infrarottechnologie die Herzfrequenz und sendet die Daten an eine Smartphone-App. Das funktioniert über Bluetooth oder NFC sowohl bei iOS- als auch bei Androidgeräten. Ein virtueller Fitnesscoach kann die Daten auch gleich durchsagen und durch Work-Outs leiten. Die Kopfhörer kommen mit vier verschiedenen Haltebügeln und In-Ear-Stöpselformen, aus denen man individuell wählen kann, was am bequemsten zu tragen ist. Die Stöpsel sind schnurlos, so dass man sich beim Training nicht verhededdert, und nur 16 Gramm schwer. Über die Kopfhörer können auch Musikwiedergabe und Anrufe geregelt werden. Laut Hersteller hält der Akku bis zu fünf Stunden Musik oder Gesprächszeit durch. Preis: 199,99 Euro Quelle: Presse
Microsoft BandDas schwarze Armband „Microsoft Band“ mit langgezogenem Display soll unter anderem Herzschlag und Stress messen sowie die UV-Strahlung, der ein Träger ausgesetzt ist. Der Cloud-Service soll auch Daten von Fitness-Accessoires anderer Anbieter aufnehmen, wie Microsoft-Manager Yusuf Mehdi dem Technologieblog „The Verge“ am späten Mittwoch erläuterte. Preis: 199 Dollar Quelle: Microsoft
Fitbit ChargeDas Fitness-Tracker-Armband ist das Einsteigermodell. Es kann Fitnessstatistiken und Anrufe anzeigen - auch ein stummer Vibrationsalarm und eine Weckfunktion sind eingebaut. Das Armband misst Schrittzahl, zurückgelegte Distanzen, den Kalorienverbrauch und auch die bewältigten Stockwerke. Neu ist eine automatische Schlaferkennung, die anhand der Bewegungen Auskunft über die Qualität des Schlafes geben soll. Die Akkulaufzeit gibt der Hersteller mit bis zu sieben Tagen an. Charge löst das Vorgängermodell Force ab, dass die Firma wegen allergischer Reaktionen vom Markt nehmen musste. Die neuen Materialien sind laut Hersteller nun von Dermatologen geprüft. Preis: 129,95 Euro. Ab dem 17. November soll Charge im Online-Store und bei ausgewählten Partnern erhältlich sein. Farblich gibt es das Band zunächst in Schwarz und Schiefergrau, Burgunderrot (im Bild) und Blau sollen folgen. Quelle: Presse

Außerdem baut der Konzern aus Cupertino auf die Unterstützung von App-Entwicklern weltweit: Wie schon bei iPhone und iPad soll es einen App-Store geben, in dem Drittanbieter zusätzliche Anwendungen verkaufen können. Welche Apps die Uhr aber konkret bieten wird, ist noch unklar. Trotzdem bietet Apple seinen Nutzern spannendere Ansätze als viele seine Mitbewerber, glauben Experten.

Was schon sicher ist: Die Apple Watch soll leichter und flacher sein als viele Smartwatches der Konkurrenz. „Bisher sind die Uhren noch ziemlich hässlich und eher was für Nerds“, sagt Pascal Koenig. „Apples Smartwatch soll ein Design-Objekt sein und dadurch neue Zielgruppen ansprechen.“

Drei unterschiedliche Versionen will Apple auf den Markt bringen: Das Standard-Modell, eine Sportversion aus Aluminium und eine goldene Luxus-Variante. Vor wenigen Tagen bestellte Apple die ersten fünf Millionen Exemplare bei seinem Zulieferer in Taiwan, im April soll die Uhr dann auf den Markt kommen. „Apple bietet sehr spannende Ansätze, um den Nutzen einer Smartwatch zu erhöhen“, sagt Florian Schumacher, Wearables-Experte und Gründer der Self-Tracking-Gruppe Quantified Self Deutschland. „Damit definiert die Firma das Segment neu.“

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Dieses Element gibt es nicht mehr.

Für die anderen Smartwatch-Hersteller bedeutet der Markteintritt Apples natürlich mehr Konkurrenz – aber auch eine Chance. „Andere Anbieter werden sich natürlich genau anschauen, was Apple macht und ihre Lehren daraus ziehen“, sagt Pascal Koenig. Wenn der Markt erstmal offen sei, werde es auch für andere Hersteller leichter. „Das wird ein ähnlicher Effekt sein, wie ihn das  iPhone auf Smartphones hatte.“

Seiner besonderen Rolle am Markt ist sich Apple offenbar bewusst: Mit 349 Euro ist die Apple Watch fast doppelt so teuer wie eine durchschnittliche Smartwatch der Konkurrenz. Den finanziellen Erfolg von iPhone und iPad wird Apple mit seiner Uhr aber wohl nicht wiederholen können. „Eine Smartwatch ist nun mal nicht so essenziell wie ein Smartphone oder ein Computer“, sagt Florian Schumacher. „Die Uhren sind eher etwas für Leute, die viel kommunizieren oder besonders viele Apps nutzen.“

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%