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Social Media Facebook ist auf Nutzerschwund vorbereitet

Facebook wird gerne der baldige Tod prognostiziert. Doch was genau würde es bedeuten, wenn das soziale Netzwerk tatsächlich seine Nutzer verliert? Ein Blick in die Zukunft zeigt: Das Unternehmen ist auf eine solche Entwicklung vorbereitet.

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Schon oft wurde Facebook der baldige Tod prophezeit. Warum das Unternehmen aber wahrscheinlich so schnell nicht untergeht Quelle: dpa

Wir schreiben das Jahr 2017. Anders als früher können Menschen nicht mehr bei ihrem ehemaligen morgendlichen Ritual beobachtet werden, die Facebook-App zu öffnen und ausgiebig durch ihren Feed zu scrollen. Denn Facebook, so wie man es einst kannte, existiert nicht mehr. Was Wissenschaftler und Beobachter zum Höhepunkt der Facebook-Euphorie prognostizierten, trat nach und nach ein: erst verging den Jugendlichen die Lust auf das soziale Netzwerk, das ihnen einfach nichts Neues mehr bieten konnte. Später verloren auch die meisten anderen Mitglieder das Interesse an der blau-weißen Website und App. Doch anders, als diese Zeilen vermuten lassen, führte diese Entwicklung nicht zum Aus für das Unternehmen hinter dem Social Network. Im Gegenteil: Das Vertrauen der Anleger in die Facebook-Aktie ist groß, denn die kalifornische Firma freut sich über stetige Umsatz- und Gewinnsprünge. Facebook Inc kann jedes Quartal Milliardenprofite vorweisen. Wie passt das zum Niedergang der Site, die einst mehr als die Hälfte der Onlinebevölkerung magisch anzog?

Die Antwort: Facebook hat rechtzeitig vorgesorgt. Firmenchef und Gründer Mark Zuckerberg war sich frühzeitig im Klaren darüber, dass die Begeisterung über die Möglichkeiten des sozialen Netzwerks bei Usern irgendwann einer Routine weichen würde. Die daraus resultierenden Risiken einer abnehmenden Loyalität hätten das Potenzial, existenzbedrohende Ausmaße anzunehmen, so erklärte es der Facebook-CEO einst seinen Kollegen aus der Führungsetage. Er und seine Mitstreiter beschlossen daher, das Unternehmen unabhängiger von der wahrgenommenen Attraktivität von Facebook.com und den dazugehörigen Apps zu machen, indem sie parallel zu dem Kernangebot weitere, teilweise mit diesem verknüpfte Services hochzogen, die eventuelle Einbußen beim “Originalprodukt” abfedern würden. Eine Erfolgsgarantie für diese Strategie gab es freilich nicht. Doch heute, im Jahr 2017, lässt sich konstatieren: Die Rechnung ging auf, der Konzern floriert wie noch nie.

Hier sind die Geschäftsfelder und Komponenten, aus denen der Konzern Facebook heute, im Jahr 2017, besteht:

Profil- und Datenverwaltung
Nachdem das Interesse für den Original-Newsfeed sowie viele der auf Facebook.com untergebrachten Funktionen immer weiter sank, reduzierte das Unternehmen das Angebot dort schließlich auf eine Profil- und Datenverwaltung. Nutzer schauen hier vorbei, wenn sie ihre Profil- und Kontodaten oder Einstellungen modifizieren oder Einträge in ihrer Kontaktliste aktualisieren wollen. Der Internetgigant bezeichnet den Dienst als “digitalen Ausweis”. Das nicht ohne Grund:

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    Plattform & digitaler Ausweis
    Schon frühzeitig begann das soziale Netzwerk damit, Drittanbietern – Websites und Apps – die Option einzuräumen, ihren Anwendern den Login mit Facebook-Benutzerdaten anzubieten und das Nutzererlebnis auf diese Weise zu personalisieren. Nach einigen Jahren waren Millionen Sites und Dienste auf diese Weise mit Facebook verzahnt. Heute, 2017, findet sich kaum noch ein externer Service, der nicht den Login und die Nutzung via Facebook erlaubt. Milliarden Internetnutzer machen von diesem an einen Personalausweis erinnernden Instrument Gebrauch. Einen Menschen ohne regelmäßig für diesen Zweck verwendetes Facebook-Konto zu finden, gleicht der Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

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