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Softbank investiert in Indien Auf der Suche nach dem zweiten Alibaba

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Son als Roulette-Spieler

Angesichts solcher Chancen kann es Son gar nicht schnell genug gehen. 2015 verkündete er, 10 Milliarden US-Dollar in den indischen Tech-Sektor zu investieren. Doch schon jetzt steckte er über Softbank und den Global Vision Fund deutlich mehr als sechs Milliarden in den Subkontinent. Fast wie ein Roulette-Spieler verteilt Son Risiko-Kapital auf die vielversprechende Tech-Unternehmen des Subkontinents. Nach seinen aggressiven Zukäufen hält Softbank in fast allen großen indischen Start-ups Anteile, oft sogar eine Mehrheitsbeteiligung.

Eine sichere Erfolgsstory bietet jedoch keines der Unternehmen – und schon mehrmals musste Son Rückschläge einstecken. Die Taxi-App Ola liefert sich auf dem Subkontinent einen erbitterten Kampf mit Uber. Beide Unternehmen verbrennen dabei haufenweise Geld. Nach dem Einstieg der Japaner in Uber wird nun bereits über eine mögliche Fusion der Unternehmen gesprochen.

Eine Bauchlandung erlebte Son mit seiner Beteiligung Snapdeal, wie Flipkart ein Online-Handel. Ursprünglich wollte Son die beiden Unternehmen fusionieren, doch das Vorhaben scheiterte.  Das Unternehmen musste dieses Jahr rund 60 Prozent seiner Mitarbeiter entlassen. Wegen der Probleme bei Snapdeal und Ola musste Softbank dieses Jahr rund 350 Millionen US-Dollar abschreiben.

Besser sieht es dagegen bei der Bezahl-App Paytm aus, in das Softbank dieses Jahr rund 1,4 Milliarden US-Dollar investierte und nun auch Geld in die Tochter Paytm Mall stecken will. Nach der radikalen Bargeld-Reform des indischen Regierungschefs Narendra Modi erlebte das Start-up einen Boom und lockte mehrere Investoren an. Das eingesammelte Geld nutzte das Unternehmen dieses Jahr für Auslandsexpansionen nach Hongkong und Kanada – ein Schritt, den bisher nur wenige indische E-Commerce-Unternehmen gewagt haben.

Einen Unterschied zu China gibt es aber: In Alibaba stieg Softbank noch zu einem frühen Zeitpunkt ein. Die Unternehmen, die er sich jetzt in Indien ausgeguckt hat, sind bereits deutlich reifer. Online-Händler Flipkart ist beispielsweise bereits rund 10 Milliarden US-Dollar wert und gehört damit schon jetzt zu den am höchsten bewerteten Start-ups der Welt – das Potenzial für bombastische Wertsteigerungen ist also begrenzter.

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