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Software-Hersteller SAP-Vorstände bekommen üppigen Gehaltszuschlag

Es war ein gutes Jahr – und das macht sich auch für die Chefs bezahlt: Der Software-Hersteller SAP zahlt seinen Vorständen einen ordentlichen Gehaltszuschlag. Nur ein Dax-Konzern entlohnt noch üppiger.

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Das langsamere Wachstum des Softwarekonzerns SAP schlägt sich auch im Gehalt der beiden SAP-Chefs nieder: Das Plus für 2013 fiel geringer aus, als noch 2012. Quelle: dapd

Die Vorstände der Software-Schmiede SAP bekommen für 2013 erneut einen ordentlichen Gehaltszuschlag. Co-Vorstandschef Bill McDermott erhält mit 9,61 Millionen Euro gut zehn Prozent mehr Geld, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht. Sein Noch-Kompagnon Jim Hagemann Snabe kann sich zum Abschied über ein Plus von gut 20 Prozent auf 9,98 Millionen Euro freuen. Damit gehören sie zu den Spitzenverdienern unter den Dax-Vorständen: Nur VW-Chef Martin Winterkorn bekommt mehr. Die Investoren umgarnt der Konzern mit einer höheren Dividende.

So viel verdienten die Dax-Vorstände im Jahr 2013
Anshu Jain und Jürgen FitschenDas Beratungsunternehmen Towers-Watson hat für die Studie „Vorstandsvergütung im Dax 2013“ die Geschäftsberichte von drei Vierteln aller Dax-Unternehmen analysiert. Sie zeigt, wie das Einkommen deutscher Top-Manager im internationalen Vergleich einzuordnen ist. Nicht dabei ist unter anderem die Deutsche Bank, die ihren Bericht erst am 20. März 2014 vorlegte: Dem Führungsduo Anshu Jain/Jürgen Fitschen wurde das erste volle Geschäftsjahr an der Konzernspitze mit einem deutlichen Gehaltsplus auf jeweils rund 7,5 Millionen Euro versüßt. Quelle: dpa
Martin BlessingGanz anders als bei Jain und Fitschen sieht es bei Martin Blessing aus. Durch seinen Bonusverzicht kommt der Commerzbank-Vorstand lediglich auf ein Fixgehalt, welches bei 1,3 Millionen Euro im Jahr liegt. Damit ist Blessing der Geringverdiener im Dax. Quelle: dpa
Christoph FranzDer Vorstandsvorsitzende der Lufthansa AG, Christoph Franz, bekam 1,8 Millionen Euro an Direktvergütungen und ist damit der Geringverdiener im Dax. Im Schnitt verdienen die Vorstände der Dax 30 nämlich 5,3 Millionen Euro im Jahr. Quelle: dpa
Reinhard PlossDirekt darauf folgt mit 1,9 Millionen Euro der Vorstandsvorsitzender des Chipherstellers Infineon. "Der DAX setzt sich aus Unternehmen mit ganz unterschiedlichen Geschäftsmodellen, Branchen und Größen zusammen. Zu den größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland zählen etliche Firmen, die auch im internationalen Vergleich als ‚Schwergewichte‘ gelten können. Daher sind die teils großen Differenzen bei der Vorstandsvergütung nicht überraschend", erklärt Olaf Lang, Leiter des Beratungsbereichs „Talent & Rewards“ bei Towers Watson, das Ergebnis. Quelle: dpa
Norbert SteinerTrotz des schwierigen Jahres, das hinter K+S liegt, bekam der Vorstandsvorsitzende des Rohstoffkonzerns, Norbert Steiner, im vergangenen Jahr noch 2,1 Millionen Euro an Direktvergütungen. Der milde Winter hat dem Dünger- und Salzproduzenten im ersten Quartal einen kräftigen Umsatz- und Gewinnrückgang beschert. Quelle: dpa
Rice PowellFresenius hat das abgelaufene Geschäftsjahr mit dem höchsten Konzernergebnis der Unternehmensgeschichte abgeschlossen. Der Überschuss stieg um zwölf Prozent auf 1,05 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis von Fresenius Medical Care betrug rund 1,7 Milliarden Euro. Vorstandsvorsitzender Powell konnte sich deshalb über 2,3 Millionen Euro in der Lohntüte freuen. Quelle: dpa
Reto Francioni1,2 Millionen Euro mehr, nämlich insgesamt 3,5 Millionen Euro verdiente der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Börse, Reto Francioni, im letzten Jahr. Das EBIT der Deutschen Börse betrug 739 Millionen. Quelle: dpa

Co-Chef Snabe scheidet im Sommer aus dem Vorstand aus. Er will sich bei der Hauptversammlung im Mai in den Aufsichtsrat wählen lassen. Aus dem Grund erhält er dann anteilig Geld aus einem langfristigen Anreizprogramm ausgezahlt. Das Programm läuft eigentlich bis zum Jahr 2015 und ist auf den Kurs der SAP-Aktie und interne Ziele bezogen. Finanzchef Werner Brandt erhielt 3,9 Millionen Euro, Vorstand Gerhard Oswald bekam ebenfalls 3,9 Millionen Euro, Vishal Sikka verdiente 4,2 Millionen Euro.

Die Anteilseigner sollen nach dem Willen der Führungsspitze einen Euro je Aktie bekommen, nach 85 Cent im Vorjahr. „Wir sind davon überzeugt, dass unsere Aktionäre am anhaltenden profitablen Wachstum der SAP beteiligt werden sollen“, erklärte Finanzvorstand Werner Brandt. Die Ausschüttungsquote beträgt wie im Jahr zuvor gut ein Drittel. Am Freitag legte die SAP-Aktie ein halbes Prozent zu.

IT



SAP rüstet sich zudem für das internationale Geschäft: Der Konzern tritt künftig als europäische Aktiengesellschaft auf. Die Umwandlung in eine Societas Europaea (SE) erleichtert SAP künftig die Organisation über Ländergrenzen hinweg. Auch Zukäufe innerhalb Europas sind einfacher zu realisieren. Formal soll die Hauptversammlung Ende Mai über den Schritt entscheiden. Die SE wird unter den Firmen immer beliebter: Dafür entschieden haben sich neben MAN und Airbus auch kleinere Häuser wie Sixt, die GfK oder Adva.

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