WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Softwarekonzern SAP "Die Geschwindigkeit hoch halten"

Die Finanzzahlen für 2012 zeigen: Die Verkaufsmaschinerie des Softwarekonzerns aus Walldorf läuft rund. Auch für dieses Jahr geben sich die SAP-Bosse weiterhin optimistisch.

Die Patentportfolios der IT-Riesen
GoogleMit 761 in den USA angemeldeten Patenten verfügt Google über vergleichsweise wenige Schutzrechte. Vor allem das mobile Betriebssystem Android wird derzeit mit mehr als 50 Klagen attackiert. Kürzlich kaufte Google daher 1000 Patente von IBM, zudem soll Motorola Schutz bieten. Quelle: rtr
AppleApple verfügt über 4102 Patente in den USA, mehr als 2400 werden zudem noch geprüft. Quelle: rtr
NokiaAuch wenn Nokia derzeit massiv an Marktanteilen verliert, bei den Patenten verfügen die Finnen mit 9172 über mehr als doppelt so viele wie Apple. Das zahlt sich aus: Nach einem zweijährigen Rechtsstreit willigte Apple im Juni ein, an Nokia mehrere Milliarden Dollar Schadenersatz wegen Patentverletzungen zu berappen sowie für Lizenzen zu zahlen. Quelle: rtr
MicrosoftMit 18.332 Patenten gehört Microsoft eines der größten Portfolios. Nur ein Teil davon ist für Mobilfunk und Smartphones relevant, doch immerhin ist Microsofts Position auch in diesem Bereich so stark, dass das Unternehmen an jedem HTC-Smartphone fünf Dollar Lizenzgebühr mitverdient. Quelle: AP
MotorolaDie goldene Zeit der Motorola-Handys ist vorbei, doch mit mehr als 20.000 Patenten verfügt der Mobilfunk-Pionier über das größte Schutzrechtearsenal. Vor allem deswegen ist Google Motorolas Mobilfunksparte 12,5 Milliarden Dollar wert. Quelle: AP

Ein schöner Tag in Walldorf – trotz des mäßigen Wetters. Jedenfalls in den Augen von Jim Hagemann Snabe: „Ich habe heute morgen ‚It’s a beautiful day‘ vor mich hin gesummt, als ich über den Campus ging“, sagt der Co-Chef von SAP. Zu derart guter Laune haben er und sein Kompagnon Bill McDermott allen Grund: Die beiden Vorstandschefs des Walldorfer Softwarekonzerns haben heute am SAP-Hauptsitz die Finanzzahlen fürs abgelaufene Geschäftsjahr vorgelegt.

Und die können sich sehen lassen – wieder einmal. So hat SAP in den drei Monaten zwischen Oktober und Dezember 2012 das zwölfte Quartal in Folge mit zweistelligem Wachstum bei Software- und softwarebezogenen Service-Erlösen abgeschlossen. Der Umsatz im Gesamtjahr kletterte um 14 Prozent auf nunmehr 16,3 Milliarden Euro. Außerdem kletterten die wichtigen – weil weitere Wartungsumsätze nach sich ziehenden – Umsätze mit Software-Lizenzen und Cloud-Subskriptionen um 21 Prozent auf 5 Milliarden Euro.

Kurzum: Die SAP-Maschinerie läuft gut weiterhin gut geölt. Das wissen auch die beiden Vorstandschefs, die geradezu lässig durchs Zahlenwerk geleiten und sich auch den einen oder anderen Seitenhieb auf die Konkurrenz nicht verkneifen können. Im Gegensatz zu früher nennen sie die jetzt auch namentlich: „Wir sind zweieinhalb mal so schnell wie unser größter Wettbewerber gewachsen“, sagt McDermott. „Und um das klar zu sagen: Ich meine damit Oracle.“

Die Entwicklung von SAP

Und geht es nach den SAP-Chefs, geht’s so auch in diesem Jahr weiter. Die Walldorfer erwarten laut ihrer offiziellen Prognose ein Wachstum der Software- und Cloud-Umsätze zwischen 14 und 20 Prozent. „Wir haben ein hohes Momentum, das uns auch durchs Jahr 2013 und darüber hinaus tragen sollte“, sagt Snabe.

Dabei helfen den Walldorfern sowohl eigene Innovationen wie ihre Firmen-Zukäufe aus den vergangenen Jahren. Die vor allem von SAP-Mitgründer und –Aufsichtsratsboss Hasso Plattner vorangetriebene Hochleistungs-Datenbank Hana hat im vergangenen Jahr bereits einen Umsatz von knapp 400 Millionen Euro erzielt – ein Plus von stolzen 142 Prozent.

„Hana ist das am schnellsten wachsende Produkt in der Geschichte der Unternehmenssoftware“, so Snabe. Wie SAP bereits vor zwei Wochen angekündigt hat, vermählt das Unternehmen jetzt sein Kernprodukt Business Suite mit der Hochleistungsdatenbank Hana. Davon erhoffen sich die Walldorfer zusätzlichen Schub im Geschäft.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Dieses Element gibt es nicht mehr.

Der zweite wichtige Wachstumstreiber ist das Cloud-Geschäft, also die Internet-basierte Nutzung von Software via Subskription. Lange haben sich die Walldorfer sehr schwer mit dieser neuartigen Form der Software-Nutzung getan. Durch die Übernahmen von Success Factors und Ariba nimmt das Geschäft inzwischen Fahrt auf – und zwar schnell. So meldet SAP für 2012 einen Cloud-Umsatz von 342 Millionen Euro und peilt in diesem Jahr mehr als eine Verdopplung auf 750 Millionen Euro an.

Damit sei man auf dem besten Wege, wie angepeilt im Jahr 2015 mehr als zwei Milliarden Euro allein in der Cloud umzusetzen, erläutert McDermott. Und Mitsteuermann Snabe verspricht, dass sich die Walldorfer auch weiterhin nicht auf den bisherigen Erfolgen ausruhen werden: „Wir wollen die Geschwindigkeit weiter hoch halten.“

 

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%