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Softwareriese Corona und Cloud-Wandel: SAP erwartet 2021 weniger Gewinn

Wandel in Walldorf: SAP wird immer mehr zum Cloud-Konzern. Quelle: imago images

Die Coronakrise hat SAP hart getroffen: Die Jahresprognose wurde mehrmals gekappt, die Aktie schmierte ab. Jetzt präsentiert der Softwarekonzern Teile der Planung für 2021 – und strebt immer stärker in die Cloud.

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Der Softwareriese SAP wird im laufenden Jahr der andauernden Coronakrise und dem beschleunigten Wandel zum Cloud-Anbieter Tribut zollen. Das bereinigte Betriebsergebnis könne um bis zu sechs Prozent zurückgehen, kündigte Europas wertvollster Technologiekonzern in der Nacht zu Freitag unter Berufung auf vorläufige Zahlen an. Mindestens wird mit einem Minus von einem Prozent gerechnet. SAP geht davon aus, dass die Coronakrise langsam abklingt und sich im Gegenzug die Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte „allmählich verbessert“. Für Schwung könnte auch der anstehende Börsengang der US-Tochter Qualtrics sorgen. Ein Börsenprospekt für die Emission wurde bereits an der Nasdaq eingereicht, wonach Qualtrics beim Aktienmarktdebüt mit 12 bis 14 Milliarden Dollar bewertet werden dürfte.

Im vergangenen Jahr hatte die Coronakrise den Walldorfer Dax-Konzern kalt erwischt. SAP musste seine Jahresprognose zweimal kappen und auch die mittelfristigen Ziele an den Nagel hängen. Daraufhin rutschte die Aktie so stark ab wie zuletzt 1999. Nach einem soliden Schlussquartal erreichte SAP nun seine eigenen Erwartungen. Das bereinigte Betriebsergebnis kletterte leicht auf 8,28 Milliarden Euro. Seit Ausbruch der Krise lässt SAP Kostendisziplin walten und spart auch durch weniger Geschäftsreisen, geringere Gebäudekosten und den Umstieg auf virtuelle Veranstaltungen.

Firmenchef Christian Klein will die Krise nutzen, um SAP nun vollständig zu einem Cloud-Anbieter zu machen. Bei dem Wandel macht der Oracle-Konkurrent Fortschritte aus und sprach davon, im Cloudgeschäft sei es trotz neuer Lockdowns gelungen, „einen eindrucksvollen Schlusspunkt für das Jahr zu setzen“. Die Clouderlöse stiegen währungsbereinigt um 13 Prozent, laut SAP auch dank der hohen Akzeptanz des neuen ganzheitlichen SAP-Angebots bei Pilotkunden.

Wie die US-Rivalen Salesforce, Workday oder Oracle setzt SAP immer stärker auf den Verkauf von flexibleren Web-Abos, die in der Regel monatlich bezahlt werden und nicht einmalig, was Umsätze prognostizierbarer macht. Der Anteil der besser planbaren Erlöse an den gesamten Umsatzerlösen stieg im vierten Quartal um rund vier Prozentpunkte auf rund 65 Prozent.

Das Schlussquartal ist für SAP besonders wichtig, da in dem Zeitraum traditionell viele Aufträge abgeschlossen werden. Angesichts rückläufiger Softwarelizenzerlöse fiel der Konzernumsatz von Oktober bis Dezember um zwei Prozent auf 7,54 Milliarden Euro, während das bereinigte Betriebsergebnis um drei Prozent auf 2,77 Milliarden Euro und die operative Marge um 1,5 Punkte auf 36,8 Prozent stieg. Im Vorjahresquartal waren hohe Ausgaben für Aktienboni angefallen. Auch im laufenden Jahr werden die sinkenden Einnahmen aus dem Traditionsgeschäft mit Softwarelizenzen das Umsatzwachstum deckeln. Während die Clouderlöse um 13 bis 18 Prozent zulegen sollen, wird für die Cloud- und Softwareeinnahmen höchstens mit einem Plus von zwei Prozent gerechnet. Im schlechteren Fall sollen sie währungsbereinigt stagnieren.

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Am 29. Januar will SAP detaillierten Einblick in das vierte Quartal und die Jahreszahlen geben. Dann dürfte auch der Umsatz für 2020 veröffentlicht werden.

Mehr zum Thema: SAP will die Softwareprodukte auffrischen – und frustrieren damit wichtige Bestandskunden wie etwa die Deutsche Bank.

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